VfB Stuttgart

Daniel Didavi führt den VfB gegen Werder zum Sieg

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Mittelfeldspieler Daniel Didavi zeigte bei seinem Startelf-Debüt gegen den SV Werder Bremen eine starke Leistung. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart.
Um 17.22 Uhr sank ein erschöpfter Daniel Didavi auf Höhe der Mittellinie zu Boden. Glücklich auf der einen und völlig verausgabt auf der anderen Seite reckte der Mittelfeldspieler die Arme in die Luft. Das mit dem ersten Dreier der Saison eine Menge Ballast von den Schultern der VfB-Akteure gefallen ist, war kurz nach Spielende förmlich zu spüren.  

Wie der hart erkämpfte erste Stuttgarter Saisonsieg zustande kam, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse:

Formation und Aufstellung

Im Vergleich zur Niederlage in Leipzig veränderte Trainer Tayfun Korkut seine Mannschaft auf drei Positionen. Für den jungen Rechtsverteidiger Pablo Maffeo rückte Routinier Andreas Beck zurück ins Team. Mittelfeldspieler Daniel Didavi stand gegen Bremen nach überstandenen Achillessehnen-Problemen zum ersten Mal in dieser Saison in der Startelf - er ersetzte Erik Thommy. 

Auch Chadrac Akolo fiel der Rotation des Trainers zum Opfer. Für ihn wirkte gegen Bremen der Grieche Anastasios Donis mit. Wie auch schon in Leipzig agierte der VfB im Heimspiel gegen Werder Bremen im 4-4-2 mit einer Raute im Mittelfeld.

Spielidee und Taktik

Startelf-Debütant Daniel Didavi durfte auf seiner Lieblingsposition zentral hinter der Doppelspitze Gomez/Donis ran, Ascacibar (rechts) und Gentner (links) spielten auf den Halbpositionen, Aogo agierte als Sechser vor der Viererkette Sosa-Pavard-Baumgartl-Beck.

Didavi und Donis belebten das Stuttgarter Offensivspiel merklich, waren verantwortlich für die Gelb-Rote Karte für Bremens Veljkovic und ihr Zusammenspiel führte auch zum Stuttgarter Führungstor. Mit einem Mann mehr auf dem Platz und der Führung im Rücken tat sich der VfB gegen leidenschaftliche Bremer dennoch schwer, die Kontrolle über das Spiel zu erlangen.

Ihre numerische Überlegenheit spielten die Schwaben erst in der Schlussphase, als Werder alles nach vorne warf, aus. Der eingewechselte Gonzalez verpasste allerdings gleich viermal die Vorentscheidung und so mussten die VfB-Fans bis zum Schlusspfiff zittern.

Spieler des Spiels

War an diesem sonnigen Samstagnachmittag Daniel Didavi. Der Mittelfeldspieler war an nahezu allen VfB-Torchancen beteiligt, legte Donis das 1:0 auf und ging in der zweiten Halbzeit über seine Schmerzgrenze hinaus.

Eigentlich sollte der zuletzt angeschlagene Spielmacher nach rund 60 Minuten ausgewechselt werden, doch die verletzungsbedingten Auswechslungen von Aogo und Donis machten Trainer Korkut einen Strich durch die Rechnung. So musste der gebürtige Nürtinger bis zum Schlusspfiff auf dem Platz bleiben - und kämpfte und ackerte bis der erste Saisonsieg unter Dach und Fach war.

Stimmen zum Spiel 

VfB-Trainer Tayfun Korkut: “Für die Zuschauer war das Spiel heute ein Spektakel. Heute war alles dabei. Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment dafür machen, wie sie nach dem unglücklichen Gegentor wieder zurück gekommen ist. Wir sind danach nicht auseinandergefallen und waren mutig. Wenn man nicht mutig ist, dann passieren auf dem Platz keine guten Dinge. Zum Glück wurden wir heute mit einem Dreier belohnt. Der Sieg ist sehr wichtig für uns.”

VfB-Angreifer Anastasios Donis: “Ich bin sehr glücklich. Der Trainer hat mir heute die Möglichkeit gegeben, von Beginn an zu spielen. Ich wollte zeigen, dass ich in die Startelf gehöre. Es war ein gutes Spiel gegen eine starke Mannschaft. Auch in Überzahl haben uns die zehn Bremer einige Probleme bereitet. Schlussendlich haben wir die drei Punkte eingefahren und so muss es jetzt weiter gehen.”

Werder-Coach Florian Kohfeldt: “Wir haben über 90 Minuten eine überragende Auswärtsleistung gezeigt, das Spiel dominiert und gerade auch nach dem Platzverweis eine beeindruckende mentale Leistung an den Tag gelegt. Wir haben heute nur zwei Fehler gemacht: Erstens haben wir in der Situation vor dem 0:1 falsch gehandelt, zweitens haben wir aus der Vielzahl der Chancen kein Tor gemacht. Trotzdem bin ich stolz auf die Jungs. Wenn wir so weitermachen, werden wir noch viele Punkte einfahren.”

VfB-Keeper Ron-Robert Zieler: "Das war ein Sieg des Willens. Ich bin sehr zufrieden mit den drei Punkten, das ist alles, was heute zählt. Es hat bei uns nicht alles gepasst, vorne wie hinten, aber die Einstellung hat gestimmt. So ein Ding wie beim 1:1 will man natürlich nicht bekommen, aber es ist jetzt eben passiert."

VfB-Mittelfeldspieler Gonzalo Castro: "Das 1:1 war für uns alle ein schockierendes Gegentor, aber umso wichtiger war die Reaktion, die wir danach gezeigt haben. Wir haben heute sehr gut begonnen, es aber dann im Laufe der ersten Hälfte schleifen lassen. Auch nach der Pause war es ein ständiges Auf und Ab, wir mussten bis zur letzten Sekunde zittern."

VfB-Sportvorstand Michael Reschke: “Gegen eine hervorragende Bremer Mannschaft hatten wir heute auch mal das nötige Quäntchen Glück. Wir hatten sehr gute Phasen im Spiel, fangen uns ein ganz unglückliches Gegentor bekommen und hatten etliche große Torchancen. Aus dem Spiel nehmen wir ganz viel Positives mit. Die drei Punkte sind unglaublich wichtig und werden der Mannschaft einen Schub geben.”

Ausblick

Freitag, 05.10.:

  • Werder Bremen - VfL Wolfsburg; 20.30 Uhr

Samstag, 06.10.:

  • Borussia Dortmund - FC Augsburg; 15.30 Uhr
  • Hannover 96 - VfB Stuttgart; 15.30 Uhr
  • FSV Mainz 05 - Hertha BSC; 15.30 Uhr
  • Fortuna Düsseldorf - FC Schalke 04; 15.30 Uhr
  • Bayern München - Bor. Mönchengladbach; 18.30 Uhr

Sonntag, 07.10.:

  • SC Freiburg - Bayer Leverkusen 13.30 Uhr
  • 1899 Hoffenheim - Eintracht Frankfurt 15.30 Uhr
  • RB Leipzig - 1. FC Nürnberg 18.00 Uhr