VfB Stuttgart

Dem VfB fehlt der Killerinstinkt

Fußball Bundesliga VfB Stuttgart vs. Bayer 04 Leverkusen_0
Stürmer Simon Terodde und seine Teamkollegen bissen sich an Bayer Leverkusen die Zähne aus. © Danny Galm

Stuttgart.
Die beeindruckende Stuttgarter Heimserie fand am Freitagabend gegen Bayer Leverkusen ihr Ende. Der Aufsteiger verlor zum Auftakt des 15. Spieltages in der fast ausverkauften Mercedes-Benz Arena gegen die Werkself und damit erstmals im Kalenderjahr 2017 ein Heimspiel.

Warum der VfB Stuttgart die Partie gegen Leverkusen verloren hat, zeigen wir unserer ZVW-Analyse:

Formation und Aufstellung

VfB-Trainer Hannes Wolf veränderte seine Startelf im Vergleich zur Niederlage in Bremen auf drei Positionen: Simon Terodde, Marcin Kaminski und Anastasios Donis rückten für Takuma Asano, Andreas Beck und Josip Brekalo in die erste Elf. Im 3-4-2-1-System bildete Timo Baumgartl zusammen mit Holger Badstuber und Marcin Kaminski die Dreierkette. Benjamin Pavard verteidigte rechts, Tassos Donis wirbelte davor auf dem rechten Flügel und Simon Terodde spielte im Sturmzentrum.

Spielidee und Taktik

Der Aufsteiger wollte gegen die seit neun Bundesliga-Spielen ungeschlagene Werkself zunächst durch kompaktes Verschieben und viel Laufarbeit die Defensive stärken. Auf ein aggressives Angriffspressing verzichtete der VfB Stuttgart an diesem Freitagabend. Über den schnellen Anastasios Donis und den spielstarken Berkay Özcan sollte Torjäger Simon Terodde in Position gebracht werden.

Spielverlauf kompakt

Nach einer zähen Anfangsphase lockerten beide Teams nach 15 Minuten ein wenig ihr taktisches Korsett und prompt gingen die Gäste in Führung: Bailey hatte an der Grundlinie Pavard vernascht und mustergültig Havertz bedient – Kaminski kam den entscheidenden Schritt zu spät. Mit der Führung im Rücken kontrollierten die Gäste die Partie und ließen keinen einzigen Stuttgarter Torschuss zu.

Aus der Pause kam der VfB Stuttgart mit viel Schwung. Emiliano Insua feuerte in der 52. Minute den ersten Stuttgarter Torschuss ab und zwang Bayers Keeper Bernd Leno zu einer Glanzparade. Der ehemalige Stuttgarter rückte nun mehr und mehr in den Fokus und musste gegen Özcan (56.), Donis (60.) und Insua (62.) retten. Dann war die Stuttgarter Drangphase beendet und die Gäste drehten wieder auf: Zunächst verpassten Lars Bender (66.) und Henrichs (72.) nur knapp, ehe Lars Bender zum entscheidenden 2:0 einköpfte (80.).

Spielentscheider

Nach einer zähen und von Taktik geprägten ersten Halbzeit, entwickelte sich in den zweiten 45 Minuten ein munteres Spiel mit vielen Torchancen auf beiden Seiten. Der VfB verpasste es dabei, während seiner Drangphase zu Beginn der zweiten Halbzeit den Ausgleich zu erzielen. Der ehemalige VfB-Keeper Bernd Leno hielt die Werkself mit starken Paraden im Spiel.

Gegen laufstarke Leverkusener (insgesamt 125,34 Kilometer) spielte der Aufsteiger lange Zeit zu mut-, harm- und ideenlos. Das Stuttgarter Offensivspiel war über weite Strecken zu berechenbar und wurde von Bayer Leverkusen – mit Ausnahme der Phase von der 52. bis zur 62. Minute – stark verteidigt.  Unter dem Strich fehlte dem VfB mal wieder der Killerinstinkt.

Auf den Punkt gebracht

„Schießen wir das 1:1, haben wir eine neues Spiel“ - VfB-Trainer Hannes Wolf haderte nach dem Spiel mit der mangelhaften Chancenverwertung seiner Mannschaft und ärgerte sich über die schwache Anfangsphase: „Uns hat zu Beginn des Spiels ein Tick Aggressivität gefehlt. Unterm Strich geht der Sieg in Ordnung, weil Leverkusen die klareren Chancen hatte.“ Leverkusens Trainer Heiko Herrlich wusste, dass sein Team die Viertelstunde nach der Halbzeitpause „glücklich“ und Dank seines Torhüters überstanden hatte: „Bernd hat mehrfach hervorragend gehalten.“

Ausblick

Auf den VfB Stuttgart warten bis zur Winterpause noch ein knackiges Restprogramm: Zunächst geht es in der Bundesliga am Mittwoch (18.30 Uhr) in Hoffenheim weiter und dann zum Abschluss der Hinrunde am Samstag, den 16. Dezember, gegen den FC Bayern München (15.30 Uhr). Am Dienstag, den 19. Dezember, folgt dann das letzte Pflichtspiel des Jahres im DFB-Pokal-Achtelfinale beim FSV Mainz 05 (18.30 Uhr).

Gleiches gilt für Bayer 04 Leverkusen, die am Mittwoch (18.30 Uhr zu Hause gegen Bremen antreten und am Sonntag, den 17. Dezember (15.30 Uhr), noch zu Hannover 96 müssen. Im DFB-Pokal-Achtelfinale wartet auf die Werkself am Mittwoch, den 20. Dezember (18.30 Uhr), das Niederrhein-Derby gegen Borussia Mönchengladbach.


VfB Stuttgart – Bayer Leverkusen 0:2 (0:1)

Stuttgart: Zieler - Baumgartl, Badstuber, Kaminski (68. Akolo) - Pavard, Insua – Gentner (73. Mangala), Ascacibar – Özcan (85. Asano), Donis - Terodde

Bank: Grahl (Tor), Ailton, Beck, Ofori

Trainer: Hannes Wolf

Leverkusen: Leno - Tah, S. Bender, Retsos (46. Baumgartlinger) - Kohr, L. Bender, Bailey, Mehmedi (61. Henrichs) - Havertz, Volland, Brandt (72. Bellarabi)

Bank: Lomb (Tor), Jedvaj, Alario, Pohjanpalo

Trainer: Heiko Herrlich

Tore: 0:1 Havertz (20.), 0:2 L. Bender (80.)

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)

Zuschauer: 54.650