TVB Stuttgart

TVB Stuttgart erstellt Profil für Sánchez-Nachfolger

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Michael Schweikardt im Kreise seiner neuen Mannschaft. Der Ex-Spieler soll den TVB Stuttgart kurzfristig wieder flott bekommen nach fünf Niederlagen in fünf Spielen. © Jens Körner

Einen Tag nach der Entlassung von Trainer Roi Sánchez hat Michael Schweikardt am Sonntag das erste Training beim Handball-Erstligisten TVB Stuttgart geleitet. Der ehemalige Spielmacher des TVB hat die anspruchsvolle Aufgabe, die Muskeln und den Geist der Spieler zu entkrampfen. Viel Zeit bleibt dem 39-Jährigen nicht: An diesem Donnerstag (19.05 Uhr) gegen den TBV Lemgo und am darauffolgenden Sonntag (16.05 Uhr) gegen den Bergischen HC stehen wichtige Heimspiele in der Porsche-Arena auf dem Programm.

Auch zwei Tage nach der Trennung von Roi Sánchez scheint den Geschäftsführer die Angelegenheit noch zu beschäftigen. „Bis zum Spiel in Gummersbach haben wir uns über einen Trainerwechsel keine Gedanken gemacht“, sagt Jürgen Schweikardt. Der Auftritt beim Aufsteiger habe die Verantwortlichen jedoch zu dem Schluss kommen lassen, dass unverzüglich etwas geändert werden müsse. „Wir hatten den Glauben an den kurzfristigen Turnaround einfach verloren.“

Sichtung der Kandidaten

Eine Zwischenlösung nach einer Trainerentlassung hatte es beim TVB vor viereinhalb Jahren bereits gegeben, als der Geschäftsführer in eine Doppelrolle schlüpfte. Wäre das dieses Mal keine Option gewesen? „Nein“, sagt Jürgen Schweikardt. Die Zeiten als Geschäftsführer seien extrem herausfordernd – unter anderem mit dem Regelspielbetrieb in der Porsche-Arena und den Folgen der Corona-Pandemie, mit denen der TVB immer noch zu kämpfen habe. „Und jetzt müssen wir auch noch einen neuen Trainer suchen.“

Dass Jürgen Schweikardts Bruder bis dahin die Verantwortung übernimmt, war für den Geschäftsführer naheliegend. „Michael hat die A-Lizenz und Trainererfahrung. Er kennt die Bundesliga als Spieler seit vielen Jahren und auch die Mannschaft.“

Derweil sichten die Verantwortlichen den Markt. „Es braucht Zeit, den richtigen Kandidaten zu finden“, sagt Jürgen Schweikardt. „Wir lassen uns jetzt nicht stressen.“ Das Profil für den Sánchez-Nachfolger sei erstellt. „Zunächst müssen wir schauen, wie erfolgswahrscheinlich die Verpflichtung ist.“

Gewisse Führungsqualitäten 

Zudem sollte der Neue eine gewisse Führungsqualität und Persönlichkeit mitbringen. Die Mannschaft brauche jemanden, an dem sie sich orientieren könne. Das könne durchaus auch ein jüngerer Trainer sein. „Wir möchten jemanden, mit dem wir mittel- bis langfristig etwas entwickeln können – wie wir das eigentlich mit Roi Sánchez vorhatten.“ Die Verpflichtung eines „Feuerwehrmannes“ werde nicht angestrebt. 

Ein Feuer entfachen soll nun kurzfristig Michael Schweikardt, der als Ur-Bittenfelder eine spezielle Bindung zum Verein hat. „Der TVB ist ja nicht nur mein Arbeitgeber, er liegt mir auch sehr am Herzen“, sagt er. Schweikardt hat in seiner langen Karriere als Spieler einige Höhen und Tiefen mitgemacht und kann sich sehr gut in die Situation der Spieler hineinversetzen. „Wenn viele Misserfolge hintereinander kommen und das eigene Zutrauen irgendwann fehlt, dann kommen solche Leistungen wie derzeit dabei heraus“, sagt er. Das sei an sich nichts Außergewöhnliches – das Ausmaß der technischen Fehler allerdings schon.

Sánchez hatte viele Ideen

„Es war klar, dass wir irgendetwas verändern müssen.“ Roi Sánchez habe sicherlich viele Ideen gehabt, die richtig und gut gewesen seien. „Schlussendlich hat’s aber nicht funktioniert. Natürlich haben wir uns das alle gewünscht, und für Roi tut’s mir auch sehr leid.“ Für ihn selbst, sagt Schweikardt, sei die Aufgabe eine Herausforderung. Schließlich sei er zum ersten Mal für eine Bundesligamannschaft verantwortlich. In der Trainerarbeit an sich fühle er sich sicher, er habe eine gewisse Erfahrung. „Ich fühle mich auch nicht unter Druck gesetzt, sondern es geht darum, dass der TVB wieder erfolgreich ist und ich meinen Teil dazu beitragen möchte.“

Die ersten Trainingseinheiten stimmen den neuen Interimstrainer zuversichtlich. „Die Intensität war hoch, die Jungs waren alle hochkonzentriert.“ Nun gelte es, die paar Tage bis zum Spiel gegen Lemgo intensiv zu nutzen und viele Gespräche zu führen mit den Spielern.

Geredet hat Michael Schweikardt bereits mit den beiden spanischen Außenspielern Daniel Fernandez und Jorge Serrano. Zweifellos seien sie nun in einer schwierigen Situation. „Für sie war sowieso alles neu hier, und dann wird auch noch ihr Landsmann entlassen.“ Andererseits seien sie nicht nur wegen Sánchez zum TVB gekommen, hätten sie beteuert. „Und wir fanden sie alle gut, sonst hätten wir sie nicht verpflichtet“, so Michael Schweikardt. „Wir sind absolut überzeugt davon, dass sie ihren Weg gehen werden.“ Fernandez und Serrano hätten mit Verständnis auf die Entscheidung reagiert. „Sie sagten, sie seien professionelle Handballer.“

Eine professionelle Einstellung möchte Michael Schweikardt von allen Spielern sehen im so wichtigen Spiele an diesem Donnerstag (19.05 Uhr) gegen den TBV Lemgo. Mit einer komplett anderen Spielweise dürfen die Fans jedoch nicht rechnen in der kurzen Zeit unter Schweikardts Verantwortung. Die eine oder andere Anpassung indes soll sichtbar sein. „Sie muss aber simpel sein.“ Ob sie zum Erfolg führen wird, könne er nicht versprechen. Aber: „Ich bin mir sehr sicher, dass die Mannschaft alles geben wird, die Punkte zu holen.“

Einen Tag nach der Entlassung von Trainer Roi Sánchez hat Michael Schweikardt am Sonntag das erste Training beim Handball-Erstligisten TVB Stuttgart geleitet. Der ehemalige Spielmacher des TVB hat die anspruchsvolle Aufgabe, die Muskeln und den Geist der Spieler zu entkrampfen. Viel Zeit bleibt dem 39-Jährigen nicht: An diesem Donnerstag (19.05 Uhr) gegen den TBV Lemgo und am darauffolgenden Sonntag (16.05 Uhr) gegen den Bergischen HC stehen wichtige Heimspiele in der Porsche-Arena auf dem

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