VfB Stuttgart

Anto Grgic: "Es macht großen Spaß"

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Anto Grgic (20) hat sich mittlerweile einen Stammplatz beim VfB Stuttgart erkämpft. © Danny Galm
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Von der Atmossphäre bei Heimspielen ist er restlos begeistert: "Was im Stadion los ist, wenn wir ein Tor schießen, ist einfach unglaublich.“ © Danny Galm

Stuttgart.
Der Vertrag lag unterschriftsreif auf dem Tisch. Im Sommer 2011 wollte der englische Top-Club Chelsea London den damals 14-jährigen Anto Grgic vom FC Zürich an die Stamford Bridge lotsen. Londons damaliger Trainer André Villas-Boas wollte den talentierten Mittelfeldspieler unbedingt.

"Es war noch zu früh"

Doch der Schweizer mit kroatischen Wurzeln lehnte ab. „Es war noch zu früh für mich, ich wollte erst noch meine kaufmännische Lehre abschließen und beim FC Zürich in der ersten Mannschaft spielen“, erklärt Grgic in der Rückschau.

Ein Mann ein Wort. Grgic hielt seinem FCZ die Treue und debütiert im August 2015 im Derby gegen die Grasshopper Zürich. In seinem ersten Profijahr stand der Mittelfeldspieler 30 Mal für den FCZ auf dem Platz. Zwar stieg Grgic am Ende der Saison mit dem FC Zürich ab, dennoch hatte er durch seine Leistungen Interesse aus dem Ausland geweckt.

Schindelmeiser lotste Grgic an den Neckar

Der VfB Stuttgart nahm nachdem Abstieg aus der Bundesliga Kontakt zum Rechtsfuß auf und Sportvorstand Schindelmeiser lotste Grgic an den Neckar und stattete ihn mit einem Vertrag bis 2020 aus.

Mittlerweile hat sich Grgic auch beim VfB Stuttgart zum Stammspieler hochgearbeitet und spielt seit der Winterpause regelmäßig auf der Sechserposition vor der Abwehr. Im Interview spricht der 20-Jährige über seinen Wechsel zum VfB Stuttgart, die Atmosphäre im Stadion und seine gefährlichen Freistöße:

Anto Grgic über…

…seinen Wechsel zum VfB Stuttgart: „Es war ein ziemlich großer Schritt. Der VfB ist ein großer Verein. Das wusste ich zwar vorher schon, aber es hat mich trotzdem überrascht, als ich zum ersten Mal die 60 000 Zuschauer im Stadion gesehen habe. Ich bin froh, dass ich hier bin und hoffe, dass wir unser Ziel erreichen.“

…die Atmosphäre in der Stuttgarter Arena: „Vor so vielen Zuschauern zu spielen, macht mich unglaublich stolz. Ich habe noch nie zuvor vor so einer Kulisse gespielt. Es macht großen Spaß. Man spürt aber auch den Druck. Vor allem vor dem Spiel. Dann während dem Spiel rückt das in den Hintergrund. Man hört nur, dass es sehr laut ist, konzentriert sich aber auf das Spielfeld. Was im Stadion los ist, wenn wir ein Tor schießen, ist einfach unglaublich.“

…seine gefährlichen Freistöße: „Ich hoffe, dass ich bald mein erstes Tor schieße. Bei uns entscheidet der Trainer, wer die Freistöße schießt. Nach den Trainingseinheiten schiebe ich nochmal extra Schichten und übe Eckbälle, Elfmeter und Freistöße. Bis ich mich Freistoß-Spezialist nennen darf, muss ich noch eine Weile trainieren, aber das werde ich tun.“

…seine Vorbilder: „Für mich war David Beckham mit seiner speziellen Schusstechnik immer ein Freistoß-Spezialist. Aber auch Juninho, Andrea Pirlo und Zinedine Zidane konnten sehr gute Freistöße schießen.“

…seinen größten Wunsch: „Mein Wunsch ist, dass wir aufsteigen und nächstes Jahr in der Bundesliga spielen.“

…eine erste Zwischenbilanz: „Die fällt natürlich positiv aus. Es war für mich ein ziemlich großer Schritt alleine in einem anderen Land zu leben. Zu sehen, dass es immer besser wird und ich auch als Person gereift bin, fühlt sich gut an.“

…den Konkurrenzkampf beim VfB: „Der Trainer entscheidet Woche für Woche neu und es kann sein, dass ich beim nächsten Spiel auf der Bank sitze. Keiner ist sich sicher, ob er das nächste Spiel macht. Es ist super, dass wir einen solchen Konkurrenzkampf in der Mannschaft haben. Schlussendlich geht es immer nur um die Resultate der Mannschaft.“

…seine Art: „Ich bin ein ziemlich lustiger Typ und man kann mit mir viel Spaß haben. Auf dem Platz gebe ich immer alles für meine Mannschaft.“

…Druck von außen: „Unser Ziel ist ganz klar der Wiederaufstieg. Es ist wichtig, dass wir auf uns schauen. Wir müssen einfach immer weiter gut arbeiten und jedes Spiel einzeln angehen. Es wird sich nichts groß verändern, nur weil wir jetzt fünf Spiele in Folge gewonnen haben. Wir geben weiterhin in jedem Spiel und in jedem Training alles und versuchen so viele Punkte wie möglich zu sammeln.“

...seine Anfangszeit in Stuttgart: „Das neue Jahr ist für mich sicherlich besser gelaufen, als die Hinrunde. Ich habe die ganze Zeit versucht, bestmöglich zu arbeiten. Ich konnte es ehrlicherweise nachvollziehen, als ich nicht gespielt habe. Die Ergebnisse haben gestimmt und es war für den Trainier schwierig etwas zu ändern. Hannes Wolf hat mir im Training aber immer geholfen und gutes Feedback gegeben, wie ich mich verbessern kann. Irgendwann habe ich dann die Gelegenheit bekommen und habe meine Chance genutzt.“

...die Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz: „Im Bereich Tempo und Zweikampfhärte gibt es die größten Unterschiede zwischen der 2. Liga hier in Deutschland und der 1. Liga in der Schweiz.“

…die Spiele in der U23: „Die waren für mich sehr wichtig und haben mir sehr geholfen. Dort konnte ich wichtige Spielpraxis sammeln. Für einen jungen Spieler ist es extrem wichtig, dass er am Wochenende 90 Minuten auf dem Platz steht.“

…seine Position: „Meine Rolle hier beim VfB auf der Sechserposition gefällt mir sehr gut. Früher habe ich noch offensiver gespielt, aber die Position auf der Sechs gefällt mir sehr gut. Hier kann ich den Rhythmus des Spiels bestimmen und die Mannschaft führen. Auch viele meiner Vorbilder haben auf dieser Position gespielt.“

Anto Grgic: Vom Zürichsee an den Neckar

  • Anto Grgic wurde in der Jugend des FC Zürich ausgebildet, wo er 2015 auch seinen ersten Profi-Vertrag unterzeichnete. 2009 war er vom Stadtrivalen Grasshopper Zürich zum FCZ gewechselt.
  • Für den FCZ bestritt der 1,88 Meter große zentrale Mittelfeldspieler in der Schweizer Super League 24 Partien für die Züricher und erzielte vier Treffer.
  • Für die Junioren-Nationalmannschaften der Schweiz (U15 bis U21) spielte Anto Grgic 29 Mal und traf dabei sechs Mal.
  • Seit dem Sommer 2016 kickt Grgic für den VfB Stuttgart. Für 2 Millionen Euro Ablöse wechselte er vom Zürichsee an den Neckar und unterschrieb einen Vertrag bis 2020.
  • In der laufenden Saison kam der Rechtsfuß bislang zu acht Einsätzen in der 2. Liga (zwei Torvorlagen) und sechs Mal stand er für die Stuttgarter U23 in der Regionalliga Südwest auf dem Platz (zwei Tore).