VfB Stuttgart

Durchbruch im zweiten VfB-Jahr? Florian Müller auf dem Weg zum Führungsspieler

Florian Müller
VfB-Keeper Florian Müller. © Danny Galm

Präsent und energiegeladen hat Trainer Pellegrino Matarazzo seinen Torhüter Florian Müller in der Trainingswoche nach dem Liga-Auftakt gegen RB Leipzig erlebt. Beim 1:1 gegen die Sachsen hat sich der Torhüter des VfB Stuttgart in hervorragender Form präsentiert. An den bärenstarken Auftritt will der 24-jährige Keeper am Samstag (13.08.) in Bremen anknüpfen. Und so endlich zum lange erhofften Führungsspieler in der jungen Mannschaft werden.

Matarazzo: „Flo hat sich etwas vorgenommen dieses Jahr“

Vom ersten Tag der Vorbereitung an hat der Schlussmann auf sich aufmerksam gemacht. „Flo hat sich etwas vorgenommen dieses Jahr“, sagt Pellegrino Matarazzo über seine Nummer eins, die eine überaus unbefriedigende erste Spielzeit in Bad Cannstatt erlebt hatte. 

Zunächst verpasste der neuverpflichtete Torhüter nahezu die komplette Vorbereitung, weil er im Sommer 2021 mit der deutschen Auswahl das olympische Fußball-Turnier spielte. Im Lauf der Hinrunde fing sich Müller dann auch noch eine Corona-Erkrankung ein, die ihn mehrere Wochen ausbremste

„Da haben ihm ein paar Prozentpunkte gefehlt, auch in Sachen Athletik“, sagt Sportdirektor Sven Mislintat in der Rückschau. In der Folge wurde der junge Keeper lange Zeit nicht zum erhofften Fels in der Brandung. Die komplizierte Gesamtsituation des Teams mit vielen Verletzten und dem Druck im Abstiegskampf tat ihr Übriges. 

Ein Torhüter im Wachstum

Letztlich sicherte Müller seiner Mannschaft aber bereits im Schlussspurt der vergangenen Runde im Heimspiel gegen Wolfsburg und vor allem in der Auswärtspartie beim FC Bayern München wertvolle Punkte. An eben jenes Leistungsniveau knüpfte der Saarländer nun beim Liga-Auftakt gegen Leipzig an. 

Mit acht - teilweise bockstarken - Paraden hielt er den Punktgewinn gegen den amtierenden Pokalsieger fest. „Er hat jetzt mal eine volle Vorbereitung gespielt. Das merkt man“, befand Sven Mislintat im Nachgang. Der 24-Jährige sei ein „super Junge“ und „ein junger Torwart, der weiter wächst“. 

Dabei gerät fast schon in Vergessenheit, dass der Saarländer gegen Leipzig sein 104. Spiel im Fußball-Oberhaus absolvierte. Der in der Mainzer Torwartschule von Stephan Kuhnert ausgebildete Keeper bringt also nicht nur eine Menge Potential mit, sondern hat in seinen jungen Jahren bereits einiges erlebt. Und dabei eben nicht nur die Sonnenseiten des Torhüterlebens mitgemacht (Saison 2020/21 beim SC Freiburg). Auch mit Hilfe der Erfahrungen aus der schwierigen Premierensaison beim VfB will sich Müller weiterentwickeln. 

Auch Müller-Vorgänger Kobel überzeugte nicht von Anfang an

Und nebenbei: Müllers Vorgänger zwischen den Pfosten, der mittlerweile zum BVB gewechselte Gregor Kobel, konnte in seiner ersten VfB-Spielzeit ebenfalls nicht durchweg überzeugen. Erst im zweiten Jahr brachte der Schweizer sein Potential konstant auf den Platz. Mittlerweile zählt Kobel zu den besten Schlussmännern der Bundesliga.

Ob der Gala-Auftritt gegen Leipzig nun der endgültige Durchbruch im Stuttgarter Kasten für Florian Müller war, bleibt abzuwarten. Die Tendenz stimmt jedenfalls. Schon während der Vorbereitung präsentierte sich der 1,90 Meter Mann gereift und selbstbewusst, auch in Sachen Kommunikation und Körpersprache hat Müller einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Schließlich soll er in der jungen Mannschaft endlich eine Führungsrolle übernehmen. Und mit guten Leistungen wie gegen RB vorangehen.

Qualitätsmerkmal Konstanz: Was einen Führungsspieler auszeichnet

Wie weit der 24-Jährige auf seinem Weg zum Führungsspieler bereits ist, dürfen die Fans am Samstagnachmittag im ersten Auswärtsspiel der neuen Bundesliga-Saison beim SV Werder Bremen beobachten. Letztlich bleibt das vielleicht entscheidende Qualitätsmerkmal eines Leaders auf dem Platz die Konstanz in seinen Leistungen.