TVB Stuttgart

TVB Stuttgart verpasst gegen Flensburg knapp die Überraschung

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Neun Würfe, neun Treffer: Patrick Zieker (links) machte ein klasse Spiel für den TVB gegen Flensburg. So treffsicher wie der Kapitän waren nicht alle Stuttgarter. Zu häufig scheiterten sie am Flensburger Keeper Kevin Møller. © Ralph Steinemann Pressefoto

Der Handball-Erstligist TVB Stuttgart muss weiter auf einen Sieg gegen die SG Flensburg-Handewitt warten. Im 13. Duell vor 4566 Fans am Vatertag in der Porsche-Arena musste sich der TVB mit 26:28 (15:13) beugen – und war so nah dran wie noch nie an der Überraschung. Die hätte den vorzeitigen Ligaverbleib bedeutet.

Es muss alles passen für den TVB, um gegen eine Spitzenmannschaft wie Flensburg zu punkten. Dieses Mal waren die Aussichten im Vorfeld nicht so schlecht gewesen gegen den termingestressten und verletzungsgeplagten Tabellenvierten. Der am Knie lädierte Jim Gottfridsson, einer der weltbesten Mittelmänner und Kopf der Gäste, kam nur sporadisch zum Einsatz. Pech indes hatte auch der TVB: Adam Lönn musste ebenso passen wie Viggó Kristjánsson. Auch wenn’s hypothetisch ist: Diese beiden hätten vielleicht die paar Prozent Qualität gebracht, die dem TVB fehlten.

Golla ist nur schwer zu bremsen

Trotz der unnötigen Niederlage in Lemgo war der TVB selbstbewusst in die Partie gegangen. „Es wird wahnsinnig schwer, aber wir glauben an die Überraschung“, hatte Patrick Zieker vor dem Spiel gesagt – und der Kapitän schritt mit einer überragenden Leistung voran. Er brachte sämtliche neun Würfe im Tor der Flensburger unter.

Der TVB-Trainer Roi Sánchez gab im Tor Miljan Vujovic den Vorzug vor Ivan Pesic und Tobias Thulin – und der 21-Jährige kam gut ins Spiel. Dennoch erwischten die Stuttgarter – wieder einmal – einen Fehlstart. 2:6 lagen sie nach zehn Minuten im Hintertreffen. Weil die Flensburger gleich auf vier Rückraumspieler verzichten mussten, suchten sie immer wieder Johannes Golla am Kreis. Und der deutsche Nationalspieler war nur schwer zu bremsen.

TVB dreht das Spiel mit 4:0-Lauf

Flensburg begann konzentriert, wollte offensichtlich früh für klare Verhältnisse sorgen. Der TVB brauchte aber nur sieben Minuten, bis er das Spiel mit einem 4:0-Lauf zum 6:6 gedreht hatte. Mads Mensah Larsen konterte zum 7:6 für den Favoriten, doch das sollte für sehr lange Zeit die letzte Führung des Favoriten sein. Beim TVB zog Egon Hanusz klug die Fäden und war selbst torgefährlich. Die Gäste hatten immense Probleme, aus der Fernwurfzone für Druck zu sorgen. Sie wirkten körperlich und geistig müde. Auch das Sieben gegen sechs brachte keinen entscheidenden Impuls. Nach 26 Minuten sorgte Zieker beim 12:10 für die erste Zwei-Tore-Führung und legte zum 14:11 nach. Jerome Müller ließ die Chance zur Vier-Tore-Führung liegen, doch immerhin rettete der TVB das 15:13 in die Halbzeit. Die Flensburger kamen über ihre Außen zum Erfolg: Marius Steinhauser und Emil Jakobsen gewähren zu lassen, war keine gute Idee des TVB: In diesen Duellen blieb Vujovic meist zweiter Sieger.

17:13-Führung nach 34 Minuten

Auch in den zweiten 30 Minuten kam Müller nicht wie gewohnt in Fahrt – dabei hätte der TVB den rechten Rückraumspieler in Abwesenheit Kristjánssons unbedingt gebraucht. Zunächst kompensierte der Gastgeber diesen Nachteil gut. Nach dem Treffer von Fynn Nicolaus zum 17:13 (34.) schien der TVB tatsächlich auf bestem Weg, den Widerstand der Flensburger zu brechen.

Doch der Tabellenvierte raffte sich auf, kämpfte, spielte clever und profitierte von den zahlreichen Fehlversuchen des TVB. Deren fünf im ersten Spielabschnitt standen 13 im zweiten gegenüber. Der SG-Keeper Kevin Møller wurde immer stärker, Vujovic bekam dagegen wenig zu fassen. Beim 19:19 glich Flensburg aus (40.). Das letzte Drittel der Partie war ausgeglichen und spannend. Die Gäste bissen auf die Zähne, fortan lief der TVB einem knappen Rückstand hinterher. Dreieinhalb Minuten vor dem Ende traf Teitur Orn Einarsson zum 27:24. Nach Ziekers 26:27 schnupperte Stuttgart an einem Punkt – doch nur kurz. Steinhauser machte alles klar.

Am Donnerstag kann der TVB alles klar machen

Weiter geht’s für den TVB am kommenden Donnerstag, 2. Juni (19.05 Uhr): Das Schlusslicht TuS Nettelstedt-Lübbecke gastiert in der Porsche-Arena. Mit einem Sieg wären die letzten Zweifel am Ligaverbleib beseitigt.

TVB Stuttgart: Pesic, Vujovic, Thulin; Häfner (1), Rúnarsson, Weiß (3), Hanusz (5), Schulze (1), Röthlisberger (2), Nicolaus (3), Augustinussen, Zieker (9/6), Müller (1), Pfattheicher (1), Peshevski, Foege.

SG Flensburg-Handewitt: Buric, Møller; Adam, Golla (5), Hald, Hasenkamp, Svan, Bult, Wanne (2/1), Steinhauser (5), Larsen (1), Søgard (1), Gottfridsson (1), Semper, Einarsson (2), Lindskog, Jakobsen (11/3).

Der Handball-Erstligist TVB Stuttgart muss weiter auf einen Sieg gegen die SG Flensburg-Handewitt warten. Im 13. Duell vor 4566 Fans am Vatertag in der Porsche-Arena musste sich der TVB mit 26:28 (15:13) beugen – und war so nah dran wie noch nie an der Überraschung. Die hätte den vorzeitigen Ligaverbleib bedeutet.

Es muss alles passen für den TVB, um gegen eine Spitzenmannschaft wie Flensburg zu punkten. Dieses Mal waren die Aussichten im Vorfeld nicht so schlecht gewesen gegen den

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