VfB Stuttgart

Der VfB wird zur Heimmacht

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Die Festung Mercedes-Benz Arena. © Danny Galm
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Der VfB Stuttgart ist im Kalenderjahr 2017 in der Mercedes-Benz Arena noch unbesiegt.
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Mit beeindruckenden Choreographien stärkt die Cannstatter Kurve der Mannschaft den Rücken.
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Hannes Wolf zur Auswärtsschwäche: "Wenn man jedes einzelne Spiel isoliert betrachtet, kann man immer erklären, warum wir es verloren haben."

Stuttgart.
Seit dem späten Freitagabend befindet sich auch der VfB Stuttgart im Club der 500er: Der 2:1-Heimsieg gegen Borussia Dortmund war der 500. Heimsieg der Schwaben in der Bundesliga. Der Traditionsclub aus Bad Cannstatt ist damit erst die vierte Mannschaft – neben Bayern, Bremen und Hamburg -, die diese Marke erreicht hat.

Zu Hause ist es einfach am schönsten

Die Mercedes-Benz Arena ist im Jahr 2017 eine uneinnehmbare Festung. Ligaübergreifend sind die Stuttgarter seit 15 Heimspielen unbesiegt: Zwölf Siege, drei Remis – davon sieben Siege in der 2. Liga stehen zu Buche. Zu Hause ist es einfach am schönsten.

Wird dem Vater des Erfolges diese Serie so langsam unheimlich? „Nöööö“, schmunzelte Trainer Hannes Wolf am späten Freitagabend nach dem Erfolg über seinen ehemaligen Club, „die kann auch noch ein bisschen so bleiben.“ Es folgte das typische Hannes-Wolf-Lächeln.

Ginczek: „Gefühlt kann jeder kommen“

Insgesamt gab es seit Wolfs Amtsantritt Ende September 2016 nur eine einzige Heimniederlage: Ein 1:2 gegen Hannover 96 im Dezember 2016. Mit nur einem Gegentreffer stellen Zieler, Badstuber und Co. zudem die beste Heimdefensive der Bundesliga.

Der VfB wird zur Heimmacht und das erfüllt auch Sportvorstand Michael Reschke mit Stolz: "Was hier in der Kombination Mannschaft und Fans passiert, ist auch für die Bundesliga außergewöhnlich."

„Wenn man eine Mannschaft wie Borussia Dortmund schlägt, kann gefühlt jeder kommen“, merkte Stürmer Daniel Ginczek nach dem Erfolg über die Borussia an. „Es kommen ja auch noch zwei Kaliber“, ordnete sein Trainer umgehend ein. Gemeint sind die letzten beiden Heimspiele des Jahres gegen Bayer Leverkusen (08.12.) und den FC Bayern München (16.12.).

Leidenschaft, Emotionalität und Mut

Doch was sind die Gründe für die Stuttgarter Heimstärke? Gegen Dortmund bestach das Wolfsrudel mit Leidenschaft, Emotionalität und Mut. Auch das ausverkaufte Stadion trug seinen Teil bei: „Die Fans haben uns mitgerissen. Das war schon ein spezieller Abend“, freute sich Abwehrspieler Holger Badstuber und auch Siegtorschütze Josip Brekalo stimmte zu: "Die Stimmung war unglaublich."

Die Heimstärke des Aufsteigers hievt die Mannschaft auf einen sicheren Mittelfeldplatz. Beruhigend findet Trainer Wolf das Acht-Punkte-Polster zwischen seiner Mannschaft und dem Relegationsrang, den aktuell der SC Freiburg innehat, allerdings nicht: „Beruhigend ist gar nichts. In der Bundesliga ist eine Menge Dampf drin“, warnt der Coach.

Sechs Auswärtsspiele, sechs Niederlagen

Sorgen bereitet dem Cheftrainer dabei die schwache Auswärtsbilanz seiner Mannschaft: Während der VfB Stuttgart in der Heimtabelle auf dem Platz an der Sonne thront, halten die Schwaben in der Auswärtstabelle die Rote Laterne in ihren Händen.

Sechs Auswärtsspiele, sechs Niederlagen, null Punkte.

Doch Hannes Wolf will die Auswärtsschwäche richtig eingeordnet wissen: „Jedes Auswärtsspiel hatte seine eigene Geschichte. Wenn man jedes einzelne Spiel isoliert betrachtet, kann man immer erklären, warum wir es verloren haben. Von der Mentalität waren wir in jedem Spiel auf der Höhe.“

Der Aufsteiger kämpft nach wie vor um das Ankommen in der Bundesliga. Ein Sieg gegen ein absolutes Bundesliga-Spitzenteam hilft dem Trainer bei diesem Entwicklungsprozess enorm: „Die drei Punkte helfen uns extrem und bestärken uns auf unserem Weg, der noch vor uns liegt.“

Am Ende dieses Weges soll nach 34 Spieltagen der Klassenerhalt stehen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird der VfB aber auch den einen oder anderen Punkt in der Fremde benötigen. Gelegenheit dazu gibt es jetzt im Doppelpack: In Hannover (24.11.) und in Bremen (02.12.).