VfB Stuttgart

Anton erlöst den VfB: Emotionaler 2:1-Sieg in letzter Minute gegen Augsburg

Fußball VfB Stuttgart vs. FC Augsburg
Der VfB gewinnt mit 2:1 gegen den FC Augsburg. © Pressefoto Baumann

Der VfB Stuttgart hat sein Heimspiel gegen den FC Augsburg auf dramatische Art und Weise mit 2:1 (1:1) gewonnen. Waldemar Anton erlöste den VfB in der Nachspielzeit mit dem Siegtreffer, nachdem die Stuttgarter zuvor eine Vielzahl an Großchancen verballerten. Für Augsburg traf Florian Niederlechner (4.). Durch den Sieg rückt der VfB vorerst wieder auf Tabellenplatz 15 vor.

Wie das Spiel gelaufen ist

Aufstellung: Interimstrainer Michael Wimmer stellte sein Team im Vergleich zum 0:5 in Dortmund auf drei Positionen um. Anstelle von Tiago Tomas rückte Luca Pfeiffer in den Sturm, dem Portugiesen blieb nur ein Platz auf der Bank. Konstantinos Mavropanos und Enzo Millot hingegen fielen mit muskulären Problemen komplett aus. Für die beiden kamen Chris Führich und Hiroki Ito aufs Feld. Zudem gab es eine Systemumstellung: Anders als beim BVB agierte der VfB mit einer Viererkette.

1. Halbzeit: Der VfB startete denkbar schlecht: Dan-Axel Zagadou ließ sich von Florian Niederlechner viel zu leicht abkochen, aus spitzem Winkel chippte der Angreifer den Ball zur Augsburger Führung ins Netz. Auch Keeper Florian Müller sah bei dem Gegentreffer nicht gut aus. Doch der VfB fing sich nach einer wackeligen Anfangsphase und kam nach einer schönen Sosa-Flanke zum Ausgleich. Serhou Guirassy nickte zum 1:1 ein. In der Folge hatte der VfB immer wieder ein paar schnelle Umschaltmomente, machte aber zu wenig aus den Situationen. In der Defensive waren die Schwaben immer wieder unsicher und leisteten sich teils haarsträubende Fehler. Augsburg konnte diese aber nicht bestrafen. Da Silas die Großchance zum 2:1 in der Nachspielzeit nicht nutzen konnte, ging es mit 1:1 in die Halbzeit.

2. Halbzeit: Der VfB kam unverändert aus der Kabine, Wimmer vertraute weiter auf seine Startelf - und hoffte auf einen Sturmlauf seiner Elf. Da der VfB aber zu hastig und fahrig agierte und der FCA mit dem Punkt wohl zufrieden war, entwickelte sich ein zähes und unansehnliches Fußballspiel. Rund 25 Minuten vor Schluss schaltete das Wimmer-Team nochmal einen Gang hoch: Zagadou und Endo scheiterten per Kopf, Guirassy schoss freistehend über das Tor. Die Chancen waren im Überdruss da, doch der Siegtreffer wollte einfach nicht fallen - trotz lautstarker Anfeuerung der Cannstatter Kurve. In der Nachspielzeit sorgte Waldemar Anton dann für den hochemotionalen Siegtreffer: Der Innenverteidiger hämmerte den Ball zum 2:1 ins Netz.

Analyse und Ausblick

Der VfB startete wie schon gegen Borussia Dortmund denkbar schlecht ins Spiel und zeigte einmal mehr: In der Anfangsphase scheint es den Schwaben an Wachsamkeit und Stabilität zu fehlen. Anders sind die frühen Gegentore nicht zu erklären. Da Augsburg sehr hoch presste und den VfB am Aufbauspiel hinderte, agierte der VfB vor allem in Halbzeit zwei fast nur noch über lange Bälle. Der FCA ging ein hohes Risiko und verteidigte in der Abwehr oft Mann gegen Mann. Da es den Stuttgartern aber zu selten gelang, das frühe Anlaufen zu umgehen, ging der Plan der Gäste auf.

Da sich Augsburg in der zweiten Hälfte fast nur noch aufs Verteidigen konzentrierte (unterirdische Passquote von 61 Prozent) und immer wieder erfolgreich provozierte, verlor der VfB seinen Rhythmus. Das wütende Anlaufen der Stuttgarter wurde immer wieder erfolgreich wegverteidigt - zur Not auch als letzter Mann auf der Torlinie. Der emotionale Last-Minute-Siegtreffer könnte die Wende für den VfB in einer bislang verkorksten Saison bedeuten.

Für den VfB stehen nun noch drei Bundesliga-Partien an, bevor es in die WM-Pause geht: Gladbach (A), Hertha (H) und Leverkusen (A). 

Das sagt VfB-Trainer Michael Wimmer zum Spiel:

"Wir sind unglaublich schlecht ins Spiel gestartet. Wir wollten aggressiv sein, wir wussten, dass es körperlich wird. Auch zum Start in die zweite Halbzeit hatten wir uns viel vorgenommen, hatten aber gar kein Zugriff, Augsburg war klar besser. Am Schluss haben wir mit viel Überzeugung nach vorne gespielt und verdient gewonnen. Identität, Laufbereitschaft, Kompaktheit und Zusammenhalt haben heute bei uns gepasst. Wir müssen jetzt weiterarbeiten und weiter Gas geben."

VfB Stuttgart - FC Augsburg 2:1 (1:1)

Stuttgart: Müller – Ito, Anton (90.+5 Stenzel), Zagadou - Sosa, Endo, Ahamada, Führich (76. Egloff), Silas (66. Tomas) - Guirassy, Pfeiffer (90.+5 Karazor)

Augsburg: Koubek - Pedersen (79. Uduokhai), Gouweleew, Bauer, Jensen - Rexhbecaj, Gruezo (90.+3 Maier) - Demirovic, Vargas (25. Petkov, 90.+3 Caligiuri) - Berisha, Niederlechner 

Tore: 0:1 Niederlechner (4.), 1:1 Guirassy (15.), 2:1 Anton (90.+1)

Schiedsrichter: Tobias Stieler (Hamburg)

Zuschauer: 46.400

Gelbe Karten: - / Gruezo, Rexhbecaj

Besondere Vorkomnisse: -