VfB Stuttgart

Der VfB hat seine defensive Stabilität verloren

SC Freiburg - VfB Stuttgart 3:3_0
VfB-Keeper Zieler und die Stuttgarter Abwehr haben ihre Stabilität verloren. © ZVW/Danny Galm

Freiburg.
Als ein “Spiel für das Publikum” bezeichnete VfB-Trainer Tayfun Korkut das turbulente Landes-Duell zwischen seiner Mannschaft und dem SC Freiburg. Nach einer ereignisarmen ersten Halbzeit nahm die Partie im Schwarzwald-Stadion in den zweiten 45 Minuten mächtig Fahrt auf. 

Wie das 3:3 zwischen Stuttgart und Freiburg zustande kam, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse:

Formation und Aufstellung

Im Vergleich zum Bayern-Spiel rotierte Trainer Tayfun Korkut auf drei Positionen: Routinier Andreas Beck spielte für Pablo Maffeo im 4-4-2 als Rechtsverteidiger. Dennis Aogo und Nicolas Gonzalez kamen für Erik Thommy und Anastasios Donis neu in die Mannschaft. Holger Badstuber saß erneut nur auf der Bank. Interessant auch der Altersdurchschnitt der VfB-Elf: 27,9 Jahre.

Spielidee und Taktik

Auch in Freiburg agierte die Korkut-Elf häufig mit langen Bällen aus dem Halbfeld in Richtung von Stoßstürmer Mario Gomez. Kapitän Christian Gentner kam wie schon gegen die Bayern über den linken Flügel, Gonzalo Castro überraschend über rechts. Auf der Doppelsechs sollte der ballsichere Aogo den Gegenpart zum aggressiven Zweikämpfer Ascacibar bilden. Neuzugang Nicolas Gonzalez durfte als hängende Spitze hinter Gomez für Unruhe sorgen und war mit seiner umtriebigen Spielweise einer der auffälligsten VfB-Akteure.

Spielentscheider

Auch wenn das frühe 0:1 durch Gondorf (1.) den Freiburgern sicherlich in die Karten gespielt hat, gelang es keiner der beiden Mannschaften, Ruhe ins Spiel zu bringen. Beide Teams hatten große Probleme im Spiel mit dem Ball und leisteten sich ungemein viele technische Fehler. So entwickelte sich eine turbulente Partie, an deren Ende Gomez’ Doppelpack dem VfB immerhin einen Punkt einbrachte. 

Freiburg verteidigte leidenschaftlich, kassierte allerdings zu einfache Gegentore. Auf Seiten der Stuttgarter erwies sich der sonst so zuverlässige Torhüter Ron-Robert Zieler als Unsicherheitsfaktor. Den ehemaligen Nationalkeeper traf an zwei der drei Freiburger Treffer eine Mitschuld. Die Schwaben haben ihre defensive Stabilität aus dem Vorjahr eingebüßt und in den ersten drei Bundesliga-Spielen bereits sieben Gegentore kassiert.

Auf den Punkt gebracht

VfB-Trainer Tayfun Korkut lobte nach dem Spiel Doppelpacker Mario Gomez: “Es hat sich angedeutet, dass Mario so langsam in Fahrt kommt. So kann es weitergehen.” Die phasenweise turbulente Partie bezeichnete Korkut als “Spiel fürs Publikum”. Aus Trainersicht habe man sich das sicherlich anders  vorgestellt. Er kann mit dem Punkt dennoch gut leben: “Das war heute ein kleiner Schritt nach vorne. Nun gilt es, am Freitag endlich einen Dreier einzufahren.”

Der gelobte Stürmer ärgerte sich nach seinem 300. Bundesligaspiel über “zwei verlorene Punkte”: “Wir waren drauf und dran, das vierte Tor zu schießen - aber dann hat Freiburg das 3:3 gemacht.“ Der Ex-Nationalspieler konnte sich zwar über seine zwei Treffer freuen, gestand aber: “Natürlich ärgere ich mich über das Resultat. Ich gebe meine Tore gerne für drei Punkte her.”

Zur aktuellen Lage beim VfB äußerte sich Gomez nur knapp: “Ein Punkt nach drei Spielen ist definitiv zu wenig.” So sprach der 33-Jährige nach dem Spiel von einer “gefährlichen Situation”.  Den “verpatzten Start” ordnete der Angreifer am Sky-Mikrofon wie folgt ein: ”Wir sind der VfB und nicht Bayern oder Dortmund. Wir befinden uns da, wo wir hingehören.”

SC-Trainer Christian Streich lobte seine Mannschaft nach der Partie: “Am Ende sind wir zufrieden, weil wir zu zehnt spielen mussten und zweimal im Rückstand lagen.” Der 53-Jährige bemängelte aber zugleich, dass man zu einfache Gegentore bekommen habe: “Das ist natürlich sehr ärgerlich und schade. So viele Tore können wir gar nicht schießen, dass wir dann mal ein Spiel gewinnen.”

Ausblick

Der VfB Stuttgart eröffnet den nächsten Spieltag am Freitagabend mit seinem Heimspiel gegen den Aufsteiger Fortuna Düsseldorf. Anpfiff in der Mercedes-Benz Arena ist um 20.30 Uhr (ZVW-Liveticker). Für den SC Freiburg geht es am Samstag weiter. Um 15.30 Uhr ist die Mannschaft von Christian Streich zu Gast beim VfL Wolfsburg.