VfB Stuttgart

VfB-Coach Markus Weinzierl unter Druck

VfB Stuttgart - RB Leipzig 1:3_5
Ein kurzer Hoffnungsschimmer: Steven Zuber traf gegen RB Leipzig zum zwischenzeitlichen 1:1. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie vom Spiel. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart. Für Markus Weinzierl geht es auch im Spiel bei Werder Bremen um seinen Job als Trainer des abstiegsgefährdeten VfB Stuttgart. Er hofft, dass sich der leichte Aufwärtstrend vom 1:3 gegen Leipzig im Weser-Stadion fortsetzt. Falls nicht, könnte es eng für ihn werden.

Markus Weinzierl ist auch unter größtem Druck der Humor nicht abhanden gekommen. Auf die Frage, ob die Partie des abstiegsgefährdeten Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart bei Werder Bremen für ihn ein weiteres Endspiel um seinen Job sei, sagte er am Mittwoch: "Was habe ich Ihnen denn letzte Woche auf so eine Frage geantwortet? Wissen Sie das noch?" Dann lächelte er vergnügt und fügte an: "Was sagt man in so einem Fall als Trainer?"

"Wenn wir so auftreten wie in Leipzig, dann hoffe ich, dass wir etwas mitnehmen"

Statt zu verkrampfen, spielte der Coach mit der Situation und antwortete dann doch selbst auf seine Frage. Und sagte, was man in so einer Situation eben sagt: Dass es nicht um ihn gehe, sondern um den Verein. Und dass er seine Mannschaft vorbereiten und ihr einen Plan mitgeben werde. Dann werde man sehen.

So ähnlich hatte sich Weinzierl eben schon vor dem 1:3 gegen den Champions-League-Aspiraten RB Leipzig ausgedrückt. Auch vergangene Woche war es darum gegangen, ob er nach der Partie seinen Job verliert - so wie zuvor der Sportvorstand Michael Reschke. Die Mannschaft kassierte dann zwar die elfte Niederlage im 15. Bundesligaspiel unter Weinzierl, im Unterschied zu den ernüchternden Auftritten zuvor zeigte sie aber zumindest mehr Einsatz und Engagement. Weshalb Weinzierl vorerst weitermachen darf. Doch auch jetzt vor der Partie in Bremen am Freitag (20.30 Uhr / ZVW-Liveticker) lautet die Frage wieder: Darf er bleiben oder muss er gehen?

Eine deutliche Niederlage im Weser-Stadion könnte für den 44-Jährigen das Aus bedeuten - auf eine langfristige Jobgarantie wollte sich Reschkes Nachfolger Thomas Hitzlsperger bisher nicht einlassen. Doch Weinzierl setzt darauf, dass sich der leichte Aufwärtstrend fortsetzt. "Wenn wir so auftreten wie in Leipzig, dann hoffe ich, dass wir etwas mitnehmen", sagte er.

Der VfB seit mehr zwölf Jahren ohne Sieg in Bremen

Immerhin stehen dem Trainer bis auf den rotgesperrten Stürmer Nicolas Gonzalez und den Innenverteidiger Timo Baumgartl, der weiter unter den Folgen einer Gehirnerschütterung leidet, alle Spieler zur Verfügung. Auch Mittelfeldspieler Dennis Aogo ist nach Wadenproblemen wieder fit. In Bremen gewonnen hat der VfB allerdings seit mehr als zwölf Jahren nicht mehr - zuletzt im September 2006 (3:2).

Von den Werder-Auftritten in dieser Saison ist Weinzierl sehr angetan. "Das wird ein richtig schweres Brett für uns", betonte er und hob neben der individuellen Qualität des Europa-League-Kandidaten besonders hervor, dass Trainer Florian Kohfeldt und Manager Frank Baumann "mit einer Sprache sprechen. Ich glaube, das ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein Verein erfolgreich sein kann."

Nach all dem Durcheinander beim VfB in den vergangenen Jahren, den ständigen Personalwechseln und den glücklosen Millionen-Transfers unter Reschke klangen Weinzierls Worte fast so, als würde er seinem Arbeitgeber das Bremer Modell als Zukunftsrezept empfehlen.


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