TVB Stuttgart

TVB-Handballer im Trainingslager: Schweiß, Spaß, Spezialaufgaben

TVB Stuttgart-Trainingslager 2022
„Kommunikation ist der Schlüssel“, sagt der TVB-Trainer Roi Sánchez (Mitte), hier in der Auszeit im Testspiel. Von links: Patrick Zieker, Samuel Röthlisberger, Fynn Nicolaus, Jan Forstbauer, Jorge Serrano, Athletiktrainer Steffen Hepperle, Luca Mauch. © Sandy Dinkelacker

Zell am Ziller und das Hotel Theresa sind für den TVB Stuttgart mittlerweile zur zweiten Heimat geworden. Zum vierten Mal hintereinander hat der Handball-Erstligist im Zillertal (Österreich) eine Woche lang die ersten Grundlagen gelegt für die anstehende Saison. Teilweise tropisch waren die Temperaturen, und heiß her ging’s nicht nur bei den Trainingseinheiten.

Wie im vergangenen Jahr stand am Ende der Camp-Woche ein Testspiel gegen den österreichischen Erstligisten Sparkasse Schwaz Handball Tirol auf dem Programm. In Trainings-Shirts übrigens, weil die Trikots – mit neuem Ausrüster – erst ein paar Tage später vorgestellt werden sollten. Nach flottem und konzentriertem Start und der 12:7-Führung nach 17 Minuten häuften sich beim TVB jedoch die Fehler, bis zur Halbzeit kam Schwaz auf 14:17 heran.

Gesichtstreffer: Heinevetter muss vom Spielfeld

Auch im zweiten Spielabschnitt hielten die Österreicher das Spiel überraschenderweise offen, im Vorjahr waren sie beim 28:37 noch chancenlos gewesen. Beim 17:17 schaffte Schwaz erstmals den Ausgleich, witterte seine Chance gegen den Favoriten – und ging sehr engagiert zu Werke. Hier und da vielleicht ein bisschen zu vehement.

Das fand jedenfalls Silvio Heinevetter. Der Neuzugang löste im zweiten Abschnitt Miljan Vujovic im Tor ab – und war bei seiner zweiten Aktion bereits auf Betriebstemperatur: Nach einem Gesichtstreffer musste Heinevetter vom Spielfeld und kehrte auch nicht mehr zurück. Er sah für ein paar Minuten nicht mehr scharf. Wenig später war auch für Sascha Pfattheicher die Partie zu Ende. Bei einem Foul verletzte sich der Rechtsaußen am Knie. Letztlich behielt der TVB mit 29:28 knapp die Oberhand.

So überstand der TVB also den ersten –im wahrsten Sinne des Wortes – ersten Härtetest schadlos. Zumal es nach dem Spiel Entwarnung gab bei „Heine“ und „Pfatti“. Und natürlich gab’s auch ein paar Erkenntnisse, die jedoch nach wenigen Trainingseinheiten nur bedingt aussagekräftig sind.

Kader wird 17 Mann umfassen

Sicher dagegen ist, dass der Kader des TVB quantitativ besser besetzt ist als in der vergangenen Saison. Mit drei Torhütern und 18 Feldspielern waren die Stuttgarter ins Zillertal gereist. Außer den neuen Spielern Silvio Heinevetter, Oscar Bergendahl, Jan Forstbauer, Jorge Serrano, Daniel Fernandez und Ivan Sliskovic waren die Nachwuchsspieler Fabian Bauer, Fabian Lucas, Maurice Wiedmaier, Yannick Wissmann und Nico Bacani mit dabei. Es fehlten die beiden Junioren-Nationalspieler Nico Schöttle und Andri Már Rúnarsson, die nach der U-20-Europameisterschaft eine Woche Sonderurlaub bekamen.

Der Kader für die neue Saison wird 17 Mann umfassen – plus Luca Mauch, der zum erweiterten Kader zählt. Zwei Spanier (Fernandez und Serrano), zwei Schweden (Lönn und Bergendahl), ein Kroate (Sliskovic), ein Slowene (Vujovic), ein Schweizer (Röthlisberger), ein Ungar (Hanusz), ein Isländer (Rúnarsson): So viele Nationalitäten in einem Team gab’s beim TVB noch nie. Nun muss aus dem bunt gemischten Haufen möglichst rasch eine Mannschaft werden.

„Wir haben sechs neue Spieler plus Nico Schöttle, der im Grunde auch neu ist“, sagt der TVB-Trainer Roi Sánchez. „Mit den Transfers, der Mentalität und dem Kader bin ich sehr zufrieden.“ In der Mannschaft sei nun mehr Konkurrenz, die sie besser und gesünder mache. Wolle der TVB nach vorne kommen, müsse er sich auf jeder Position ein bisschen verbessern. „Und wenn ein Spieler Konkurrenz hat auf seiner Position, schaffen wir das schneller.“ Konkurrenz mache jeden besser. „Du hast Angst, dass du deinen Status verlierst.“

Ein bisschen Sorgen indes macht dem Trainer die Kommunikation, die ein wichtiger Schlüssel sei für den Erfolg. „Wir haben schon ein Problem mit der Verständigung.“ Nicht alle Spieler sprächen ausreichend Englisch, einige gar kein Deutsch. „Manche verstehen viel, sprechen aber kaum.“ Die Frage sei, wie die Kommunikation in der Halbzeit oder Auszeit laufen soll, wo wenig Zeit sei für lange Gespräche. „Jeder in der Mannschaft muss jetzt eine Aufgabe übernehmen, wir müssen mit klaren Aktionen regeln, wer in welcher Situation was macht und mit wem spricht.“

Yoga-Einheit neu im Programm

Wichtiger Bestandteil im Trainingslager waren die Athletikeinheiten, Stabilisierungs- und Kraftübungen, Ausdauer. „An der Schnelligkeit und Schnellkraft werden wir in den kommenden Wochen arbeiten“, so der TVB-Athletiktrainer Steffen Hepperle. Die Einheiten fanden im Crossfit Zillertal statt oder in der fußläufig erreichbaren Trainingshalle in Zell. Für die Handballeinheiten stand die Halle im zehn Autominuten entfernten Mayrhofen zur Verfügung. Neu im Programm war die Yoga-Einheit frühmorgens um 7.30 Uhr auf dem Rasen vor dem Hotel. „Durch einseitiges Handballtraining entstehen oft muskuläre Disbalancen“, so Hepperle. „Die versuchen wir auszugleichen.“ Die Yoga-Einheit sei bei den Spielern unterschiedlich angekommen. „Für manche war es sehr interessant und die machen das auch gerne, andere können wenig damit anfangen. Das hängt vom Typ ab.“ Letztlich gehe es darum, Angebote zu schaffen.

Auch außerhalb der Trainingshallen sollen die Spieler sich näher kennenlernen – und gemeinsam Spaß haben. Dazu sollen beispielsweise sogenannte Teambuilding-Maßnahmen beitragen. Ein Beachvolleyball- und Basketballturnier auf dem Kleinfeld organisierten die TVB-Trainer. Oder den Triathlon, der eine besondere Herausforderung darstellte: Mit dem Mountainbike fuhren die Spieler knapp 21 Kilometer zum Durlassboden-Speichersee, in dem sie 100 Meter schwammen. Abschließend ging's in Laufschuhen zwei Kilometer streng bergauf zur Rössl-Alm. Der eine hatte mehr, der andere weniger Mühe – auch mit der Orientierung. Max Häfner bewältigte die Aufgabe am besten, früher oder später kamen alle auf der Rössl-Alm an. Nach der verdienten Dusche, spätestens aber nach der fulminanten Show von „Susal, der Partyhexe“ und den traditionellen Sangesdarbietungen der neuen Spieler beim Sponsorenabend waren die Strapazen wieder vergessen.

Am Montag kehrten die Spieler zurück in die Heimat. Am Wochenende steht mit dem Sparkassen-Cup in Altensteig das erste Turnier an. Mit dabei im Schwarzwald sind die Eulen Ludwigshafen, der HBW Balingen-Weilstetten, die HSG Nordhorn-Lingen und die Rhein-Neckar Löwen.

Zell am Ziller und das Hotel Theresa sind für den TVB Stuttgart mittlerweile zur zweiten Heimat geworden. Zum vierten Mal hintereinander hat der Handball-Erstligist im Zillertal (Österreich) eine Woche lang die ersten Grundlagen gelegt für die anstehende Saison. Teilweise tropisch waren die Temperaturen, und heiß her ging’s nicht nur bei den Trainingseinheiten.

Wie im vergangenen Jahr stand am Ende der Camp-Woche ein Testspiel gegen den österreichischen Erstligisten Sparkasse Schwaz

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