VfB Stuttgart

Der VfB Stuttgart feiert seinen 125. Geburtstag

VfB-Sonderausstellung im Mercedes-Benz-Museum_0
VfB-Präsident Wolfgang Dietrich. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart. Der VfB Stuttgart hat am Sonntag seinen 125. Geburtstag gefeiert. Auch der einstige Profi Guido Buchwald und Ministerpräsident Winfried Kretschmann gratulierten. Das Jubiläum fällt in eine Phase, in der der VfB einmal mehr vor einer schwierigen Herausforderung steht.

VfB-Kapitän Christian Gentner dirigierte ein Ständchen, Stadion und Rathaus leuchteten in Weiß-Rot: Trotz der angespannten Stimmung nach dem Bundesliga-Fehlstart hat der VfB Stuttgart seinen 125. Geburtstag würdig gefeiert.

"Der VfB Stuttgart ist in Baden-Württemberg absolut ein emotionaler Klasse-Verein, der die Leute bewegt. So soll es auch bleiben", sagte der frühere Weltmeister Guido Buchwald am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), der Anhänger des schwäbischen Fußball-Bundesligisten ist, gratulierte: "Seit 125 Jahren sind wir zu Recht stolz auf unseren VfB", sagte Kretschmann. Der Ministerpräsident war wie Buchwald, weitere ehemalige VfB-Größen und andere Vertreter aus Politik und Wirtschaft am Vorabend des Geburtstags zu Gast beim Festakt.

Am 9. September 1893 war der Vorgängerverein FV Stuttgart gegründet und damit die Grundlage für den Club geschaffen worden, der in seiner Historie bislang fünf deutsche Meistertitel feierte. "Die erfolgreiche Geschichte des VfBist für alle, die in diesem Verein Verantwortung tragen, Verpflichtung und Ansporn zugleich", sagte Vereinspräsident Wolfgang Dietrich.Elf Jahre nach dem bislang letzten Meister-Coup fiel das Jubiläum nicht nur in die Länderspielpause, in der aktuelle Leistungsträger wie der französische Weltmeister Benjamin Pavard und der Argentinier Santiago Ascacíbar mit ihren Auswahlteams unterwegs und Sportvorstand Michael Reschke im abgesprochenen Urlaub ist.

Der Geburtstag, der schon in der Sommerpause mit einem Party-Tag rund um das Testspiel gegen Atletico Madrid gewürdigt worden war, wird auch durch die angespannte Lage ein wenig getrübt. 

Der Auftakt in die zweite Saison nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga ist missraten. Nach null Punkten aus den ersten beiden Partien muss die Mannschaft von Trainer Tayfun Korkut einen noch schlimmeren Fehlstart abwenden und steht am kommenden Sonntag beim SC Freiburg in der Pflicht. 

Der ehemalige Defensivspieler Buchwald findet es alllerdings zu früh für eine Bewertung des Saison-Auftakts und glaubt an eine gute Saison des VfB: "Die Mannschaft ist sehr gut aufgestellt. Wir haben ein Team, das in der Bundesliga einen guten Mittelfeldplatz belegen kann", sagte der 57-Jährige.

Kurioses aus der jüngsten VfB-Historie

Seit der Gründung im Jahr 1893 trugen sich rund um den Verein für Bewegungsspiele amüsante Anekdoten und Kuriositäten zu. Die folgenden Kurzgeschichten erzählen ausschnittsweise aus der bewegten jüngeren Historie des VfB. 

1992: Daums folgenschwerer Lapsus macht den VfB zum Gespött

Es war der 30. September 1992. Der VfB Stuttgart nahm als deutscher Meister an der Qualifikation zur Champions League teil. Nach einem 3:0 im Hinspiel gegen den englischen Meister Leeds United flog die VfB-Delegation zuversichtlich auf die Insel.

Es kam anders: Leeds erzielte nach dem Stuttgarter Ausgleich noch drei Tore. Trotzdem: Der VfB wäre dank des Auswärtstors auch mit einem 1:4 weiter gewesen. Zur Absicherung wechselte Trainer Christoph Daum den Serben Jovo Simanic ein.

Ein folgenschwerer Fehler: Simanic war der vierte Ausländer im VfB-Dress, erlaubt waren nur drei. Leeds protestierte, das Entscheidungsspiel in Barcelona verlor der VfB mit 1:2. 

2005: Kuranyi und die "Scheiß-Frage"

Spielt Kevin Kuranyi in der nächsten Saison noch für den VfB? Das sei die Frage schlechthin, die die Fans im Frühjahr 2005 beschäftige, meinte Premiere-Reporter Jan Henkel. Also stellte er sie an Kuranyi.

"Wollen Sie mich verarschen?", antwortete der Stürmer und schaute entgeistert. Legendär auch seine Aussage, nachdem Henkel ihm die Ernsthaftigkeit der Frage versicherte: "Diese Antwort brauchen Sie mir nicht zu stellen." 

Und weiter: "Ich antworte nicht auf so eine Scheiß-Frage." Im Sommer wechselte er zu Schalke 04, heute nimmt er das Interview mit Humor. Würde er eine Scheiß-Frage beantworten? Ja, mit einer "Scheiß-Antwort", sagte er dem Westfälischen Anzeiger

2007: Meira und die Meisterschale

Im Mai 2007 gewann der VfB Stuttgart das letzte Saisonspiel gegen Energie Cottbus und wurde überraschend zum fünften Mal deutscher Meister. Wie üblich gab es die flache, silberne Meisterschale.

Für VfB-Kapitän Fernando Meira war das Aussehen dieses runden Stücks Silberware wohl noch überraschender als der Titel selbst. Sekunden nachdem Vereinslegende Guido Buchwald ihm das Objekt der Begierde übergeben hatte, reckte der Portugiese es schreiend in die Höhe - falsch herum. 

2018: Der VfB singt und tanzt

Musik gehört in der jüngeren Vergangenheit zum Verein wie der Brustring zum Trikot. Auf dem Weg zum WM-Titel unterstützten die Weiß-Roten Benjamin Pavard, indem sie vor dem Viertelfinale der Franzosen gegen Uruguay ein Video samt Tanz- und Gesangseinlage aufnahmen.

In die Reihe der musischen VfB-Auftritte fügte sich auch das Weihnachtsvideo von 2012 bestens ein, darin probieren sich unter anderen Martin Harnik, Antonio Rüdiger und das japanische Duo Gotoku Sakai/Shinji Okazaki an Jingle Bells.

Mitte der 90er Jahre sang das "tragischen Dreieck" mit Fredi Bobic, Marco Haber und Gerhard Poschner ihren Hit "Steh auf" - benannt haben sie sich nach dem magischen Dreieck mit Giovane Elber, Krassimir Balakow und Bobic.