Nach Militärputsch

UN: Myanmar-Proteste stellen Militär vor Schwierigkeiten

Nach dem Militärputsch in Myanmar
Anti-Putsch-Demonstranten zeigen während eines Protests in Rangun gegen die Militärregierung den Drei-Finger-Gruß als Zeichen des Protests. Foto: Uncredited/AP/dpa © Uncredited

New York (dpa) - Die Kundgebungen für Demokratie und gegen die Militärherrschaft nach dem Putsch in Myanmar haben die Bevölkerung nach Einschätzung der UN in beispielloser Weise vereint.

«Diese starke Einheit hat dem Militär unerwartete Schwierigkeiten bereitet, die Macht zu festigen», sagte die UN-Sondergesandte für Myanmar, Christine Schraner Burgener, am Freitag zum Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York. Unter diesen Umständen werde die neue Regierung nicht zu einer geordneten Führung des Landes übergehen können. Schraner Burgeners Rede bei der Sitzung hinter verschlossenen Türen liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Unterdessen verschlechtere sich die Lage im Land in allen Bereichen zusehens, so die Sondergesandte. Die UN schätzen, dass die Gewalteskalation in Myanmar zu 20.000 Vertriebenen im Land und knapp 10.000 in die Nachbarländer Geflüchteten geführt hat. Armut und Covid-19 breiteten sich aus - etwa 3,4 Millionen Menschen könnten laut UN unter Hunger leiden.

Seit dem Umsturz Anfang Februar geht das Militär mit brutaler Härte gegen den immensen Widerstand aus der Bevölkerung vor. Auch friedliche Demonstrationen werden immer wieder blutig niedergeschlagen. Nach Schätzungen von Gefangenenhilfsorganisationen sind mindestens 755 Menschen getötet worden, fast 4500 sitzen derzeit in Haft. Auch von schwerer Folter ist immer wieder die Rede.

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