VfB Stuttgart

Ein VfB-Urgestein als Interimslösung

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VfB-Interimstrainer Andreas Hinkel. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart. Bis auf Weiteres wird Ex-Nationalspieler Andreas Hinkel das Training beim VfB Stuttgart leiten. Gemeinsam mit Athletiktrainer Matthias Schiffers, Individualcoach Andreas Schumacher und Torwartrainer Marco Langner ist der gebürtige Backnanger die Interimslösung von Sportvorstand Michael Reschke. Als Dauerlösung für den Cheftrainerposten ist der 36-Jährige allerdings nicht angedacht.

Bis zum nächsten Bundesliga-Spiel gegen Borussia Dortmund (20. Oktober) soll ein neuer Cheftrainer gefunden sein. Laut Präsident Wolfgang Dietrich sitzt Hinkel nur dann auf auf der Stuttgarter Trainerbank, "wenn wir nicht den idealen Mann bis dahin gefunden haben."

Als Interimslösung ist Hinkel für die Vereinsführung jedoch der ideale Mann: Mit Mario Gomez, Christian Gentner und Andreas Beck hat der 36-Jährige noch zusammengespielt. Die Mannschaft kennt er bestens, da er in den letzten Wochen im Rahmen seiner Ausbildung zum Fußball-Lehrer bei Tayfun Korkut hospitierte.

14 Jahre im Trikot des VfB Stuttgart

Eine Dauerlösung mit dem ehemaligen Coach der zweiten VfB-Mannschaft scheint aber derzeit nicht vorstellbar. Präsident Dietrich: „Wir haben Vertrauen in Andreas Hinkel, dass er nötigerweise auch ein oder zwei Spiele als Interimstrainer machen kann.“ Parallel sucht Reschke nach einem neuen Cheftrainer. Als angehender Fußball-Lehrer greift eine Ausnahmeregelung, die es Hinkel ermöglichen würde, gegen Dortmund und auch darüber hinaus auf der Bank Platz zu nehmen. 

Dort saß das VfB-Urgestein schon einmal: In der Saison 2016/17 assistierte er dem damaligen Interimstrainer Olaf Janßen bei zwei Zweitliga-Spielen (2:0 in Kaiserslautern, 1:0 gegen Braunschweig).

Der heute 36-Jährige trug insgesamt 14 Jahre das Trikot des VfB Stuttgart, dabei 162-mal in der Bundesliga. In seiner Jugend kickte er für den TSV Leutenbach und wechselte 1992 im Alter von zehn Jahren zum VfB Stuttgart.

Bei den Schwaben durchlief der Abwehrspieler alle Jugendmannschaften und gab am 15. Februar 2001 im UEFA-Pokal-Spiel gegen Celta Vigo sein Debüt in der Profimannschaft. Hinkel gehörte zu den „Jungen Wilden“ des VfB Stuttgart, die 2003 Vizemeister wurden. 2006 beschloss Hinkel, eine neue Herausforderung anzunehmen, und wechselte nach Spanien zum FC Sevilla.

21 Einsätze für die DFB-Elf

Mit dem FC Sevilla gewann er 2007 den UEFA-Pokal. 2008 wechselte der Abwehrspieler zu Celtic Glasgow und wurde mit Celtic Schottischer Meister. 2011 kehrte Hinkel noch einmal in die Bundesliga zurück und schnürte für eine Saison die Kickschuhe für den SC Freiburg. Im September 2012 beendete er seine Laufbahn als Profifußballer.

Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn, im Laufe derer er auch 21 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auflief, arbeitete der ehemalige Rechtsverteidiger als Trainer im Nachwuchsbereich der Stuttgarter und begann 2018 mit der Ausbildung zum Fußball-Lehrer. 

Hinkel lebt mit seiner Frau Simone und seinen vier Kindern Amelie, Samy, Ronja und Joshua in Birkmannsweiler.


Hintergrund: Das DFB-Lizenzsystem

Das Lizenzsystem des DFB ist vierstufig aufgebaut. Auf der untersten Ebene befindet sich die "Trainer-C-Lizenz" (UEFA B Level), darüber kommt die "B-Lizenz "(UEFA B Level). Die dritte Stufe ist die "A-Lizenz" (UEFA A Level) und schließlich folgt als höchste Qualifikation die "Fußball-Lehrer-Lizenz" (UEFA Pro Level).

Hierarchisch untergeordnet sind verschiedene Basisqualifikationen wie der "Trainer C – Breitenfußball" oder als Lizenzvorstufe der "Teamleiter" für Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder für Freizeit- und Breitensport.

Die Ausbildung zum Fußball-Lehrer dauert insgesamt elf Monate (46 Wochen zuzüglich zwei Wochen Prüfung). Dabei folgt die Unterteilung in Unterrichtsblöcke in der Hennes-Weisweiler-Akademie in Köln und Praktikumsphasen in Verein und Verband.