TVB Stuttgart

Wird Michael Schweikardt zur Dauerlösung beim TVB Stuttgart?

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Michael Schweikardt gibt beim TVB bis zum Saisonende die Kommandos. Foto: Jens Körner © Jens Körner

Es ist keine große Überraschung mehr: Der Handball-Erstligist TVB Stuttgart hat Michael Schweikardt vom Interimstrainer zum Chef-Trainer befördert. Bis zum Saisonende wird der 39-Jährige die sportliche Verantwortung tragen. Mindestens. „Wir streben nach Kontinuität“, sagte der TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt und Bruder des neuen Trainers bei der virtuellen Pressekonferenz am Montag. Sprich: Sollte sich Michael Schweikardt bewähren, gilt er als heißer Trainerkandidat über diese Spielzeit hinaus.

Mannschaft ist anders aufgetreten

Die beiden Heimsiege gegen den TBV Lemgo und den Bergischen HC brachten nicht nur die ersten Punkte aufs Konto des mit 0:10 Zählern gestarteten TVB Stuttgart. Sie nährten offensichtlich auch das Vertrauen der Entscheidungsträger in die Arbeit des Aushilfstrainers Michael Schweikardt, der am 25. September für den entlassenen Roi Sánchez einsprang. „Die Mannschaft ist unter Michaels Leitung anders aufgetreten“, so Christian May, Sprecher der Gesellschafter, bei der Pressekonferenz. Nach vielen Gesprächen und Abwägungen sei die Gesellschafterversammlung zu der Entscheidung gekommen, dass es für die Mannschaft und den Verein die beste Lösung sei, mit Michael Schweikardt weiterzumachen.

So sieht’s auch sein Bruder, der TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt. „Michael hat das bisher sehr, sehr gut gemacht“, sagte er. Deshalb sei auch schnell klar gewesen, dass der Interimstrainer ein Kandidat war, den Job bis zum Ende der Saison zu übernehmen. „Wir haben ein Trainer-Profil erstellt und Michael mit den anderen Kandidaten gemessen.“ Am Ende sei die Entscheidung in der Gesellschafterversammlung recht eindeutig ausgefallen.

Der Markt ist rar

Für Michael Schweikardt habe gesprochen, dass er nah an der Mannschaft dran sei und an der Zusammenstellung des Kaders beteiligt gewesen sei. So sei keine lange Kennenlernphase vonnöten. „Außerdem ist der Markt an Trainern mit Bundesligaerfahrung sehr, sehr rar“, so der Geschäftsführer. „Es gab wenige Kandidaten, die das Profil erfüllten.“ Als Trainer verfüge sein Bruder zwar auch nicht über Erstligaerfahrung. Doch aus seiner 20-jährigen Karriere als Spieler kenne er die Mannschaften und die Gegebenheiten der Liga bestens. „Wir haben auch ein bisschen in den TVB hineingehört, nach den jüngsten Auftritten war von der Mannschaft und den Fans eine breite Rückendeckung zu spüren.“

Darüber und über das Vertrauen der Gesellschafter freut sich der Auserwählte. Natürlich sei’s für ihn Neuland gewesen, mit Bundesligaspielern zusammenzuarbeiten, sagte Michael Schweikardt. „Aber es hat sich gut angefühlt, es hat mir Spaß bereitet.“ Deshalb habe er seine Bereitschaft signalisiert, die Aufgabe über die drei Spiele hinaus zu übernehmen. „Ich weiß, dass es nicht einfach wird, aber ich freue mich darauf.“

Mit Erwartungshaltungen oder Druck habe er sich nicht auseinandergesetzt. „Ich wollte Erfolg haben in den ersten drei Spielen, dasselbe werde ich jetzt mittelfristig auch versuchen.“ Mindestens bis zum Saisonende – und möglicherweise auch darüber hinaus?

Volles Vertrauen in Michael Schweikardt

„Wenn wir uns es nicht vorstellen könnten, mit Michael längerfristig zusammenzuarbeiten, dann wäre das jetzt keine richtige Entscheidung gewesen“, so Jürgen Schweikardt. Natürlich strebe der TVB nach Kontinuität. „Die wollten wir mit Roi, und wir können uns das auch gut mit Michael vorstellen. Trotzdem werde ich meine Arbeit weitermachen und schauen, wie sich die Sache entwickelt und welche Alternativen es für die nächste Saison noch gibt.“ Es sei aber sinnlos, dieses Thema alle zwei Wochen aufzuwärmen. Vor Januar werde sich nichts tun. „Unser volles Vertrauen liegt jetzt in Michael.“

Bleibt nur noch die Frage zu klären, wie es um die Streitkultur der Schweikardt-Brüder gestellt ist. „Ich weiß, dass diese Frage aufkommen wird“, sagte Michael Schweikardt. Er sei jetzt als Profi-Trainer hier und versuche, seinen Job so gut wie möglich zu erledigen. Und wenn der Geschäftsführer mit einem Thema bei ihm vorstellig werde, was natürlich sein gutes Recht sei, könne es schon mal zu Meinungsverschiedenheiten kommen. Es spiele keine Rolle, dass Jürgen sein Bruder sei. Auch der Geschäftsführer sieht kein Problem in der neuen Konstellation. „Wir haben ja schon eine gewisse Erfahrung damit“, so Jürgen Schweikardt. Als Brüder hätten sie gemeinsam in einer Mannschaft gespielt, als Cheftrainer sei er Michaels Trainer gewesen. „Das Streitpotenzial hält sich in Grenzen. Ich glaube, das ist eher positiv. Wir diskutieren ehrlich und ohne Visier.“

Es ist keine große Überraschung mehr: Der Handball-Erstligist TVB Stuttgart hat Michael Schweikardt vom Interimstrainer zum Chef-Trainer befördert. Bis zum Saisonende wird der 39-Jährige die sportliche Verantwortung tragen. Mindestens. „Wir streben nach Kontinuität“, sagte der TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt und Bruder des neuen Trainers bei der virtuellen Pressekonferenz am Montag. Sprich: Sollte sich Michael Schweikardt bewähren, gilt er als heißer Trainerkandidat über diese

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