Ukraine

„Stadt des Todes“: So lange soll der Wiederaufbau von Cherson dauern

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Russische Soldaten haben Cherson vermimt. © IMAGO IMAGES/SNA

Cherson ist wieder unter ukrainischer Kontrolle. Doch sicher ist die Stadt in der Ukraine noch lange nicht, denn russische Soldaten haben das Gebiet vermimt. So viel Zeit könnte es brauchen, bis die Stadt wieder sicher ist.

In einer Videoansprache am Samstagabend hat Präsident Wolodymyr Selenskyj verkündigt, dass „fast 2000 explosive Gegenstände [im Gebiet Cherson] entdeckt wurden“, darunter Minen und Sprengfallen. Es ist demnach noch ein langer Weg, bis das Gebiet frei von Sprengkörpern ist.

Jetzt schon Berichte über Unfälle

Schon wenige Tage nach der Befreiung häufen sich Berichte über Minenunfälle. Die britische Zeitung „The Guardian“ berichtete beispielsweise von Eisenbahnarbeitern, die in Cherson die Schienen reparieren sollten. Ihr Fahrzeug wurde von einer Panzermine getroffen, ein Arbeiter verlor sein Bein und auch die anderen Arbeiter mussten im Krankenhaus versorgt werden. Eine Familie wurde ebenfalls von einer Mine getroffen, dabei verletzte die Explosion das elfjähriges Kind.

Warnung von der Ukraine schon vor der Befreiung

Bereits vor der Befreiung von Cherson warnten ukrainische Behörden davor, dass die Russen Cherson in eine „Stadt des Todes“ verwandeln würden. „Da die russischen Truppen ihren Rückzug planten, hatten sie mehr Zeit, um die Stadt zu verminen“, erzählte Tymur Pistriuha, Leiter des ukrainischen Minenräumer-Verbands „The Guardian“.

Der ukrainische Soldat, Oleksandr Valeriiovych, erzählte der Zeitung, dass „die Russen alles verminten, was sie konnten. Die ganze Zeit finden wir Minen. So etwas habe ich noch nie gesehen.“

Räumung der Minen könnte Jahre dauern

Bereits vor dem russischen Angriff war der Osten der Ukraine vermeint. Die Ukraine lag auf dem fünften Platz der meisten tödlichen Minenunglücke und in den Top drei der Antifahrzeugminen-Unfälle.

„The Guardian“ berichtet, dass Minenräumer vor Ort davon ausgehen, dass es mindestens ein Jahrzehnt dauere, bis die Gefahr gebannt sei. Das Problem beschränkt sich nicht nur auf Cherson. In vielen Regionen setzen sie russische Soldaten ein. „Die Bedrohung ist allgegenwärtig und tödlich“, berichtet Mairi Cunningham aus der ukrainischen Stadt Browary der „Deutschen Welle“. Cunningham leitet das Ukraine-Programm des Halo Trust, der weltgrößten Hilfsorganisation zur Räumung von Landminen. 

Gefahr auch für andere Länder

Die Gefahr der Minen begrenzt sich nicht nur auf die Ukraine. Auch im Schwarzen Meer sollen sich Minen befinden, was eine Gefahr für andere Länder am Schwarzen Meer birgt. Nach „The Guardian“-Angaben warnen bulgarische Behörden die Bevölkerung nahe des Meers vor Minen. Zwei Minen sollen außerdem auch an die türkische Küste gespült worden sein.

Cherson ist wieder unter ukrainischer Kontrolle. Doch sicher ist die Stadt in der Ukraine noch lange nicht, denn russische Soldaten haben das Gebiet vermimt. So viel Zeit könnte es brauchen, bis die Stadt wieder sicher ist.

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In einer Videoansprache am Samstagabend hat Präsident Wolodymyr Selenskyj verkündigt, dass „fast 2000 explosive Gegenstände [im Gebiet Cherson] entdeckt wurden“, darunter Minen und Sprengfallen. Es ist demnach noch ein langer Weg, bis das Gebiet frei von

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