VfB Stuttgart

Astoria Walldorf rückt dem VfB näher

Abstiegsduell VfB II gegen Astoria Walldorf_0
Abendspiel in der Regionalliga: Die VfB-Reserve empfängt Walldorf. © ZVW/Felix Arnold
Stuttgart.

Mit dem 1:0-Auswärtssieg bei der U21 des VfB Stuttgart schöpfen die akut abstiegsbedrohten Walldorfer wieder Hoffnung im Kampf um die Nicht-Abstiegsplätze und verkürzen den Rückstand auf die Stuttgarter auf einen Punkt. Damit werden die Karten im Tabellenkeller von Liga vier neu gemischt.

In einer spielerisch überschaubaren Partie vor rund 300 Zuschauern im Stuttgarter Robert-Schlienz-Stadion setzte sich mit den Gästen aus Walldorf die clevere Mannschaft durch. Zum Auftakt des 23. Spieltags der Regionalliga Süd/Südwest sahen VfB-Trainer Marc Kienle sowie sein Gegenüber Matthias Born eine Partie, die das Prädikat Abstiegskampf absolut verdient hat. „Der Wille war da bei meiner Mannschaft, nur die Mittel haben heute gefehlt“, resümierte ein sichtlich geknickter Coach.

Spielerisch schwache erste Halbzeit

Die Heimmannschaft wurde im Vergleich zum knappen 1:0-Erfolg vergangene Woche beim Tabellenletzten Stadtallendorf auf einer Position verändert: Für den gelb-rot-gesperrten David Grötzinger spielte Manuel Kober in der Verteidigung. Mit Sicherheit ein Grund für den nervösen Start der VfB-Reserve, die als jüngstes Team der Liga zu Beginn überhaupt nicht ins Spiel fand. Aber auch Astoria Walldorf erwischte in einem anfangs zerfahrenen und sehr umkämpften Abstiegsduell keinen guten Start. Im Duell des Tabellen-14. gegen den Vorletzten entwickelte sich kaum Spielfluss, sodass die erste Viertelstunde ohne eine einzige Torchance verstrich. Beide Teams setzten zunächst auf Sicherheit in der Abwehr. Nicht verwunderlich, da beide Mannschaften mit 40 Gegentoren die schwächsten Defensivreihen der Liga stellen.

Was nach gut 20 Minuten passierte, passt zum bisherigen Saisonverlauf der VfB-Reserve: Mit der ersten Gelegenheit kamen die Gäste zum 1:0. Eine Flanke von der linken Seite wurde nicht richtig geklärt und aus dem Rückraum traf Minos Gouras trocken ins linke, untere Eck (19.). In dieser Situation musste die junge Truppe des VfB mächtig Lehrgeld zahlen, denn der Rückstand war zu diesem Zeitpunkt äußerst unglücklich. „In der Situation zuvor müssen wir einfach besser klären. Das war ein Geschenk für den Gegner“, so Kienle nach dem Spiel.

Eine wirkliche Reaktion der Hausherren blieb aus. Astoria Walldorf stand defensiv sicher, sodass der VfB die Gäste-Abwehr nicht ernsthaft in Bedrängnis bringen konnte. Einzig Mittelfeldakteur David Tomic fiel in Reihen der Cannstatter durch seine guten Dribblings positiv auf. Nach einer halben Stunde hatten die Gäste dann einen weiteren gefährlichen Abschluss: VfB-Keeper Florian Kastenmeier konnte einen Schuss aus dem Rückraum hervorragend parieren und verhinderte so das möglicherweise vorentscheidende 2:0 aus Sicht von Astoria (31.).

Ende des Spiels von Krämpfen und vielen Fouls geprägt

So war es eine insgesamt sehr chancenarme Partie auf spielerisch schwachem Niveau, in dem auch Schiedsrichter David Scheuermann pünktlich zur Halbzeit pfiff und damit die Zuschauer ein Stück weit zu erlösen schien. Auch im zweiten Durchgang war das Spiel sehr umkämpft und von vielen Ungenauigkeiten auf beiden Seiten geprägt. Das fehlende Selbstvertrauen war beiden Mannschaften angesichts von nur einem Sieg aus den letzten fünf Spielen deutlich anzumerken.

Gegen Ende spielten die Gäste ihre Erfahrung gegen die „Rasselbande“ der Liga geschickt aus und verwickelten die Stuttgarter immer wieder in hitzige Zweikämpfe, in denen sich die Hausherren noch die ein oder andere gelbe Karte abholten. „Astoria hat das geschickt gemacht und immer wieder Fouls gezogen. Das hat unseren Rhythmus gebrochen.“ Unter der Vielzahl zum Teil böser Fouls litt die ohnehin maue Qualität des Spiels zunehmend, sodass nur Astoria Walldorf nochmal eine Duftmarke setzte. Nach einer kurz getretenen Ecke traf deren Angreifer jedoch nur die Latte (72.).

Englische Woche bietet neue Chance zu punkten

Für Astoria Walldorf war es der erste Sieg im neuen Jahr, nachdem die Gäste zuletzt gegen Homburg (0:3) und Elversberg (0:5) verloren hatten – ein Lebenszeichen im Existenzkampf. Aufseiten des VfB ist der Aufwärtstrend nach dem knappen 1:0-Auswärtssieg letzte Woche wieder gestoppt – die Chance, nachzulegen, wurde verpasst. Trainer Marc Kienle spricht von einem „unterm Strich verdienten Sieg der Gäste“: „Sie waren heute einfach cleverer als wir“.

Nun kommt auf die Jungs mit dem Brustring eine englische Woche zu, in der es um weitere wichtige Punkte im Kampf um den Klassenverbleib geht. Zunächst steht für die Elf von Marc Kienle am Dienstagabend (18.30 Uhr) ein schweres Auswärtsspiel beim Tabellenfünften Steinbach an, ehe die U21 am nächsten Wochenende (Sonntag/14 Uhr) die Reserve von Mainz 05 zum nächsten Abstiegsduell empfängt. Ob Routinier Tobias Werner dem Team dann wieder zur Verfügung stehen wird, ist noch unklar. Der 33-Jährige hat eine Grippe.