TVB Stuttgart

Verkorkster Jahresabschluss des TVB Stuttgart

SchweikardtJ94
Viel zu grübeln hatten der TVB-Chef-Trainer Jürgen Schweikardt (links) und sein Assistent Karsten Schäfer (daneben, vorne Dominik Weiß, hinten Rudolf Faluvégi). Der TVB kassierte zum Jahresabschluss eine verdiente Niederlage gegen den Bergischen HC. © Ralph Steinemann Pressefoto

Ausgerechnet im finalen Spiel in diesem Jahr hat der Handball-Erstligist TVB Stuttgart seine wohl schwächste Leistung in eigener Halle gezeigt. Beim 26:30 (12:18) gegen den Bergischen HC agierte die Mannschaft von Trainer Jürgen Schweikardt – abgesehen von einem kurzen Aufbäumen zwischen der 40. und 50. Minute – ungewohnt träge, zweikampfschwach und ideenlos.

Ziemlich bedient und ratlos schlichen die TVB-Spieler nach der zweiten Heimniederlage in dieser Saison in die Kabinen. Nahezu alles, was den TVB in den meisten der bisher 14 Partien ausgezeichnet hatte, ließ er gegen die Bergischen Löwen vermissen. Während bei den Gästen vom Anpfiff weg der Wille zu spüren war, zum Saisonabschluss noch einmal alles in die Waagschale zu werfen, agierte der TVB ohne Mumm und Überzeugung. Der BHC war den Stuttgartern in allen Belangen überlegen.

Warum aber? „Wir Trainer sollten uns nicht immer so wichtig nehmen“, sagte der TVB-Coach Jürgen Schweikardt bei der Pressekonferenz nach dem Spiel. Im Handball entschieden nun einmal oft die „Basics“. Dazu zählten beispielsweise: Wer gewinnt die Zweikämpfe? Wie ist die Torhüterleistung?

Bitter und Prost verlieren im ersten Durchgang das Torhüterduell

Zumindest in den ersten 30 Minuten waren diese beiden Fragen rasch beantwortet: Die Bergischen Löwen hatten hier klare Vorteile. Der Keeper Christopher Rudeck hielt ordentlich. Sein Gegenüber Johannes Bitter bekam, bis er nach einer Viertelstunde für Primoz Prost Platz machte, keinen einzigen Ball zu fassen. Zwei Paraden des Slowenen brachten den TVB allerdings auch nicht entscheidend weiter. Indes: Unterstützung der in vielen Spielen so starken Defensive bekamen die beiden auch nicht.

Der Bergische HC, der im Gegensatz zum TVB unter der Woche noch in der Liga im Einsatz gewesen war, wirkte körperlich und geistig frischer. Und der Gästetrainer Sebastian Hinze hatte eine gute Idee im Gepäck: Er brachte im linken Rückraum und auf der Spielmacher-Position die flinken Lukas Stutzke und Tomas Babak. Der junge Stutzke blieb auch in der Abwehr auf dem Feld und bereitete Viggó Kristjánsson große Probleme.

Auch im Angriff setzte der 22-Jährige Akzente. Der 4:4-Ausgleich war bereits sein dritter Treffer. Der Ex-Stuttgarter David Schmidt besorgte beim 5:4 (10.) die erste Führung für die Gäste. Viel zu zögerlich agierte der TVB in der Deckung, ließ Stutzke und Co. gewähren. Die Unsicherheit schien sich auf die Offensive zu übertragen. Die bewegliche Gästeabwehr hatte jedenfalls wenig Probleme, die zu statischen und durchschaubaren Angriffsbemühungen des TVB zu unterbinden. Adam Lönn und Kristjánsson kamen kaum in vernünftige Abschlusspositionen und leisteten sich überhastete Würfe.

Die Auszeit beim 6:10 (15.) brachten keine Besserung – im Gegenteil: Nach Stutzkes sechstem Treffer führte der BHC nach 25 Minuten mit 15:9. Schweikardt versuchte es mit dem siebten Feldspieler – ebenfalls ohne Erfolg. Der starke Linus Arnesson traf zum 18:11, Patrick Zieker setzte mit dem 12:18 den Schlusspunkt unter eine schwache erste Halbzeit des Heimteams.

Bitter und die Abwehr steigern sich, der Angriff leistet sich weiter Fehler

Im zweiten Spielabschnitt ging’s zunächst nach dem ähnlichen Muster weiter: Schmidt sorgte mit dem 21:14 (34.) für die beruhigende Sieben-Tore-Führung der Gäste, ehe der wieder eingewechselte Bitter seinen ersten Ball hielt. Das machte ein klein wenig Hoffnung, zumal auch die Abwehr nun deutlich aggressiver und offensiver zu Werke ging. Was zur Folge hatte, dass den Gästen plötzlich etliche Fehler unterliefen. Bitter parierte freie Bälle, der TVB kämpfte sich mit einem 5:0-Lauf zum 21:23 heran (45.) – und verpasste mit unglücklichen Aktionen dreimal die Gelegenheit zum Anschluss und möglicherweise zur Wende. Zweimal parierte der bei den Gästen eingewechselte Keeper Tomas Mrkva.

Arnesson beruhigte mit zwei Toren zum 26:22 (53.) das Spiel wieder. Der in der Schlussphase eingewechselte Routinier Fabian Gutbrod machte mit dem 27:22 fünf Minuten vor dem Ende alles klar. Die Gäste ließen sich auch von der 4:2-Deckung des TVB nicht mehr irritieren. Zum völlig verkorksten Spiel des TVB passte die Rote Karte, die Adam Lönn bei einer Abwehraktion gegen Arnesson kassierte.

Am Ende stand die verdiente 26:30-Niederlage und damit die dritte Heimpleite in Folge gegen den Bergischen HC. Mit 15:15 Punkten geht der TVB Stuttgart in die sechswöchige Spielpause. Jürgen Schweikardt bittet am 11. Januar zum ersten Mannschaftstraining. Die ersten beiden Partien im neuen Jahr gegen zwei Abstiegskandidaten sind sogleich bedeutende: Am 6. Februar gastiert der HSC Coburg in Stuttgart, eine Woche später kommen die Eulen Ludwigshafen.

TVB Stuttgart: Bitter, Prost; Häfner (5), Asgeirsson (2), Weiß, Lönn (4), Schulze, Röthlisberger (1), Nicolaus, Zieker (3), Müller (2), Pfattheicher (3), Pesevski (2), Kristjánsson (4), Wieling.

Bergischer HC: Rudeck, Mrkva; Darj (2), Gunnarsson (3/3), Majdzinski (2), Fraatz, Babak (3), Damm (2), Gutbrod (1), Arnesson (5), Johansson, Bergner, Nikolaisen, Boomhouwer (1), Stutzke (7), Schmidt (4).

Ausgerechnet im finalen Spiel in diesem Jahr hat der Handball-Erstligist TVB Stuttgart seine wohl schwächste Leistung in eigener Halle gezeigt. Beim 26:30 (12:18) gegen den Bergischen HC agierte die Mannschaft von Trainer Jürgen Schweikardt – abgesehen von einem kurzen Aufbäumen zwischen der 40. und 50. Minute – ungewohnt träge, zweikampfschwach und ideenlos.

Ziemlich bedient und ratlos schlichen die TVB-Spieler nach der zweiten Heimniederlage in dieser Saison in die Kabinen. Nahezu

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper