VfB Stuttgart

Ehemalige Präsidentschaftsbewerber Riethmüller, Bizer und Schosser beantragen Satzungsänderung

VfB Stuttgart gegen 1. FC Köln (13.10.2017)_0
Symbolbild. © Büttner / ZVW

Die ehemaligen Präsidentschaftsbewerber Christian Riethmüller, Martin Bizer und Susanne Schosser hatten sich bereits zu Beginn des Jahres mit einem offenen Brief im Führungschaos beim VfB Stuttgart zu Wort gemeldet. Auch im Podcast unserer Redaktion bezog das Trio klar Stellung zu den aktuellen Querelen an der Mercedesstraße. Mit einem Antrag auf Satzungsänderung erheben die drei Ex-Konkurrenten von Amtsinhaber Claus Vogt nun ein weiteres Mal ihre Stimme.

Ihr Anliegen: Dem gewählten Präsidenten soll auf der Mitgliederversammlung das Recht eingeräumt werden, sich erneut dem Votum der Mitglieder zu stellen. Bislang erlaubt die Satzung die Nichtnominierung des amtierenden Clubchefs (siehe Infobox). Die Entscheidung über die Präsidentschafts-Kandidaten trifft der Vereinsbeirat.

„Die Unterzeichner wollen dies nicht als eine Parteinahme für den derzeitigen Präsidenten verstanden wissen“, heißt es in einer begleitenden Pressemitteilung, „vielmehr sollte dies im Sinne eines guten demokratischen Miteinanders und der von allen Seiten propagierten Transparenz eine Selbstverständlichkeit sein.“ Riethmüller, Bizer und Schossen betrachten ihren Antrag deshalb als „einen notwendigen und sinnvollen Schritt und als wichtigen Beitrag, den VfB Stuttgart als weltoffenen und modernen Verein weiterzuentwickeln“.

Der Antrag auf Satzungsänderung wurde frist- und formgerecht Anfang Februar eingereicht. „Aufgrund der möglichen Relevanz der Anträge für den Verlauf der Mitgliederversammlung und der dort anstehenden Wahlen sollen diese Anträge zu Beginn der Mitgliederversammlung zur Abstimmung gestellt werden“, heißt es weiter. Nur auf diese Weise können die Anträge ihre „unmittelbare Rechtswirkung (konkret die Wahl des Präsidiums) entfalten“.

Der Antrag auf Satzungsänderung im Detail

  • In der geltenden Satzung heißt es in § 16 Abs. 3 Satz 4: „Der Vereinsbeirat kann der Mitgliederversammlung in freier Entscheidung für jede Position einzeln bis zu zwei Kandidaten zur Wahl vorschlagen.
  • Der Satz ist zu streichen und wird ersetzt durch drei Sätze mit dem folgenden Wortlaut: „Der Vereinsbeirat schlägt der Mitgliederversammlung für jede Position einzeln drei Kandidaten zur Wahl vor, wenn nicht weniger Kandidaten kandidieren. Die zur Wahl zugelassenen Kandidaten müssen den Mitgliedern mindestens zwei Monate vor der Wahl bekannt gegeben werden. Kandidiert der Präsident im Amt, ist er zur Wiederwahl vorzuschlagen, wenn vom Vereinsbeirat darzulegende rechtliche Gründe dem nicht entgegenstehen.
  • Neu gefasst wird § 16 Abs. 3 a): „Werden für eine Position drei Kandidaten zur Wahl vorgeschlagen, werden in einem ersten Wahlgang die zwei Kandidaten der drei Kandidaten gewählt, die am meisten der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen und zugleich mehr Ja-Stimmen als der dritte Kandidat erhalten. Bei Stimmengleichheit der Zweit- und Drittplatzierten findet ein zweiter Wahlgang statt. Erhalten auch im zweiten Wahlgang nicht zwei Kandidaten eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen, so werden zwei oder der zweite Kandidat(en) durch den Vereinsbeirat festgelegt. Danach erfolgt die Wahl nach Maßgabe von Abs. 3 b).
  • Die bisherigen Abs. 3 a), b) und c) werden Abs. 3 b), c) und d).
  • Zudem gibt es noch einen weiteren Antrag zur MV: „Für den Fall, dass der Präsident im Amt nicht zur Wahl vorgeschlagen wurde und der Antrag auf

    Satzungsänderung (§16 Ziff. 3 Satz 4) angenommen wurde, ist der Präsident im Amt bereits auf dieser Mitgliederversammlung zur Wahl zuzulassen, wenn er sich zur Wahl stellt. Die Bekanntgabefrist von zwei Monaten ist für diesen Fall ausgesetzt.“