VfB Stuttgart

Ex-VfB-Stürmer Marco Grüttner ist in Torlaune

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Marco Grüttner
Marco Grüttner von Regensburg jubelt nach einem Treffer. Foto: Armin Weigel/Archiv © dpa
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Trifft am Samstag auf seine alten Kollegen: Stürmer Hamadi Al Ghaddioui.
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Beförderung
Mersad Selimbegovic (l) wurde Nachfolger von Achim Beierlorzer. Foto: Armin Weigel © Armin Weigel
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Trug in der letzten Saison noch das VfB-Trikot: SSV-Stammkeeper Alexander Meyer.

Stuttgart/Regensburg.
Eines verbindet den VfB Stuttgart mit seinem kommenden Gegner: Sowohl beim SSV Jahn Regensburg als auch bei der Elf von Tim Walter wurde im Sommer ein großer Umbruch vollzogen - angefangen beim Trainer bis hin zu weiten Teilen der Mannschaft. Allerdings geschah dies mit unterschiedlichen Vorzeichen. Während ein Neuanfang bei den Schwaben nach zwei Abstiegen in drei Jahren unumgänglich war, wurde der Jahn gewissermaßen dazu gezwungen, seinen Coach sowie einige Leistungsträger ziehen zu lassen. Der Grund dafür war die vergangene Saison, welche die Regensburger überraschend auf einem starken achten Platz beendet und damit Begehrlichkeiten geweckt hatten. Zu Beginn der neuen Spielzeit überzeugt ausgerechnet ein Ex-VfB'ler im Trikot der Oberpfälzer. 

So verlief der Saisonstart

Im Sommer verließen Sargis Adamyan (TSG Hoffenheim) und Hamadi Al Ghaddioui, der am Samstag (13 Uhr / ZVW-Liveticker) mit dem VfB Stuttgart an alte Wirkungsstätte zurückkehrt, den Jahn. Die beiden Offensivspieler waren in der vergangenen Spielzeit an 45 der insgesamt 55 Regensburger Treffer direkt beteiligt und hatten damit einen wesentlichen Anteil an der starken Saison des SSV. Zu Beginn der neuen Runde spielt sich jetzt aber ausgerechnet der Ex-Stuttgarter Marco Grüttner ins Rampenlicht.

Der Kapitän erzielte am vergangenen Spieltag bei der Partie in Wiesbaden (5:0-Sieg) seinen ersten Dreierpack im deutschen Profifußball. Für den Stürmer wird es ein Wiedersehen mit seinem alten Verein: Für die Amateure des VfB erzielte Grüttner, der nach sechs Spielen bereits vier Treffer auf dem Konto hat, in 100 Drittliga-Partien 20 Treffer und dürfte gegen die Ex-Kollegen besonders motiviert sein.

Nach der letzten Saison musste zudem die Position des Cheftrainers neu besetzt werden. Achim Beierlorzer hatte den Jahn mit offensivem und mutigem Fußball in der zweiten Liga etabliert und Schritt für Schritt in höhere Tabellenregionen geführt. Dem Ruf aus der Bundesliga, genauer gesagt vom 1. FC Köln, konnte der 51-Jährige jedoch nicht widerstehen und zog nach zwei erfolgreichen Jahren beim Jahn weiter. Der neue Coach, Mersad Selimbegovic, kennt den Verein wie seine Westentasche: Seit 2012 arbeitet der Bosnier beim Jahn, zuletzt als Co-Trainer unter Beierlorzer. Dadurch haben sich die Philosophie und Herangehensweise an ein Spiel kaum verändert.

Der Saisonstart gibt den Regensburgern recht, denn: Mit sieben Punkten nach fünf Spielen und dem Weiterkommen im Pokal beim Viertligisten Saarbrücken darf von einem geglückten Saisonstart gesprochen werden. Nach dem 5:0-Kantersieg beim Aufsteiger Wiesbaden steht der Jahn aktuell mit Rang acht im gesicherten Mittelfeld der Liga - und möchte dort auch möglichst lange bleiben.

Wiedersehen alter Bekannter

Zwischen dem VfB und Jahn Regensburg lassen sich so einige Querverbindungen erkennen: Der Ersatzkeeper der Oberpfälzer, Alexander Meyer, spielte bis zur letzten Saison für die Schwaben, kam beim Absteiger aber nicht zum Einsatz. Zusammen mit den beiden Stürmern, Grüttner und Al Ghaddioui, die vor längerer Zeit bzw. vor kurzem erst die Trikots wechselten, kommt die anstehende Partie beider Zweitligisten einem großen Klassentreffen gleich. Dabei geht es für beide Teams darum, einen wichtigen Dreier für den weiteren Saisonverlauf einzufahren. Für den VfB, um sich an der Tabellenspitze festzusetzen und den ersten Auswärtssieg der Saison zu feiern. Für die Regensburger, um mehr Konstanz in die eigenen Leistungen und Ergebnisse zu bekommen. Alles mit dem Ziel, auch im nächsten Jahr im Unterhaus des deutschen Fußballs vertreten zu sein. 

Wenn sich Marco Grüttner weiterhin in Torlaune präsentiert und seine eindrucksvolle Quote im Abschluss halten kann, dürfte dieser Wunsch auch in Erfüllung gehen. Seit mittlerweile drei Spielzeiten ist der gebürtige Ludwigsburger mit Regensburg in der 2. Liga unterwegs und hat dabei Jahr für Jahr beachtliche Scorer-Werte zu verzeichnen: Der 33-Jährige erzielte in 113 Zweitliga-Spielen für den Jahn 44 Treffer und lieferte 22 Torvorlagen. Nicht der erste und einzige Ex-Stuttgarter, dem man am Wasen nicht den großen Durchbruch zugetraut hatte. Nun werden die Verantwortlichen beim VfB eines besseren belehrt. Doch auch die VfB-Offensive braucht sich nicht dahinter zu verstecken - die Weichen für eine torreiche Begegnung im Jahn-Sportpark sind also gestellt.

Augen auf vor Junioren-Nationalspieler Sebastian Stolze

VfB-Trainer Tim Walter weiß aus seiner Zeit bei Holstein Kiel genau, was seine Mannschaft am Wochenende in Regensburg erwartet: "Auch der Jahn wird tief stehen und versuchen, uns mit Nadelstichen weh zu tun." Vor allem im Umschaltspiel seien die Oberpfälzer enorm gefährlich, so Walter, der ein ähnliches Spiel wie zuletzt beim 2:1-Heimsieg gegen den VfL Bochum erwartet. Neben dem treffsicheren Marco Grüttner konnte ein weiterer Akteur im Trikot der Regensburger in den letzten Wochen auf sich aufmerksam machen: Sebastian Stolze.

Beim 24-jährigen Flügelspieler stehen bereits ein Treffer sowie fünf Vorlagen zu Buche, womit der Junioren-Nationalspieler bis dato an über der Hälfte aller Jahn-Tore direkt beteiligt gewesen ist. Nach einer Leihe wurde Stolze im Mai von der zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg fest verpflichtet und gilt aktuell als der Shootingstar bei den Oberpfälzern.Dem Spiel des Jahn wollen die Schwaben mit sicherem Kombinationsfußball entgegentreten und damit deren gefährliche Angreifer  erst gar nicht zur Entfaltung kommen lassen. "Wir müssen sie gut bespielen und unser eigenes Spiel durchziehen", gibt Tim Walter die Marschroute vor. Nachdem der VfB zuletzt die nötige Dominanz und Konsequenz vermissen ließ, sollen diese Tugenden am Samstag wieder deutlich zu sehen sein.

Die Hoffnungen im Sturm ruhen dabei auch auf Hamadi Al Ghaddioui, der zuletzt eine deutliche Delle in seiner Leistungskurve hatte. Dennoch hat der Neuzugang das Vertrauen des Trainers: "Die schlechte Phase gestehe ich ihm zu, da er zuletzt einen rasanten Aufstieg hatte. Aus dem Loch wird er sicher wieder herauskommen." Am Samstag bei den Ex-Kollegen wäre ein guter Zeitpunkt, damit anzufangen.


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