VfB Stuttgart

VfB-Sportdirektor Sven Mislintat: "Wir sind erneut in der Rolle des Jägers"

VfB-Heimspiel gegen Dynamo Dresden_03.11.2019_0
VfB-Sportdirektor Sven Mislintat. © ZVW/Benjamin Büttner

Am Sonntagnachmittag musste der VfB Stuttgart den nächsten herben Rückschlag im Aufstiegskampf hinnehmen. Nach der bitteren 1:2-Niederlage beim Karlsruher SC finden sich die Schwaben auf dem dritten Tabellenplatz wieder, einen Punkt hinter dem Hamburger SV und dem direkten Aufstiegsplatz in die Bundesliga. Am Abend nach dem Spiel musste VfB-Sportdirektor Sven Mislintat im SWR-Fernsehen zur Lage der Stuttgarter Rede und Antwort stehen. Wir haben seine Aussagen zusammengefasst.

Der direkte Aufstieg ist immer noch möglich

"In den letzten Wochen ging es immer rauf und runter, jeder hatte mal den Vorsprung und hat ihn wieder verspielt. Der Dreikampf bleibt intensiv und wir sind erneut in der Rolle das Jägers - aber auch mit einem bärenstarken Heidenheim dahinter", so Mislintat. "Wir sind Dritter und haben es in der eigenen Hand, mindestens über die Relegation unser Ziel zu erreichen."

Für den Sportdirektor gehe es vor allem darum, das Ziel Wiedraufstieg komplett fokussiert anzugehen und die nächsten drei Spiele so erfolgreich wie möglich zu gestalten. Für ihn persönlich heißt das, "weiterzumachen, Vollgas zu geben, mit dieser Mentalität, Intensität und Energie die Aufgabe anzunehmen". Dann könne man vielleicht den zweiten Platz vom HSV zurückerobern.

Das Problem mit den "Kleinen"

Diese Statistik ist wenig meisterlich: Gegen die vermeintlich kleinen Teams der Liga - Kiel, Wehen und Osnabrück - holten die Schwaben lediglich einen von 18 möglichen Punkten. Für Mislintat eine Frage des Blickwinkels: "Jedes Spiel hat seine eigene Geschichte. Wir spielen Kiel zweimal in Unterzahl, kommen zum Ausgleich zurück und schießen fast noch das 3:3." Trotzdem habe es auch Spiele gegeben, die man völlig verdient verloren habe. "Unterm Strich sind aber neun Niederlagen zu viel, das genügt unseren Ansprüchen nicht. Das bedeutet, wir müssen besser, genauer und noch zielgerichteter arbeiten."

Druck im Aufstiegskampf: "Das Trikot ist schwer"

Den großen Nachteil der Aufstiegsfavoriten aus Hamburg und Stuttgart sieht Sven Mislintat im Druck, der auf dem VfB und dem HSV lastet. Beide Teams "können nur verlieren". Diesen Druck müsse man vernünftig kanalisieren. "Es geht manchmal in Richtung Angst, etwas zu verlieren", so der ehemalige Chefscout vom FC Arsenal. Umso wichtiger sei es, aus dem Druck Energie zu schöpfen und sich klar zu machen, "wer wir sind und was wir sein wollen."

In den kommenden Tagen wolle man an den guten Themen arbeiten, aber auch an den Punkten, die man verbessern müsse. "Das Trikot ist schwer - und wir müssen das tragen." Man müsse wieder zu einem "Wir-Gefühl" kommen und gemeinsam am Ziel Wiederaufstieg arbeiten.

Jobgarantie für Matarazzo - auch bei Nicht-Aufstieg

Ganz klar äußerte sich der Sportdirektor zur Zukunft des VfB-Trainers Pellegrino Matarazzo. Auf die Frage des SWR-Moderators Lennert Brinkhoff, ob Matarazzo auch im Falle des Nicht-Aufstiegs weiter an der Seitenlinie stehe, antwortete Mislintat: "Klares Ja!". Man habe den Vertrag mit dem 42-Jährigen nicht umsonst vorzeitig verlängert, Matarazzo habe sich dieser Vertrauen "mit seiner Art und Weise, wie er den Club, seine Mannschaft führt, wie akribisch und fleißig er ist", erarbeitet.