VfB Stuttgart

Der nächste Neustart für den VfB Stuttgart

1/3
VfB-Trainer Tim Walter_0
Will jetzt endlich loslegen: Der neue VfB-Trainer Tim Walter. © ZVW/Danny Galm
2/3
_1
Wie immer gilt bei der "Karawane Cannstatt" der Dresscode "Alle in Weiß".
3/3
_2
Tim Walter sieht sich und sein Team gut gerüstet für den Saisonstart.

Stuttgart. Am Freitag startet der VfB Stuttgart mit einem Heimspiel gegen Hannover 96 (20.30 Uhr / ZVW-Liveticker) seine Mission Wiederaufstieg. Es ist ein Aufbruch ins Ungewisse. Die Schwaben haben ihren Kader nach dem Abstieg komplett auf links gedreht. Bei vielen Fans gibt es daher vor dem Saisonauftakt Zweifel - allerdings auch die Hoffnung, dass der erneute Neustart in Liga zwei dieses Mal nachhaltigen Erfolg bringt.

Wenn am Freitag gegen 19.30 Uhr die Startaufstellung für das Duell mit Mitabsteiger Hannover 96 bekannt gegeben wird, dann wird diese Elf mit der Mannschaft aus dem letzten Pflichtspiel der Schwaben, dem Relegationsspiel bei Union Berlin, nicht mehr allzu viel gemein haben. Vielleicht sogar gar nichts. In der Sommer-Transferperiode haben Sportvorstand Thomas Hitzlsperger und Sportdirektor Sven Mislintat einen gewaltigen Umbruch eingeleitet. 15 Neuzugänge (inklusive zurückgekehrte Leihspieler), 16 Abgänge plus Veränderungen im Trainerteam stehen aktuell zu Buche. Und die Transferperiode läuft noch bis zum 2. September.

Die Stimmungslage bei den Fans

„Der Umbruch wurde konsequent umgesetzt und kam bei den Fans gut an“, berichtet Benjamin Layer vom OFC Weiß-Rote Schwoba Leutenbach, fügt aber direkt an: „Die Mannschaft hat in der letzten Saison Kredit verspielt und muss sich das Vertrauen erst zurückgewinnen.“ Bei einigen Anhängern kribbelt es schon wieder, vielen stecken der Abstieg, Rücktritt von Präsident Wolfgang Dietrich allerdings noch in den Knochen. Der Verein müsse wieder näher an seine Fans und Mitglieder rücken, findet Layer.

Die Stimmung in seinem Fanclub sei kurz vor dem Saisonstart eher zurückhaltend: „Die Leute warten noch ab.“ Dem Trio Mislintat/Hitzlsperger/Walter gewähren dennoch viele einen Vertrauensvorschuss. „Man darf jetzt nicht erwarten, dass die Mannschaft einen Durchmarsch macht“, warnt Layer, „es kann durchaus auch ein, zwei Jahre dauern.“ Der erneute Neustart im Unterhaus soll endlich nachhaltigen Erfolg bringen. Schon nach dem Abstieg 2016 wurde ein Neuanfang ausgerufen. Damals gelang der direkte Wiederaufstieg in die Bundesliga, doch von nachhaltigem sportlichen Erfolg kann keine Rede sein.  

Klar ist: der erneute Abstieg in die Zweitklassigkeit und dessen Nachwirkungen haben auch beim leidensfähigen VfB-Anhang Spuren hinterlassen. Dennoch halten die "Dunkelroten" ihrem VfB - mal wieder - eindrucksvoll die Treue. Auch in diesem Sommer wurden wieder rund 30.000 Dauerkarten verkauft. Der absolute Spitzenwert in der zweiten Liga. Zum Vergleich: der Hamburger SV hat aktuell 23.800 Saisontickets abgesetzt, Mitabsteiger Hannover 96 knapp 19.000, der Aufsteiger Wehen Wiesbaden lediglich 1.700.

Traditionelle „Karawane Cannstatt“ vor dem ersten Heimspiel

Wie in jedem Jahr werden am Freitagabend wieder Tausende VfB-Fans in weißen Trikots vom Bahnhof Bad Cannstatt zum Stuttgarter Stadion ziehen. Die „Karawane Cannstatt“ steht dieses Mal noch ganz unter dem Eindruck der turbulenten vergangenen Wochen. „Die Mitgliederversammlung am 14.7.19 hat gezeigt: Der VfB lebt!“, schreiben die Ultras vom „Commando Cannstatt“ in ihrer Ankündigung, „die Herzen so vieler verschiedener Menschen hängen an diesem Verein. Lasst uns diesen Schwung und dieses Bewusstsein endlich wieder auf die Straßen und ins Stadion tragen.“

Diesen Schwung wollen Tim Walter und die Mannschaft aufnehmen und über eine leidenschaftliche und mutige Spielweise weiter befeuern. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht betrat der neue Trainer der Schwaben am Mittwoch den Medienraum, um über den Saisonstart zu reden. Er hatte noch nicht mal Platz genommen, da wurde seine Botschaft schon deutlich: Es soll wieder aufwärts gehen beim Absteiger. Dass man diesem Anspruch beim Traditionsclub nur mit dem direkten Wiederaufstieg gerecht werden kann, nimmt der 43-Jährige gelassen hin: „Wir nehmen die Favoritenrolle gerne.“

Tim Walter will eine „Riesenfreude“ vorleben

Es war unschwer zu erkennen, dass Walter um Zuversicht bemüht ist. Es war in den vergangenen Wochen zwar nicht seine Schuld, dass die Schwaben selbst nach dem Abstieg noch negative Schlagzeilen machten. Mit dem Start in die neue Spielzeit bietet sich dem VfB nun die Chance, auch sportlich wieder für Aufsehen zu sorgen. Und die Grundlage für einen positiven Auftakt ist aus Sicht von Walter gelegt. In der Truppe herrsche eine „super Harmonie“, berichtete der Coach.

Auch personell sieht es gut aus, selbst wenn der langfristige Ausfall des schwer am Knie verletzten Neuzugangs Sasa Kalajdzic schmerzt. Neben dem Österreicher wird nur Linksverteidiger Emiliano Insua (Muskelfaserriss) von den potenziellen Startelf-Kandidaten sicher fehlen. Er verspüre eine „Riesenfreude“ und diese wolle er auf die Mannschaft übertragen, indem er sie ihr vorlebe.

Sein komplexes und mit hohem Risiko versehenes Ballbesitzsystem nimmt die Mannschaft bisher mit Freude auf. Inwiefern es sich als anfällig für Konter erweist, wird sich am Freitag gegen den Mitfavoriten um den Aufstieg erstmals zeigen.


WhatsApp-Newsletter zum VfB Stuttgart

  • Schneller und einfacher geht's nicht: VfB-News direkt auf's Handy per WhatsApp. Mit unserem VfB-Newsletter bleiben Sie auf Ballhöhe und sind immer bestens informiert. Hier zeigen wir Ihnen, wie Sie sich anmelden können
  • Sie haben unseren ZVW-WhatsApp-Newsletter bereits abonniert und wollen zusätzlich noch den VfB-Newsletter erhalten? Dann schicken Sie uns einfach via WhatsApp eine kurze Nachricht und wir schalten Sie für unseren neuen Service frei.