VfB Stuttgart

Der Schalker Doppelschlag "killt" den VfB

Fußball FC Schalke 04 vs. VfB Stuttgart_0
Schalkles Nabil Bentaleb enteilt VfB-Abwehrspieler Andreas Beck. © Danny Galm

Gelsenkirchen.
Zum Abschluss des 3. Spieltages musste sich der VfB Stuttgart am Sonntagabend dem FC Schalke 04 geschlagen geben. Vor 61.098 Zuschauern bezwangen die „Knappen“ den Aufsteiger mit 3:1 (1:1). Bentaleb (4.), Naldo (46.) und Burgstaller (47.) trafen für die Schalker, Chadrac Akolo erzielte das zwischenzeitliche 1:1 (40.).

Die 2. Saisonniederlage des VfB Stuttgart in der ZVW-Analyse:

Spielverlauf kompakt

Nach dem frühen Gegentor durch einen Foulelfmeter (Bentaleb/4. Minute) musste der VfB den eigentlichen Matchplan über den Haufen werfen und die Initiative übernehmen. Damit tat sich die junge Wolf-Elf gegen kompakte und disziplinierte Schalker lange schwer. Dem Stuttgarter Spiel fehlten Tempo und Konsequenz im letzten Drittel. Viel Ballbesitz (65 Prozent), aber wenig Torgefahr waren die Folge.

Die erste Torannäherung des VfB gab es nach rund 20 Minuten durch einen Kopfball von Benjamin Pavard. Der FC Schalke verwaltetet lediglich seine Führung und versuchte den VfB zu locken. Das gelang der Tedesco-Elf aber nicht und die Schwaben fanden immer besser ins Spiel, wurden sicherer im Passspiel und kamen kurz vor der Pause zum Ausgleich: Akolo erzielte sein erstes Bundesliga-Tor nach feiner Vorarbeit von Brekalo (40.).

Domenico Tedesco versuchte seine Mannschaft nach dem Wiederanpfiff durch einen Doppelwechsel aus der Lethargie zu reißen und das klappte auf Anhieb: Innerhalb von 82 Sekunden brachten Innenverteidiger Naldo (46.) und der eingewechselte Guido Burgstaller (47.) Schalke mit 3:1 in Führung – der VfB zu Beginn der 2. Hälfte im Tiefschlaf.

Der Schalker Doppelschlag zeigte Wirkung beim Aufsteiger, der in der Folge fahrig und unkonzentriert agierte. Es dauerte rund zehn Minuten bis der VfB schleppend wieder ins Spiel fand. Im Gegensatz zur ersten Hälfte ruhten sich die Schalker aber nicht auf ihrer Führung aus, sondern setzten immer wieder Nadelstiche. Die Schlussoffensive der Schwaben blieb aus und so kamen die Schalker gegen den VfB zu einem verdienten Heimsieg.

Formation und Aufstellung

Im Vergleich zum 1:0-Erfolg gegen Mainz am 2. Spieltag nahm VfB-Trainer Hannes Wolf nur einen Wechsel vor: Neuzugang Andreas Beck gab auf Schalke sein Startelfdebüt und stand nach neun Jahren wieder im VfB-Trikot auf dem Platz. Zudem rückte Benjamin Pavard für den verletzten Holger Badstuber auf seine angestammte Position in der Innenverteidigung.

Den Defensiv-Verbund organisierte in dieser Woche Timo Baumgartl flankiert von Marcin Kaminski (li.) und Benjamin Pavard (re.). Auf den Außenverteidigerpositionen im 3-4-2-1-System durften links Dennis Aogo und auf der rechten Seite Rückkehrer Andreas Beck ran. Die Doppelsechs bildeten erneut der junge Mangala und der erfahrene Kapitän Christian Gentner.

Josip Brekalo (li.) und Chadrac Akolo (re.) sollten über die Flügel wirbeln und in der Mitte Simon Terodde bedienen.

Spielidee und Taktik

Auch gegen den FC Schalke 04 schickte Hannes Wolf seine Mannschaft mit einer Dreier-/Fünferkette auf den Rasen. Ziel war es den Hausherren in ihrem offensiven 3-4-3-System mit zwei hochstehenden Außenverteidigern (Kehrer und Oczipka) und drei aggressiven Stürmern (Harit, Meyer und Konoplyanka), kompakt entgegen zu treten.

Hannes Wolf wollte die „Knappen“ aus der Reserve locken und dann über schnelles Umschaltspiel eigene Torchancen kreieren. Durch kompaktes Verschieben sollte eigentlich die Tedesco-Elf gezwungen werden lange Bälle zu schlagen, doch nach dem frühen Gegentreffer konnte der FC Schalke in genau diese Rolle schlüpfen.

Von der aufgeheizten Atmosphäre in der Schalker Arena wollte sich Hannes Wolf nicht beeindrucken lassen: „Wir wollen uns auf den Fußball konzentrieren, daran halten wir uns fest“, sagte Wolf vor dem Anpfiff.

Spielentscheider

In beiden Halbzeiten musste der VfB Stuttgart früh einem Rückstand hinterherlaufen. Mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass sich Schalke im zweiten Durchgang nicht auf seiner Führung ausruhte, sondern diese solide verteidigte und immer wieder Nadelstiche setzte.

Vor allem der frühe Doppelschlag zu Beginn der zweiten Halbzeit war zu viel für den Aufsteiger aus dem Schwabenland. Stuttgart steckte zwar zu keinem Zeitpunkt auf, war aber auch nicht in der Lage der kompakte Schalker Defensive ernsthafte Probleme zu bereiten.

Auf den Punkt gebracht

Der Schalker Doppelschlag direkt nach der Pause war auch für Abwehrspieler Andreas Beck spielentscheidend: „Das hat uns gekillt. Danach konnten wir den Schalter nicht mehr umlegen.“ Trainer Hannes Wolf bemängelte nach der Partie die vielen „klaren“ Fehler im Spiel seiner Mannschaft: „Insgesamt haben wir heute zu viele Fehler gemacht, um hier auf Schalke was zu holen.“

Sein Gegenüber Domenico Tedesco freute sich zwar über den zweiten Saisonsieg, war aber vor allen Dingen mit der ersten Hälfte seiner Mannschaft nicht zufrieden: „Wichtig war, dass wir eine Schippe drauf gelegt haben.“

Tweet des Tages

Ausblick

Auf den VfB Stuttgart wartet am nächsten Samstag (15:30 Uhr/ZVW-Liveticker) ein Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg, die ohne ihren Nationalstürmer und Ex-Stuttgarter Mario Gomez auskommen müssen. Der Kapitän der Wölfe hatte sich im Spiel gegen Hannover 96 (1:1) verletzt und wird wohl mehrere Wochen ausfallen.

Für den FC Schalke 04 geht es nach dem 2. Saisonsieg am 4. Spieltag in den hohen Norden zum SV Werder Bremen. Das Duell im Weserstadion wird um 15:30 Uhr angepfiffen. Die Bremer holten sich an diesem Wochenende ein 1:1 im Berliner Olympiastadion.

Schalke: Fährmann, Stambouli, Naldo, Nastasic, Ozcipka, Bentaleb (46. Caligiuri), Kehrer, Goretzka, M. Meyer (46. Burgstaller) , Harit (75. McKennie), Konoplyanka

Bank: Nübel (Tor), Coke, Insua, Embolo

Trainer: Domenico Tedesco

Stuttgart: Zieler, Aogo, Baumgartl, Brekalo, Terodde, Akolo (59. Donis) , Gentner, Pavard, Mangala (62. Ascacibar) , Beck (72. Beck), Kaminski

Bank: A. Meyer (Tor), Ofori, Burnic, Ailton

Trainer: Hannes Wolf

Tore: 1:0 Bentaleb (4.), 1:1 Akolo (40.), 2:1 Naldo (46.), 3:1 Burgstaller (47.)

Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)

Zuschauer: 61.098


FC Schalke 04 – VfB Stuttgart 3:1 (1:1)