TVB Stuttgart

Starker TVB Stuttgart besiegt FA Göppingen und schreibt Geschichte

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Groß war die Erleichterung beim TVB nach dem Sieg gegen Göppingen. Hier freut sich der Co-Trainer Karsten Schäfer (links), der Trainer Jürgen Schweikardt herzt seinen Abwehrchef Samuel Röthlisberger (rechts der Göppinger Trainer Hartmut Mayerhoffer). © Ralph Steinemann Pressefoto

Das Ende zweier Serien und ein Spiel fürs Geschichtsbuch des Handball-Erstligisten TVB Stuttgart: Der 28:26-Derbysieg (13:10) gegen FA Göppingen am Samstag in der Scharrena hat etliche kleine Storys zu bieten. So war ein Ex-Göppinger maßgeblich am überraschenden und hochverdienten Erfolg des zuletzt kriselnden TVB beteiligt.

Das Wasser, das dem Torhüter Primoz Prost bei der Pressekonferenz nach dem Spiel gereicht bekam, dürfte dem Slowenen wohl lange nicht mehr so gut geschmeckt haben. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Jogi Bitter rückte der 37-Jährige in die Verantwortung – und war dem schwächelnden TVB meist keine große Hilfe. Ausgerechnet gegen den Club, für den er sechseinhalb Jahre gespielt hatte, zeigte Prost, was er noch draufhat und gewann das Duell gegen Daniel Rebmann und Urh Kastelic. „Ich habe vor der Partie gesagt, dass dieses Spiel zur richtigen Zeit für uns kommt“, sagte Prost. „Speziell in einem Derby können wir die Aggressivität und alles zurückbringen, was uns in den vergangenen Spielen gefehlt hat.“

Tatsächlich war die Leidenschaft und Geschlossenheit, mit der die Bittenfelder über 60 Minuten hinweg zu Werke gingen, der Schlüssel zum Erfolg. Mit diesem beendete der TVB seine Negativserie von fünf Niederlagen und holte zugleich zum ersten Mal in einer Bundesliga-Saison elf Siege. Und die Stuttgarter stoppten den Lauf der Göppinger: Letztmals ohne Punkt geblieben waren sie am 20. Dezember 2020. Es folgten 19:1 Punkte.

Erste Niederlage für Göppingen seit dem 20. Dezember

Entsprechend selbstbewusst startete das Team von Trainer Hartmut Mayerhoffer auch ins Derby, drehte den 3:4-Rückstand zum 7:4 nach elf Minuten. Die Abwehr des TVB hatte Schwerstarbeit zu verrichten gegen die zweikampfstarken und wurfkräftigen Göppinger, kam aber nach und nach besser zurecht. Prost fand gut ins Spiel und gewann so schnell Sicherheit. Und im Angriff spielte das Team von Trainer Jürgen Schweikardt geduldig und leistete sich wenige Fehler. Mit einem 5:0-Lauf zum 9:7 (22.) überraschte der TVB seinen Gegner.

Die Göppinger suchten immer wieder ihren Kreisläufer Kresimir Kozina, den der TVB aber hervorragend im Griff hatte. Und die gefährlichen Schützen Sebastian Heymann und Nemanja Zelenovic kamen kaum in aussichtsreiche Abschlusspositionen. Beim 11:8 (24.) nahm Mayerhoffer seine zweite Auszeit. Doch auch nach der Einwechslung der Rückraumspieler Nicolai Theilinger und Tobias Ellebaek lief’s nicht besser im Göppinger Angriff. So ging der TVB mit der verdienten 13:10-Führung in die Halbzeit.

TVB bleibt in der Schlussphase ruhig

Auch nach der Pause blieb er das bessere Team. Göppingen hatte weiterhin große Probleme im Positionsangriff. Auch der TVB tat sich schwer, fand aber öfter eine Lösung – und war sicher im Konterspiel und vom Siebenmeterstrich. Der gute Sascha Pfattheicher sorgte mit seinem fünften Treffer für das 20:15, Patrick Zieker nach feiner Vorarbeit von Jerome Müller beim 22:16 für die erste Sechs-Tore-Führung (42.). Nach Heymanns Wurf ins leere Stuttgarter Tor zum 23:20 (50.) musste sich der TVB auf den Schlussspurt der Gäste vorbereiten, die viele Spiele in der Endphase für sich entschieden hatten.

Der TVB blieb jedoch ruhig und hielt seinen Gegner mit klugem Angriffsspiel und einer weiterhin unermüdlich ackernden Defensive auf Distanz (25:20/26:22). Göppingen suchte seine Chance in der 4:2-Deckung, die ebenso wirkungslos blieb wie die offene Deckung nach dem 27:24 (57.). Souverän schaukelte der TVB den Derbysieg zum 28:26 nach Hause.

Nach der Länderspielpause am Wochenende geht’s für den TVB am Donnerstag, 6. Mai, in Minden weiter. Mit einem gut gelaunten Primoz Prost. „Wir werden in dieser Woche wieder mehr Spaß im Training haben“, sagte er kurz nach dem Derby.

TVB Stuttgart: Prost, Lehmann; Häfner (1), Weiß (1), Lönn (5), Schulze, Röthlisberger, Nicolaus, Zieker (5), Müller (3), Pfattheicher (6), Pesevski (2), Kristjánsson (5/3), Wieling.

FA Göppingen: Rebmann, Kastelic; Neudeck, Theilinger (2), Kneule (2), Heymann (6), Bagersted (2), Ellebaek, Jonsson, Schiller (9/5), Goller, Bozic-Pavletic (2), Hermann, Zelenovic (2), Kozina (1).

Das Ende zweier Serien und ein Spiel fürs Geschichtsbuch des Handball-Erstligisten TVB Stuttgart: Der 28:26-Derbysieg (13:10) gegen FA Göppingen am Samstag in der Scharrena hat etliche kleine Storys zu bieten. So war ein Ex-Göppinger maßgeblich am überraschenden und hochverdienten Erfolg des zuletzt kriselnden TVB beteiligt.

Das Wasser, das dem Torhüter Primoz Prost bei der Pressekonferenz nach dem Spiel gereicht bekam, dürfte dem Slowenen wohl lange nicht mehr so gut geschmeckt

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