VfB Stuttgart

VfB-Fans beteiligen sich an Stimmungsboykott

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In der ersten Halbzeit schwieg die Cannstatter Kurve. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart. 45 Minuten lang Stille: Auch die Fans des VfB Stuttgart haben sich im Heimspiel ihrer Mannschaft gegen den FC Augsburg an einem bundesweiten Stimmungsboykott beteiligt. In der ersten Halbzeit schwiegen die Anhänger, um gegen fanunfreundliche Anstoßzeiten und die immer weiter voranschreitende Kommerzialisierung des Fußballs zu protestieren. 

Die Bundesliga-Clubs haben sich vor eineinhalb Wochen auf eine Abschaffung der ungeliebten Montagsspiele geeinigt - und dennoch protestieren die Fans an diesem Wochenende in vielen Stadien in der Republik. Der Protest am 13. Spieltag, an dem mit der Partie des 1. FC Nürnberg gegen Bayer Leverkusen das erste Bundesliga-Montagsspiel der laufenden Saison stattfindet, richtet sich gegen Montagsspiele in allen Ligen. 

Vergangene Aktionen seien nur so öffentlichkeitswirksam gewesen, weil sie auch von den unteren Spielklassen mitgetragen wurden, heißt es in einem Statement, das von zahlreichen Fanszenen quer durch die Ligen veröffentlicht wurde. Solidarität lautet das Motto. Die Fans der Erstligisten wollen sich weiter auch für die anderen Ligen einsetzen: "Holen wir uns den Fußball zurück – von der ersten bis zur letzten Liga!" 

"Selbstverständlich fällt es niemandem leicht, die eigene Mannschaft in dieser Zeit nicht zu unterstützen. Allerdings besteht die riesige Chance auf entscheidende Veränderungen, die den Fußball endlich wieder in eine positive Richtung lenken würden", verkündete die größte Stuttgarter Ultragruppierung, das "Commando Cannstatt 97", im Vorfeld der Partie auf ihrer Homepage.

Für den Protest gebe es "gute Gründe", meinte VfB-Trainer Markus Weinzierl auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Gleichzeitig machte er aber auch deutlich, dass ihm der Stimmungsboykott in einem Heimspiel gar nicht passt. "Aber es wird nichts bringen, wenn ich die Fans bitte, dass sie das bitte sein lassen sollen."