VfB Stuttgart

Entscheidende Eingriffe

VfB Stuttgart Testspiel gegen Lausanne_0
Der VfB Stuttgart und Trainer Hannes Wolf haben im Trainingslager den Grundstein für eine erfolgreiche Rückrunde gelegt. © Danny Galm

Stuttgart.
Schlecht gespielt und trotzdem gewonnen – der Premierenauftritt des VfB Stuttgart im neuen Kalenderjahr hat allen Beteiligten (mal wieder) deutlich vor Augen geführt, wie lange und beschwerlich der Weg zurück in die Bundesliga noch sein wird.

Ein wenig überzeugender Auftritt der VfB-Elf

Vor ausverkauftem Haus im stimmungsvollen Millerntor-Stadion taten sich die Schwaben lange Zeit extrem schwer. Das lag zum einen am seifig morastigen Untergrund auf der Reeperbahn und der kämpferischen Spielweiser der Hausherren, zum anderen aber auch am wenig überzeugenden Auftritt der VfB-Elf.

Eine nahezu makellose Vorbereitung liegt hinter dem VfB. Ohne Gegentreffer marschierten die Schützlinge von Hannes Wolf durch die vier Testspiele in der Wintervorbereitung und auch im siebentägigen Trainingslager wurde fleißig geackert und geschuftet.  

Holpriger - aber siegreicher - Rückrundenstart

Wir sind insgesamt stabiler geworden. Die Wahrscheinlichkeit, erfolgreich zu sein, ist größer geworden“, sagte Hannes Wolf vor dem im wahrsten Sinne des Wortes holprigen – aber eben auch siegreichen - Rückrundenstart seiner Mannschaft.

Den ersten Spielverlauf der Rückrunde kann man aus zwei Perspektiven schildern. Entweder: Der VfB nahm den Kampf an und scheute keinen Zweikampf. Oder: Der Tabellenletzte und der große Aufstiegskandidat agierten auf dem gleichen, spielerisch schwachem Niveau.

Den Sieg eingewechselt

Erst in den letzten zwanzig Minuten der Partie offenbarte sich, wie viel St. Pauli bisher investiert hatte. Der VfB bekam mehr Platz und nutzte ihn, um mit dem einzig richtig guten Angriff des Spiels das entscheidende Tor zu schießen. An dem waren die beiden eingewechselten Daniel Ginczek und Carlos Mane maßgeblich beteiligt. Wolfs Wechsel waren entscheidende Eingriffe und brachten letztenendes den ersehnten Dreier.

Hannes Wolf’s Matchplan und seine überraschende Startelf mit Neuzugang Julian Green und Jean Zimmer in der ersten Elf, konnten durch die Einwechslungen in der zweiten Hälfte noch einmal in die richtigen Bahnen gelenkt werden.

Personelle und taktische Maßnahmen griffen lange Zeit nicht

Einerseits war es ja der Plan gewesen, am Hamburger Millerntor noch einmal schwungvoll nachlegen zu können, wenn nötig. Andererseits griffen die personellen und taktischen Maßnahmen beim VfB lange Zeit nicht. Weder Julian Green auf links, noch Jean Zimmer auf rechts, konnten überzeugen und blieben lange wirkungslos.

Dass bei den Gästen offensiv trotzdem wenig zusammenlief hatte vor allem damit zu tun, dass der VfB immer wieder den Weg über die Flügel suchte und seine Angriffe zu wenig in Richtung Tor vorantrieb. Es gab kaum Dribblings ins Zentrum und zu viele lange Bälle die Linie entlang. Erst mit der Einwechslung von Mané kamen mehr Dribblings und mehr Torgefahr. Passenderweise erzielte er dann auch das entscheidende Tor.

„Ein guter Verstärker“

„Wir hatten Mentalität, Härte und haben es auch läuferisch durchgezogen“, sagte Hannes Wolf nach dem Auftaktsieg über die Hamburger: „Das ist ein guter Verstärker auf dem Weg, den wir jetzt gehen wollen.“

Dieser Weg soll zurück in die Bundesliga führen, sieht aber noch 16 Zwischenstopps vor, den nächsten am nächsten Montag (20:15 Uhr/ZVW-Liveticker) in der Mercedes-Benz-Arena, wenn Fortuna Düsseldorf zu Gast ist. „Keiner von uns denkt, dass es dann einfacher wird“, versicherte Hannes Wolf. Nach dem mühsamen Sieg am Millerntor gibt es dafür auch keinen Grund.