VfB Stuttgart

Fünf sieglose Spiele in Serie: Wie der VfB gegen Hoffenheim die Trendwende schaffen will

Pellegrino Matarazzo
Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo spricht beim Interview vor der Partie. Foto: Tom Weller/dpa/archivbild © Tom Weller

Einen Stürmer wie Silas Katompa Mvumpa könnte der VfB Stuttgart für das erhoffte Ende der Ergebnisdelle besonders gut gebrauchen. Doch noch auf Wochen hinaus kann der Flügelflitzer nur als Zuschauer die Daumen drücken. Weil er inzwischen für Rehatraining auf dem Rasen stand, war er vor dem Landesduell mit der TSG 1899 Hoffenheim am Samstag (15.30 Uhr/Sky) zwar ein Thema. «Er hat gelächelt und gestrahlt – wir haben uns sehr gefreut», berichtete VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo am Freitag (01.10.). Doch die Rückkehr ins Mannschaftstraining ist ein halbes Jahr nach dem Kreuzbandriss und auch nach der Stippvisite auf dem Trainingsplatz weiter nicht genau absehbar.

Die Trendwende muss also ohne Silas gelingen. Nach fünf sieglosen Spielen nacheinander wollen die Stuttgarter beim Wiedersehen mit dem Ex-Club von Matarazzo endlich wieder jubeln. Schließlich wird die Situation ernster, sollte der VfB wieder nicht gewinnen. Es könnte ein Vorzeichen dafür sein, dass diese zweite Saison nach der Erstliga-Rückkehr schwieriger wird als die erste.

«Jetzt geht es darum, zu Kräften zu kommen, was das Offensivspiel angeht»

«Was ich gespürt habe in der Vergangenheit, ist eine gewisse Verunsicherung», sagte Matarazzo über den Saisonstart und die Gegentore. Die Defensive ist aber nach dem 0:0 beim VfL Bochum am vergangenen Spieltag wohl nicht mehr das dringendste Problem. Jetzt ist gegen die Hoffenheimer um Torjäger Andrej Kramaric, die sich mit einem 3:1 gegen Wolfsburg einstimmten, die Offensive gefordert.

«Ich habe das Gefühl, dass wir uns in den letzten drei Spielen defensiv stabilisiert haben. Das war unser Ziel, das haben wir auch geschafft», sagte Matarazzo. Jetzt gehe es um die richtige Balance zwischen defensiver Stabilität und offensivem Mut und Risiko, forderte der Coach. «Jetzt geht es darum, zu Kräften zu kommen, was das Offensivspiel angeht.»

Der Angriff lahmt aus unterschiedlichen Gründen. Dass ein Leistungsträger wie Nicolas Gonzalez nun für den AC Florenz stürmt, zählt dazu. Schwer wiegt auch, dass Sasa Kalajdzic nach seiner Schulter-Operation wohl noch länger ausfallen wird als Silas, der im Laufe des Novembers wieder zur Verfügung stehen soll. Einen zuverlässigen Torschützen wie den österreichischen Nationalstürmer hat der VfB derzeit nicht. Und es mangelt an Effizienz. Die Schwaben (93) stehen bei der Torschuss-Statistik der Liga zwar nur hinter dem FC Bayern (107) und RB Leipzig (98). Sie kommen aber nur auf neun Treffer - erzielt von sieben unterschiedlichen Spielern.

Chris Führich in die Startelf?

«Die Mannschaft ist gefährlich, überhaupt nicht zu unterschätzen», hatte Hoffenheim-Trainer Sebastian Hoeneß dennoch gesagt. «Ich sehe da auch keine wirklich schwierige Phase oder Krise.» Das sei «etwas Mediales», meinte der einstige VfB-Jugendspieler.

Für Besserung bei den Stuttgartern soll Flügelspieler Chris Führich sorgen. Den Saisonauftakt hatte der Neuzugang vom SC Paderborn verletzt verpasst, in Bochum konnte der 23-Jährige nach seiner Einwechslung für sich werben. Nun ist er erstmals für die Startelf eine Option.

Matarazzo denkt zudem auch darüber nach, den routinierten Spielmacher Daniel Didavi von Beginn an zu bringen, um ein weiteres Negativerlebnis zu vermeiden. Länger als bisher hat der VfB unter ihm noch nie auf einen Erfolg gewartet. Drei Niederlagen im eigenen Stadion nacheinander wären ebenso eine unrühmliche Premiere unter dem Coach.