VfB Stuttgart

Der VfB ist seine akuten Abstiegssorgen los

BAU// 04.03.2018 Köln Fußball 1. FC Köln vs. VfB Stuttgart, Jubel über das Tor zum 1:3, v.l. Torschütze Andreas Beck,Erik Thommy (VfB)_0
Matchwinner Erik Thommy (re.) bejubelt den ersten Saisontreffer von Andreas Beck. © Danny Galm

Köln/Stuttgart.
Unter Tayfun Korkut hat sich der VfB Stuttgart in den vergangenen fünf Wochen von Platz 14 auf neun verbessert. Die akuten Abstiegssorgen sind die Schwaben los. Doch Zweifel bleiben.

Beck: "Er versucht einen einfachen Fußball spielen zu lassen"

Andreas Beck hält Tayfun Korkut in Stuttgart momentan genau für den richtigen Mann. "Er versucht einen einfachen Fußball spielen zu lassen, der uns jetzt hilft", lobte der ehemalige Nationalspieler den Cheftrainer des VfB am Montag bei Sky. "Dass es so von Erfolg gekrönt ist, freut uns alle. Es freut mich auch für ihn persönlich." 

Seit fünf Wochen ist Korkut jetzt beim schwäbischen Fußball-Bundesligisten. Seitdem hat sich die Stimmung zum Positiven gewandelt. Die Abstiegsangst sind die Stuttgarter nach dem 3:2 beim 1. FC Köln, dem vierten Sieg in Serie und dem Sprung auf Platz neun beinahe los.

Dabei hatte Ende Januar immense Skepsis den Trainerwechsel begleitet, Sportvorstand Michael Reschke zog mit der Entscheidung pro Korkut als Nachfolger von Hannes Wolf den Unmut der Fans auf sich.

Gomez schwärmt von Korkuts taktischen Kniffen

Doch inzwischen hat der VfB 13 Punkte in fünf Bundesliga-Partien unter dem früheren Coach von Hannover und Leverkusen gesammelt. Und nach dem Sieg am Sonntag beim Tabellenletzten schwärmte auch Topstürmer Mario Gomez von Korkuts taktischen Kniffen. "Es ist eine große Qualität, wenn man auf eine solche Situation reagieren kann. Mit den Umstellungen ging es dann besser", lobte der Torjäger, der mit zwei Treffern Matchwinner geworden war und den früheren Stuttgarter Simon Terodde in den Schatten gestellt hatte.

In der ersten Hälfte hatte der VfB eine schwache Vorstellung gezeigt, war in Rückstand geraten und hatte Glück, nur mit einem Gegentor hinten zu liegen. Dann beorderte Korkut Holger Badstuber aus dem Mittelfeld zurück in die Abwehr. Und er versetzte Erik Thommy, der alle VfB-Treffer vorbereitete, von der linken auf die rechte Seite.

"Mit den direkten Abstiegsplätzen werden wir nichts mehr zu tun haben"

Der Abstand zum Abstiegsrelegationsplatz wuchs auf acht Punkte, bis zum direkten Abstiegsrang sind es 15 Zähler. In der Rückrundentabelle sind nun nur der FC Bayern und Eintracht Frankfurt besser als der VfB. "Mit den direkten Abstiegsplätzen werden wir nichts mehr zu tun haben. Um nicht auf den Relegationsplatz zurückzufallen, benötigen wir noch vier, fünf Punkte", sagte Sportvorstand Reschke.

Für Gedanken an eine Europa-League-Qualifikation waren die Auftritte zumindest offensiv nicht überzeugend genug.

Und eine Warnung, schon jetzt von einer langfristig erfolgreichen Zusammenarbeit mit Korkut zu träumen, scheint angebracht. Bislang läuft zwar alles wie gewünscht. Wie die Schwaben mit dem neuen Cheftrainer einen Rückstand wegstecken, ist aber noch unklar.

Und: Auch anderen Trainern gelang beim Stuttgarter Unruheclub ein vielversprechender Neuanfang, dessen Schwung aber schnell verloren ging. Etwa Jürgen Kramny, mit dem der einstige Champions-League-Teilnehmer 2016 am Ende abstieg. Oder Thomas Schneider, der nach einem halben Jahr wieder Vergangenheit war.