VfB Stuttgart

Verein informiert Mitglieder: So läuft die Aufklärung der Daten-Affäre beim VfB

VfB Symbolbild Fahnen Flagge
Symbolbild. © ZVW/Simeon Kramer

In der Affäre um die mutmaßliche Weitergabe von Mitgliederdaten im Rahmen der Ausgliederung im Jahr 2017 hat der VfB Stuttgart seine Mitglieder am Dienstagnachmittag (13.10.) per Mail über den aktuellen Stand informiert. Es geht vor allem um den externen Dienstleister sowie den von VfB-Präsident Claus Vogt einberufenen Lenkungsausschuss.

VfB beauftragt Berliner Kanzlei Esecon

Wie es sich schon in den vergangenen Tagen durch übereinstimmende Medienberichte herauskristallisiert hatte, haben die Schwaben die Berliner Kanzlei Esecon Legal Services GmbH mit der Aufklärung der Daten-Affäre beauftragt. Bei der Auswahl waren Unabhängigkeit und Transparenz die wesentlichen Kriterien, so der Verein.

Der Auftrag sollte daher an eine Kanzlei vergeben werden, die weder aus dem Stuttgarter Raum stammt noch in Verbindung zum VfB oder seiner Mitgesellschafter steht. Der Bundesligist hätte sich unter anderem aufgrund einer Empfehlung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für die Esecon GmbH entschieden, heißt es in der Mitteilung.

Schon vor der offiziellen Bekanntgabe wurden kritische Stimmen angesichts der sich anbahnenden Zusammenarbeit mit der Berliner Kanzlei laut. Das Beratungsunternehmen hat bereits den DFB bei den Untersuchungen rund um die Geschäftsbeziehung zum Sportvermarkter Infront unterstützt und dabei laut der Süddeutschen Zeitung nicht immer ein gutes Bild abgegeben.

Weder Claudia Maintok noch Rainer Wenninger im Lenkungsausschuss

Doch nicht nur Zusammenarbeit mit der Esecon GmbH, auch die Wahl der Mitglieder in den von VfB-Präsident Claus Vogt initiierten Lenkungsausschuss wurden im Vorfeld kritisch beäugt. Für die sogenannte Koordinierungsgruppe, bestehend aus Vertretern aller VfB-Gremien, hatte der Vereinsbeirat des e.V. anfänglich Claudia Maintok und Rainer Wenninger vorgesehen.

Vor allem die Entsendung von Claudia Maintok ins Team der Aufklärer wurde teilweise heftig kritisiert, da sich die stellvertretende Vorsitzende des Vereinsbeirats auf der Mitgliederversammlung im Sommer 2019 noch klar für eine Fortführung der Amtszeit von Wolfgang Dietrich ausgesprochen hatte.

Nun verkündete der Verein, dass weder Maintok noch Wenninger den Vereinsbeirat vertreten sollen – sondern Marc Nicolai Schlecht. Der Lenkungsausschuss wird komplettiert durch den Präsidenten und Aufsichtsratsvorsitzenden Claus Vogt, Vorstandsvorsitzenden Thomas Hitzlsperger sowie Rainer Adrion, Aufsichtsrat der AG.

VfB bittet die Mitglieder um Verständnis

Bis der Verein eine belastbare Bewertung der Geschehnisse rund um die Ausgliederung im Jahr 2017 vornehmen kann, bittet er die Mitglieder um Verständnis und Geduld. Um eine ungehinderte Aufklärung zu ermöglichen, sollen keine Zwischenstände der Ermittlungen bekanntgegeben werden.