VfB Stuttgart

Auf ewig die Nummer zwei?

Ulreichxx
Die Rolle als Nummer zwei beim FC Bayern scheint für den Schorndorfer Sven Ulreich wie in Stein gemeiselt. © Anne-Katrin Schneider

Stuttgart.
Vier Monate ist es her, seitdem Sven Ulreich zuletzt das Tor des FC Bayern München hüten durfte. In einem Vorbereitungsspiel gegen Real Madrid durfte der 28-Jährige zwischen die Pfosten – und leistete sich direkt einen dicken Patzer.

Am Welttorhüter führt kein Weg vorbei

Dass der gebürtige Schorndorfer aber nicht die Nummer eins im Bayern-Tor ist liegt weniger an seinen Leistungen, sondern viel mehr an seinem Konkurrenten. Am Welttorhüter Manuel Neuer führt in der Regel kein Weg vorbei. Es sei denn die Wade des deutschen Nationaltorwarts zwickt und eine ungemütliche Dienstreise ins fast 3000 Kilometer entfernte Rostow steht auf dem Programm. Im Süden Russlands wird Sven Ulreich am Mittwochabend im Champions League Spiel des FC Bayern beim FK Rostow (18 Uhr) zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz in dieser Saison kommen.

Für Ulreich, der im Trikot der Stuttgarter schon 28 Europapokal-Einsätze bestritten hat, ist es erst das vierte Pflichtspiel im Trikot des FC Bayern und das zweite Champions-League-Spiel seiner Karriere. Vor elf Monaten hatte er beim 2:0-Sieg in Zagreb sein Königsklassen-Debüt gefeiert. „Ich gehe davon aus, dass ich nicht allzu viel zu tun bekomme, so wie Manu sonst auch. Trotzdem kommt es darauf an, in den entscheidenden Situationen da zu sein“, so der ehemalige VfB-Keeper im Vorfeld der Partie gegenüber dem clubeigenen TV-Sender.

"Ich mag München"

Die Bayern wollen sich in Russland die Chance auf den Gruppensieg wahren. „Dann haben wir am letzten Spieltag ein Endspiel um den Gruppensieg gegen Atletico“, so Ulreich. Dort wird dann aller Voraussicht nach wieder Manuel Neuer im Tor stehen. In der bayrischen Landeshauptstadt fühlt sich der Schorndorfer trotz seiner Reservistenrolle pudelwohl: „Ich bewege mich deutlich entspannter als in Stuttgart. Das genieße ich sehr. Das Glockenbachviertel, den Viktualienmarkt – ich mag München und gehe oder radel da gerne durch“, erklärte Ulreich Anfang September im Interview mit der TZ.

Als Nummer zwei freut er sich über jedes Spiel, das er absolvieren darf: "Weil man weiß, dass man nicht so oft zum Zug kommt“, so der Edelreservist.

"Wollte nach der Zeit in Stuttgart etwas Neues machen"

Von 1998 bis 2015 spielte Sven Ulreich beim VfB, dann wechselte er für rund drei Millionen Euro zum FC Bayern. An der Isar ist der der Hundeliebhaber inzwischen heimischen geworden. Zudem wurde Ulreichs Nachwuchs in München Harlaching geboren –„Ich bin der Stadt also für immer verbunden.“ Sven Ulreich also auf ewig die Nummer zwei? Seinen Wechsel vom VfB zum FCB bereut er in der Rückschau nicht: „Ich habe das bewusst gemacht, weil ich nach der Zeit in Stuttgart etwas Neues machen wollte.“

Etwas Neues schließt er allerdings auch zukünftig nicht aus: „Ich habe mir immer gesagt, dass ich – wenn ich hier zwei, drei Jahre bleibe – immer noch sechs, sieben weitere Jahre auf hohem Niveau spielen kann.“ In München habe er einige Dingen dazugelernt, im Taktischen, im Spielerischen und im Fußballerischen. Im Training werde man einfach mehr gefordert: "Das hat mir gutgetan, da nochmal weiterzukommen." Weiterkommen, um irgendwann und irgendwo dann noch einmal die Nummer eins zu werden?