Ukraine

„Schritt Richtung Armageddon“: Russen-Propagandist Dugin droht öffentlich Putin

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Alexander Dugin findet deutliche Worte in Richtung Wladimir Putin. © IMAGO IMAGES/RUSSIAN LOOK

Eigentlich durfte sich Wladimir Putin auf die Unterstützung des bekannten russichen Ultra-Nartionalisten Alexander Dugin verlassen - bis jetzt.

Die Luft für Russland-Präsident Wladimir Putin wird offenbar dünner im eigenen Land. Putin, der durch den Angriffskrieg auf die Ukraine noch mehr Sympathien bei den Ultra-Nationalisten gewinnen konnte, erntet aktuell von höchster Stelle massive Kritik und Drohungen. Gemeint ist Alexander Dugin, seines Zeichens Propagandist und Kriegsverherrlicher. Der Grund: der Rückzug aus Cherson.

Dugins dramatischer Appell an Russland

Cherson wurde aufgegeben, die Hauptstadt einer russischen Oblast“, schreibt Dugin in seiner neuen Publikation. „Wenn das Euch egal ist, dann seid Ihr nicht russisch. (...) Wenn es Euch nicht weh tut, dann seid Ihr nichts.“ Die Staatsmacht sei dafür verantwortlich - gemeint ist Putin. „Wir geben dem Herrscher die absolute Machtfülle, und er rettet uns – das Volk, den Staat, die Menschen – in einem kritischen Moment“, betont der Propagandist.

In seiner Publikation führt er auch unverhohlen Drohungen in Richtung Kreml aus. Solange Putin das Volk retten würde, sei alles in bester Ordnung. Ist dies nicht der Fall, dann erwarte „ihn das Schicksal des Regen-Zars“. Heißt: Putin soll bei weiteren Misserfolgen wie der Zar im Werk „Das goldene Zweig“ getötet werden. „Die absolute Machtfülle im Erfolgsfall, aber auch die absolute Verantwortung für die Niederlage.“

Dugin fordert offensichtlich Regimewechsel

Mit einem Paukenschlag beendet Dugin seinen Artikel. Der Krieg müsse vollumfänglich zu Putins Volkskrieg werden. „Und genau so völkisch – russisch! – muss auch der Staat werden. Und nicht so, wie er jetzt ist“, führt Dugin weiter aus. Öffentlich fordert der 60-Jährige bereits jetzt also einen Regimewechsel.

Welchen Einfluss Dugin in Russland hat, zeigen die EU-Sanktionen gegen ihn. Zur Begründung heißt es: „Dugin hat die Annexion der Krim und den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ideologisch und theologisch gerechtfertigt und betrachtet sie als „Befreiung“ der Ukraine vom Einfluss des Westens.“

Dugins Tochter Darja, die auch für russische Staatsmedien arbeitete, galt als glühende Unterstützerin des Kriegs gegen die Ukraine. Sie wurde bei einer Autoexplosion getötet. Daraufhin nutzte Alexander Dugin den Tod seiner Tochter für weitere Propaganda-Mittel. Er hatte die Russen aufgerufen, im Sinne seiner rechtsnationalistischen und imperialistischen Ideologie zu kämpfen. „Unsere Herzen dürstet es nicht einfach nach Rache oder Vergeltung. Das wäre zu klein, nicht russisch“, ließ Dugin damals über seinen Vertrauten, den Oligarchen Konstantin Malofejew, auf Telegram ausrichten. „Wir brauchen nur unseren Sieg. Auf dessen Altar hat meine Tochter ihr mädchenhaftes Leben gelegt. Also siegt bitte!“

Eine entsprechende Niederlage, wie der Cherson-Rückzug, nimmt Dugin also als persönlichen Affront auf. Putin hat bisher nicht auf die Drohungen seines Verbündeten reagiert.

Eigentlich durfte sich Wladimir Putin auf die Unterstützung des bekannten russichen Ultra-Nartionalisten Alexander Dugin verlassen - bis jetzt.

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Die Luft für Russland-Präsident Wladimir Putin wird offenbar dünner im eigenen Land. Putin, der durch den Angriffskrieg auf die Ukraine noch mehr Sympathien bei den Ultra-Nationalisten gewinnen konnte, erntet aktuell von höchster Stelle massive Kritik und Drohungen. Gemeint ist Alexander Dugin, seines Zeichens Propagandist und

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