VfB Stuttgart

Verletzungen treffen den VfB doppelt hart

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Markus Weinzierl: "In dieser Saison werden viele Spiele über die Bank entschieden, aber wir sind für so was viel zu dünn besetzt."  © ZVW/Danny Galm

Stuttgart.
Das nennt man dann wohl ein glückliches Händchen: Gladbachs Trainer Dieter Hecking wechselte am Sonntagabend im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart in der 62. Minute gleich doppelt. Der Brasilianer Raffael und Youngster Florian Neuhaus kamen auf den Platz - und nur wenige Minuten später stand es 2:0 für die Borussia. Die Torschützen: einmal Raffael, einmal Neuhaus. 

"Wir sind für so was viel zu dünn besetzt" 

"In dieser Saison werden viele Spiele über die Bank entschieden", sagte VfB-Trainer Weinzierl nach dem Spiel zerknirscht über die beiden Gladbacher Joker-Tore, "aber wir sind für so was viel zu dünn besetzt." Hier hat der Cheftrainer eine andere Meinung wie Sportvorstand Michael Reschke, der auch in Stuttgart die Devise vertritt: „Die maximale Kadergröße sollte 25 Spieler nie überschreiten.“

Inklusive der drei Torhüter umfasst der Kader des VfB Stuttgart aktuell 26 Mann. Zwei A-Junioren wurden im Laufe der Hinrunde zu den Profis befördert. Das ist im Vergleich mit den anderen Bundesligisten (siehe Infobox) ein relativ kleiner Kader. Lediglich die Bayern (24) und Leipzig (24) haben noch weniger Spieler in ihrem Aufgebot. Die Spitzenreiter der Liga sind in dieser Hinsicht Frankfurt (36), Berlin (35) und Bremen (33). 

Aktuell fehlen Markus Weinzierl gleich acht Spieler: Alexander Meyer (Kreuzbandverletzung), Benjamin Pavard (Muskelbündelriss), Holger Badstuber (Wadenprobleme), Borna Sosa (Schambeinprellung), Dennis Aogo (Wadenverhärtung), Pablo Maffeo (Sprunggelenksverletzung), Andreas Beck (Knieprobleme), Berkay Özcan (Syndesmosebandriss).

„Stuttgart geht am Stock!“ schlagzeilte die Bild-Zeitung am Dienstag. Die ohnehin dünn besetzten Stuttgarter trifft die aktuelle Verletzten-Misere doppelt hart. Reschkes Konzept vom kleinen Kader wird so zum Nachteil.

Weinzierl muss improvisieren

Im kommenden Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin fehlt zu allem Übel auch noch Erik Thommy, der sich im Gladbacher Borussia-Park eine Gelb-Rote Karte abholte. "Bauchschmerzen" bereitet die angespannte Personalsituation Sportvorstand Michael Reschke. Dennoch gibt sich der 61-jährige Rheinländer optimistisch: "Die Lage bleibt herausfordernd, mit solchen Rückschlägen müssen wir klarkommen."

Bis zur Winterpause stehen für den VfB noch drei Spiele auf dem Programm. Dann wollen sich die Stuttgarter neu sammeln und auch personell noch einmal nachlegen. Aber zunächst einmal müssen die Stuttgarter den Jahresendspurt bewältigen. "Wir müssen jetzt regenerieren und uns viele Gedanken machen, wer fit ist und auf welcher Position spielen kann", sagt Markus Weinzierl, "das wird eine ganz wichtige und entscheidende englische Woche. Da müssen wir uns trotz aller Widrigkeiten wehren.“

Fest steht auf jeden Fall: Weinzierl wird improvisieren müssen. 


So groß sind die Kader der anderen Bundesligisten:

  • Eintracht Frankfurt: 36
  • Hertha BSC Berlin: 35
  • SV Werder Bremen: 33
  • FC Augsburg: 32
  • VfL Wolfsburg: 31
  • 1. FSV Mainz 05: 31
  • TSG 1899 Hoffenheim: 30
  • Borussia Mönchengladbach: 30
  • Fortuna Düsseldorf: 30
  • Borussia Dortmund: 29
  • FC Schalke 04: 29
  • SC Freiburg: 29
  • 1. FC Nürnberg: 28
  • Bayer Leverkusen: 26
  • VfB Stuttgart: 26
  • Hannover 96: 26
  • FC Bayern München: 24
  • RB Leipzig: 24 

(Quelle: Transfermarkt.de)