VfB Stuttgart

Der VfB krönt seine starke Rückrunde

VfB gewinnt in München_0
Riesenjubel beim VfB Stuttgart. Die Schwaben besiegten am letzten Bundesliga-Spieltag den amtierenden Meister aus München mit 4:1. © ZVW/Danny Galm

München. Der VfB Stuttgart hat seine starke Rückrunde am letzten Spieltag mit einem 4:1-Sieg beim amtierenden Meister FC Bayern München gekrönt. Der Aufsteiger beendet die Saison somit auf dem 7. Tabellenplatz und darf weiter auf eine Teilnahme an der Europa League hoffen. Gewinnen die Bayern am 19. Mai gegen Frankfurt den DFB-Pokal, dürfen die Stuttgarter in der zweiten Qualifikationsrunde antreten.

In München musste VfB-Trainer Tayfun seine zuletzt dreimal siegreiche Startelf auf drei Positionen verändern: Dennis Aogo und Santiago Ascacibar fehlten gesperrt, Mario Gomez war am Vorabend zum ersten Mal Vater geworden. Chadrac Akolo, Anastasios Donis und Orel Mangala rückten dafür in die VfB-Startelf.

Bei den Münchnern tauschte Trainer Jupp Heynckes nach dem 3:1 in der Vorwoche in Köln ebenfalls dreimal: Anstelle von Javi Martinez, Sebastian Rudy (beide Bank) und Franck Evina (nicht im Kader) spielen Corentin Tolisso, Thiago und Franck Ribery.

Ginczek schießt den VfB in Führung

Die Bayern begannen vom Anpfiff weg dominant und bespielten die VfB-Defensive, doch die Schwaben nutzten ihre erste Torchance eiskalt: Anastasios Donis hatte ein Auge für den mitgelaufenen Daniel Ginczek, der die Kugel aus acht Metern nur noch über die Linie drücken musste (5.).

Danach zogen die sich die Stuttgarter in einem 4-5-1-System tief in die eigene Hälfte zurück und lauerten auf Kontergelegenheiten. Es dauerte bis zur 21. Minute, bis sich die Bayern erstmals durch den schwäbischen Beton gekämpft hatten. Robert Lewandowski behauptete den Ball technisch stark und bediente Corentin Tolisso - 1:1.

Zieler ist auf dem Posten

In der Folge übernahmen die Hausherren mehr und mehr die Spielkontrolle, kamen aber nur selten gefährlich vor das Tor von Ron-Robert Zieler und wenn sich einmal eine Lücke bot, war der ehemalige Nationalspieler zur Stelle. So in der 26. Minute und 33. Minute gegen Lewandowski und in der 36. Minute gegen Tolisso.

Der Druck auf Holger Badstuber und Co. wurde von Minute zu Minute größer, doch dann schlugen die Schwaben kurz vor dem Halbzeitpfiff ein zweites Mal eiskalt zu: Donis überspielte an der Mittellinie Niklas Süle, zündete den Turbo, blieb vor Ex-VfB-Keeper Ulreich cool und schob den Ball zum 2:1 ins Bayern Tor. Die mitgereisten 7.5000 VfB-Fans tobten unter dem Dach der Münchner Arena.

Stuttgarter Doppelschlag nach der Pause

Kurz nach Wiederanpfiff prüfte der eingewechselte Javi Martinez (kam für Tolisso) den aufmerksamen VfB-Keeper Zieler (47.). Nach einer starken Flanken von Emiliano Inusa kam Chadrac Akolo im Zentrum völlig frei zum Kopfball und erhöhte auf 3:1 (52.). 

Nur zwei Minuten später war Daniel Ginczek zur Stelle und staubte schnörkellos ab. Erik Thommy war zuvor mit einem Kopfball an Bayern-Keeper Ulreich gescheitert. „Und ihr wollt Deutscher Meister sein?“, hallte es vom Stuttgarter Fanblock aus durch die ausverkaufte Arena.

Erste Heimniederlage für die Bayern seit dem 2. März 2016

Beim amtierenden Meister ging in der Folge kaum noch etwas zusammen. Dicht gestaffelt verteidigten die Stuttgarter ihr Tor und die Heynckes-Elf fand kaum eine Lücke. Die beste Münchner Chance hatte Thiago, der im Eins-gegen-eins an Zieler scheiterte (74.).

Für die Bayern war es nach 38 ungeschlagenen Partien die erste Heimniederlage seit einem 1:2 gegen den Mainz 05 am 2. März 2016. Die Stuttgarter krönten auch ohne Nationalstürmer Mario Gomez, der am Freitag Vater geworden war, eine überragende Rückrunde unter Trainer Tayfun Korkut mit Platz sieben. Sollte Bayern den DFB-Pokal gewinnen, dürfte der VfB in der Qualifikation zur Europa League antreten.


FC Bayern München - VfB Stuttgart 1:4 (1:2)

München: Ulreich - Kimmich, Süle, Hummels, Rafinha - Thiago, Tolisso (46. Martinez), Ribery (70. Rudy) - James, Müller (68. Wagner) - Lewandowski

Ersatzbank: Starke (Tor), Götze, Meier, Mai

Trainer: Jupp Heynckes

Stuttgart: Zieler - Baumgartl, Badstuber, Pavard, Insua - Gentner, Mangala - Akolo (77. Bruun Larsen), Thommy - Ginczek (70. Kaminski), Donis (88. Zimmermann)

Ersatzbank: Grahl (Tor), Asano, Burnic, Özcan

Trainer: Tayfun Korkut

Tore: 0:1 Ginczek (5.), 1:1 Tolisso (21.), 1:2 Donis (42.), 1:3 Akolo (52.), 1:4 Ginczek (55.)

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel

Zuschauer: 75.000 (ausverkauft)