Hohe Gaspreise

Lohnt jetzt ein Heizungstausch?

Pellets sind eine Alternative zum Gas.
Pellets sind eine Alternative zum Gas. © dpa-tmn/Andrea Warnecke

Die Sorge vor steigenden Gaspreisen treibt die Nachfrage nach alternativen Heizarten. „Statistisch können wir eine Bewegung in der kurzen Zeit natürlich nicht messen“, sagt Wolfgang Becker Hauptgeschäftsführer des Fachverbands Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg unserer Zeitung, „aber unsere Mitglieder berichten uns schon von erhöhten Anfragen – das geht bis dahin, dass Kunden ihre fünf Jahre alte Gasheizung schon wieder rausreißen wollen.“ Er warnt davor, solche Entscheidungen übers Knie zu brechen.

Der Ukraine-Krieg und die öffentliche Diskussion um Energiepreise habe die Sensibilität der Bürger hinsichtlich der weiteren Preisentwicklung erhöht. Aus den Zahlen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ( BAFA), das für die Förderung von energetischen Sanierungen zuständig ist, lasse sich herauslesen, dass vor allem die Nachfrage nach Wärmepumpen dominiert. Auch Pelletheizung würden nachgefragt. Das gleiche gelte für Photovoltaik, obwohl sich damit alleine sich in der Regel kein Haus beheizen lasse.

Welche Heizart ist in Zukunft die Beste?

„Grundsätzlich erleben wir mehr, dass die Kunden wissen wollen, was die zukunftssichere Heizungsart ist, aber angesichts der großen Dynamik ist das nicht so einfach“, sagt Becker. Neben den politischen Rahmenbedingungen komme es auf die Situation vor Ort und auf den Finanzrahmen des Kunden an. Er rät dazu, die Ruhe zu bewahren. Die Handwerksbetriebe seien ohnehin gut ausgelastet und aufgrund der Materialsituation sei der Heizungstausch kein Projekt, das derzeit in vier Wochen abgeschlossen werde. „Das sollte man schon einen Horizont von sechs Monaten bis zu einem Jahr einplanen.“

Lesen Sie aus unserem Angebot: Sind Wärmepumpen die Lösung?

Bei der Frage der richtigen Heizung spiele eine Vielzahl von Faktoren eine Rolle. Da gehe es um Fragen wie: Ist das Gebäude gedämmt? Gibt es Flächenheizungen wie Fußbodenheizung, kleine oder große Heizkörper? Handelt es sich um eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus oder um ein freistehendes Einfamilienhaus? Gibt es Platz für einen Pufferspeicher oder einen Pelletvorrat. Gibt es eine sonnige Dachfläche für eine Solaranlage? Wie groß ist der Platz zu den Nachbargebäuden? „Und neben den technischen Fragen ist auch die wirtschaftliche Situation des Kunden wichtig.“ Muss es schnell gehen und soll es billig sein? Oder ist der Kunde bereit und hat die finanziellen Mittel, dass sich seine etwas höhere Investition langfristig rechnet?

Langfristige Perspektive entscheidet

„Die aktuelle kriegsgetriebene Entwicklung würde ich nicht zur Grundlage einer Entscheidung machen, das kann sich in einem Jahr wieder komplett geändert haben“, sagt Becker. Entscheidend sei die perspektivische Entwicklung. Politischer Wille sei nun einmal, fossile Brennstoffe wie Öl und Gas mit Hilfe der CO2-Abgabe zu verteuern.

Lesen Sie aus unserem Angebot: Wie klimafreundliche sind Pellet-Heizungen?

Die Sorge vor steigenden Gaspreisen treibt die Nachfrage nach alternativen Heizarten. „Statistisch können wir eine Bewegung in der kurzen Zeit natürlich nicht messen“, sagt Wolfgang Becker Hauptgeschäftsführer des Fachverbands Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg unserer Zeitung, „aber unsere Mitglieder berichten uns schon von erhöhten Anfragen – das geht bis dahin, dass Kunden ihre fünf Jahre alte Gasheizung schon wieder rausreißen wollen.“ Er warnt davor, solche Entscheidungen übers

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