VfB Stuttgart

Der Hoffnungsträger

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Anastasios Donis bejubelt seinen Treffer gegen den FC Augsburg. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart.
Anastasios Donis stand in dieser Saison erst drei Mal in der Startelf des VfB Stuttgart - und dennoch ist der 22-jährige Grieche der Hoffnungsträger der abstiegsgefährdeten Schwaben. Sowohl beim ersten Stuttgarter Saisonsieg Ende September gegen Bremen (2:1) als auch jetzt am Samstag beim wichtigen Erfolg über Augsburg (1:0) war der pfeilschnelle Außenbahnspieler der gefeierte Mann bei den Stuttgartern.

Wie der VfB Stuttgart zu seinem ersten Heimsieg unter Trainer Markus Weinzierl kam, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse:

Formation und Aufstellung

Gegen den FCA kehrte Flügelflitzer Anastasios Donis nach neunwöchiger Verletzungspause zurück in die Startelf. Der Grieche war zuletzt Ende September beim 2:1 gegen Werder Bremen zum Einsatz gekommen. Auch Timo Baumgartl stand nach überstandenem Magen-Darm-Infekt wieder in der ersten Elf und verteidigte im 4-1-4-1-System in der Innenverteidigung an der Seite von Benjamin Pavard. Links hinten durfte Marc Oliver Kempf für Emiliano Insua ran, der zunächst auf der Bank Platz nehmen musste.

Spielsystem und Taktik

Bei seiner Startelf-Rückkehr durfte „Tassos“ Donis auf dem rechten Flügel beginnen. Kapitän Christian Gentner agierte hinter Mario Gomez als hängende Spitze und Nicolas Gonzalez kam über die linke Seite. Im zentralen Mittelfeld stellte Weinzierl neben den kampfstarken Ascacibar den ballsicheren Aogo.

Nach dem Stuttgarter Führungstor kurz vor der Halbzeitpause stellte Weinzierl seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit um. Für den Torschützen Donis kam Emiliano Insua und die Schwaben verteidigten in Durchgang zwei in einem 5-3-2 und zogen sich bei gegnerischem Ballbesitz tief in die eigene Hälfte zurück. Ziel war es, den druckvollen Augsburgern ein kompaktes Bollwerk entgegenzustellen.

Spielentscheider

Konzentrierte Abwehrarbeit, eine starke Torhüter-Leistung und der goldene Treffer von Comebacker Anastasios waren die entscheidenden Faktoren beim ersten Heimsieg des VfB Stuttgart unter Trainer Markus Weinzierl. Donis, der erstmals seit dem 29. September im Stuttgarter Kader stand, veredelte kurz vor der Halbzeitpause den besten Stuttgarter Spielzug mit einer sehenswerten Direktabnahme (39.).

Der FC Augsburg hatte in einer umkämpften Partie zwar mehr Spielanteile (knapp 60 Prozent Ballbesitz) und Torschüsse (17 vs. 13), war in seinen Offensivaktionen aber nicht zielstrebig genug - und leistetet sich in der Abwehr eine Unachtsamkeit zu viel. Die Stuttgarter hingegen präsentierten sich hinten stabil und vorne effizient.

Mit elf Punkten steht der VfB nun erstmals seit dem 6. Spieltag auf einem Nichtabstiegsplatz. Bis zur Winterpause will Trainer Weinzierl nun weiter „hamstern“ und mit dem Schwung aus dem Sieg gegen den FCA auch am kommenden Sonntag in Gladbach bestehen.

Die Hoffnungen der VfB-Fans ruhen auch dann auf den schmalen Schultern von Flügelstürmer Donis. Der musste nach seinem Treffer völlig ausgepumpt zur Pause ausgewechselt werden. Nach seinem Muskelbündelriss im Oberschenkel ist der Greiche noch lange nicht wieder bei einhundert Prozent - und war gegen Augsburg dennoch der entscheidende Mann.

Stimmen zum Spiel

VfB-Trainer Markus Weinzierl: „Die Mannschaft hat toll gefightet. Wir haben uns die Woche über Gedanken gemacht, was am besten zum Gegner passt und haben uns für die Dreierkette entschieden. Ich habe erwartet, dass die Mannschaft stabil steht. Natürlich braucht man auch das notwendige Glück und eine gute Torhüterleistung. Beides hatten wir heute. Wir wollen den Schwung dieses Sieges mitnehmen und in den kommenden Wochen weitere Punkte hamstern.“

FCA-Trainer Manuel Baum: „Für uns ist es eine ganz bittere Niederlage, die meiner Meinung auch nicht verdient ist. Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen. In den ersten zehn Minuten sind wir nicht so gut ins Spiel gekommen, hatten danach den Gegner aber vor allem beim Pressung ganz gut im Griff. Im ersten Durchgang hatten wir zudem eine Großchance durch Michael Gregoritsch, durch die wir eigentlich in Führung gehen müssen. In der zweiten Hälfte hatten wir zwei gute Kopfballchancen, die wir nicht nutzen. Davon abgesehen spielen wir viele Situationen zu unklar aus. Das ist derzeit unser Problem, ebenso wie das konsequente Verteidigen.“

VfB-Abwehrspieler Andreas Beck: „Natürlich war die Partie kein spielerisches Feuerwerk, aber wir haben gekämpft. Einen großen Dank auch an die Fans für die Unterstützung. Dieser Sieg kann aber nur der Anfang sein. Wir wollen uns weiter vom Tabellenende entfernen.“

VfB-Mittelfeldspieler Dennis Aogo: „Der Sieg war enorm wichtig, aber nächste Woche geht es weiter, wir haben noch nichts erreicht. Heute haben wir die nötige Aggressivität an den Tag gelegt und hatten richtige Zweikampfmonster hinten drin, die ihren Job gut gemacht haben.“

VfB-Keeper Ron-Robert Zieler: „Das sind drei wichtige Punkte für uns. Manchmal geht es nur mit der richtigen Mentalität und die hat heute bei uns gestimmt. Das Tor haben wir schön herausgespielt und hinten standen wir stabil. Das war heute ein Schritt in die richtige Richtung.“

Ausblick 14. Spieltag

Freitag, 07. Dezember:

  • Werder Bremen - Fortuna Düsseldorf; 20.30 Uhr

Samstag, 08. Dezember:

  • Bayern München - 1. FC Nürnberg; 15.30 Uhr 
  • FC Schalke 04 - Borussia Dortmund; 15.30 Uhr
  • Bayer Leverkusen - FC Augsburg; 15.30 Uhr 
  • SC Freiburg - RB Leipzig; 15.30 Uhr 
  • VfL Wolfsburg - 1899 Hoffenheim; 15.30 Uhr 
  • Hertha BSC - Eintracht Frankfurt; 18.30 Uhr 

Sonntag, 09. Dezember:

  • FSV Mainz 05 - Hannover 96; 15.30 Uhr 
  • Bor. Mönchengladbach - VfB Stuttgart; 18 Uhr