VfB Stuttgart

Abschied des "stillen Leaders": Letztes VfB-Spiel für Kapitän Gonzalo Castro

Kopie von Kopie von Gonzalo Castro
Wird den VfB Stuttgart gegen Arminia Bielefeld ein letztes Mal als Kapitän auf den Platz führen: Mittelfeldspieler Gonzalo Castro. © ZVW/Danny Galm

Treffender als Pellegrino Matarazzo kann man den früheren Fußball-Nationalspieler Gonzalo Castro kaum beschreiben. Als "stillen Leader" bezeichnete der Trainer des VfB Stuttgart seinen scheidenden Kapitän vor dessen letztem Einsatz für die Schwaben am Samstag (ab 15.30 Uhr im ZVW-Liveticker) gegen Arminia Bielefeld. Nach drei Jahren ist für Castro Schluss in Stuttgart. Mit seiner Karriere wohl noch nicht. Wo und wie sie ab Sommer weitergeht, ist allerdings noch offen.

Matarazzo: Castro steht gegen Bielefeld in der Startelf

"Gonzalo Castro war sehr wichtig in seiner Funktion - nicht nur sportlich auf dem Platz durch seine technischen Fähigkeiten und seine Spielintelligenz", sagte Matarazzo über den 33-Jährigen. "Er ist eine Orientierung für unsere jungen Spieler gewesen. Wenn er auf dem Platz gestanden hat, nahm er eine gewisse Last von ihnen ab." Dass sich die Wege nach diesem Wochenende dennoch trennen, begründete Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat unter anderem mit "wirtschaftlich sehr schwierigen Rahmenbedingungen durch die Corona-Pandemie".

Gegen Bielefeld werde Castro noch einmal von Beginn an spielen und die Binde tragen, kündigte Matarazzo bereits an. Verabschiedet werden soll der fünfmalige Nationalspieler anschließend im Mannschaftskreis und gemütlicher Runde im benachbarten Clubhaus. Es ist - auch der Pandemie geschuldet - ein verhältnismäßig leiser Abschied. Und gerade deshalb in gewisser Weise irgendwie auch typisch für Castro.

Gonzalo Castro: Kein Mann der großen Worte

Ein Mann großer Worte oder gar ein Lautsprecher war der in Wuppertal geborene Sohn spanischer Eltern nie. Weder bei Bayer Leverkusen, wo er den größten Teil seiner Laufbahn verbrachte. Noch bei Borussia Dortmund, wo er mit dem DFB-Pokalsieg 2017 seinen bislang einzigen Titel auf Vereinsebene holte. Und auch nicht beim VfB, mit dem er 2019 aus der Bundesliga ab- und ein Jahr später wieder aufstieg.

Die ganz großen Spuren wird Castro in Stuttgart auch deshalb nicht hinterlassen, weil seine Leistungen in den ersten beiden Jahren zu wechselhaft und erst jetzt in der dritten Saison konstant gut waren. Die Wertschätzung der Clubbosse ist ihm trotzdem sicher. Der Routinier habe "großen Anteil an unserem positiven Saisonverlauf und den großen Entwicklungsschritten unserer jungen Spieler", betonte Mislintat. Womöglich wird die starke Saison des Aufsteigers durch die Qualifikation für die neue Conference League ja sogar noch gekrönt.

"Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, dieses Team und diesen Verein als Kapitän repräsentieren zu dürfen", teilte Castro mit, als sein Abschied vor gut einem Monat offiziell verkündet wurde. Am Samstag geht er nun - ohne Zuschauer. Als "stiller Leader" eben.