TVB Stuttgart

Vorbereitungstraining mit dem TVB-Profi-Handballer Max Häfner

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Stabil zu bleiben in der Standwaage ist nicht so einfach. Kommt der Ball hinzu, wird außer der Rumpfmuskulatur auch die Koordination geschult. Für den Profi Max Häfner ist diese Übung kein Problem. © ALEXANDRA PALMIZI

Groß sind in diesen entbehrungsreichen Zeiten die Entzugserscheinungen bei Sportlern. Auch die Handballer können es kaum abwarten, bis die Hallen endlich wieder aufgeschlossen werden. Angesichts der Corona-Lage kann das allerdings noch eine ganze Weile dauern. Bis dahin gilt’s, sich optimal auf den Re-Start und die damit nach der langen Pause verbundenen Überlastungen vorzubereiten – zum Beispiel mit gezielten Übungen, die Ex-Profi und AOK-Fachkraft Felix Lobedank und Max Häfner, Spielmacher des Erstligisten TVB Stuttgart, am Dienstag in der Bittenfelder Gemeindehalle vorgeführt haben.

Der vierte Teil der Videoreihe, die der TVB gemeinsam mit der AOK-Bezirksdirektion Ludwigsburg-Rems-Murr unter dem Motto „Leben wie Profis“ auf die Beine gestellt hat, könnte aktueller nicht sein. Auf Eis gelegt ist der Handball, im Teamtraining und Spielbetrieb sind lediglich die Profis. Irgendwann indes wird’s wieder losgehen. Viele Handballer halten sich im Homework mit Stabilisationsübungen einigermaßen fit.

Die sind die perfekte Grundlage. Sie reichen freilich bei weitem nicht aus, um bestmöglich auf Zweikämpfe, Sprungwürfe und Finten vorbereitet zu sein. „Die Spieler müssen sich an die handballspezifische Belastung herantasten“, sagt Felix Lobedank. Als Ex-Profi kenne er das Gefühl, nach einer langen Pause endlich wieder in die Halle zu dürfen. Jeder freue sich auf den Kabinengeruch und harzverklebte Hände. „Man geht voll motiviert ins Training, und nach drei Tagen zwickt’s in der Schulter und in den Knien.“ Typische Zeichen von Überlastung, weil die Muskulatur, die Sehnen und Bänder auf das ausbleibende handballspezifische Training reagierten. Wer es übertreibe und die Warnzeichen nicht erkenne, so Lobedank, riskiere dauerhafte Schäden.

Es braucht nicht viel: Matte, Ball, Sprungseil, Handtuch

Die entsprechende Vorbereitung sei wichtiger denn je, da die Pause durch den Lockdown viel länger sei als nach einem Saisonende. „Wir wollen den Handballern das Know-how mitgeben, wenn es hoffentlich endlich wieder losgeht“, so Lobedank.

Der Schwerpunkt der 30-minütigen Trainingseinheit, die unter anderem über den Youtube-Kanal des TVB Stuttgart zu sehen ist, liegt auf Sprungkoordination und Schulterstabilität. Großer Vorteil ist, dass die Übungen zu Hause und ohne großen Materialeinsatz und Hilfsmittel gemeistert werden können: Ein Handball, ein Sprungseil, ein Handtuch, eine Gymnastikmatte, eine Wand – und los geht’s mit dem durchaus schweißtreibenden und koordinativ anspruchsvollen Training.

Immer wieder zum Einsatz kommt bei und zwischen den rund 20 Übungen das gute alte Sprungseil. Das bringt zum einen „das Herz-Kreislauf-System ein bisschen in Schwung“ (Lobedank) – und Max Häfner zum Schnaufen. Zum anderen schult es die Koordination und ahmt Bewegungen im Wettkampf nach. „Sidesteps mit dem Seil sind beispielsweise eine gute Übung für die Abwehrarbeit“, sagt Lobedank. Und gewöhnliches Seilspringen sei eine gute Vorbereitung auf sämtliche Sprungbewegungen. Bei allen Übungen legt Lobedank großen Wert auf die technisch saubere Ausführung.

Besonders anfällig für Überlastungsschäden ist bei Handballern die Schulter. Deshalb nehmen diese Übungen in der Einheit einen großen Raum ein. Kommt der Handball mit ins Spiel, werden zudem die so wichtigen koordinativen Fähigkeiten geschult. Die Kunst ist dabei stets, mit dem Körper stabil zu bleiben.

Nach einer Dreiviertelstunde, vollgepackt mit Balance-, Kräftigungs- und Sprungübungen, packt Max Häfner seine Tasche und macht sich auf ins Mannschaftstraining des Erstligisten. Das Aufwärmprogramm kann er sich sparen. „Es hat großen Spaß gemacht“, sagt er. „Und es war teilweise anstrengend – auch für mich.“ Die Übungen seien perfekt für jeden, der sich zu Hause vorbereiten wolle. „Toll ist, man braucht nicht viel Equipment.“

Groß sind in diesen entbehrungsreichen Zeiten die Entzugserscheinungen bei Sportlern. Auch die Handballer können es kaum abwarten, bis die Hallen endlich wieder aufgeschlossen werden. Angesichts der Corona-Lage kann das allerdings noch eine ganze Weile dauern. Bis dahin gilt’s, sich optimal auf den Re-Start und die damit nach der langen Pause verbundenen Überlastungen vorzubereiten – zum Beispiel mit gezielten Übungen, die Ex-Profi und AOK-Fachkraft Felix Lobedank und Max Häfner, Spielmacher

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