VfB Stuttgart

Feinarbeit statt Radikalumbruch: Wie Sven Mislintat den VfB-Kader für die Bundesliga zusammenstellt

Sven Mislintat
Sven Mislintat, Sportdirektor beim VfB Stuttgart, sitzt auf der Bank. Foto: Sebastian Gollnow/Archivbild © dpa

Statt eines radikalen Umbruchs wie im vergangenen Sommer ist für Sven Mislintat diesmal Feinarbeit gefragt. Anders als nach dem Abstieg 2019, in dessen Folge er fast 20 neue Spieler holte, will der Sportdirektor den Kader des VfB Stuttgart für die Comeback-Saison in der Fußball-Bundesliga nur geringfügig umbauen.

Mit vielen schnellen Durchbrüchen auf dem Markt ist nicht zu rechnen

Eine Baustelle ist das Tor, eine andere die Abwehr. Doch das Budget ist mit fünf Millionen Euro knapp. Und mit vielen schnellen Durchbrüchen auf dem Transfermarkt, der diesen Mittwoch öffnet und wegen der Corona-bedingten Verschiebung des Saisonstarts auf den 18. September erst im Oktober wieder schließt, ist nicht zu rechnen.

«Wenn jemand mit so einer schwierigen Situation umgehen kann, dann ist er das», sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger im «Kicker» über Mislintat, dessen Kader in der vergangenen Saison jedoch lange für Zweifel am Aufstieg gesorgt hatte.

Jetzt ist Geduld gefordert, zum Beispiel bei der Personalie Gregor Kobel. Dass die Stuttgarter den Schweizer, in der vergangenen Saison ausgeliehen, gerne fest von der TSG 1899 Hoffenheim verpflichten würden, ist hinlänglich bekannt. Auch der 22-Jährige selbst hat dem VfB signalisiert, dass er bleiben möchte - und angeblich ein finanziell lukrativeres Angebot von Hertha BSC abgelehnt.

Nur: Sein Vertrag in Hoffenheim gilt noch bis 2021. Und die TSG zeigt in den Ablöse-Verhandlungen offenbar wenig Entgegenkommen. Fünf Millionen Euro soll Hoffenheim fordern, die der VfB aber nicht zahlen will. Eine zügige Einigung ist nicht in Sicht.

Mislintat hat nicht viel Geld, dafür aber Geduld

Genau wie im Poker um Waldemar Anton. Auch das Interesse des VfB am 23 Jahre alten Innenverteidiger von Hannover 96 ist seit Wochen ein offenes Geheimnis, die Vorstellung der Niedersachsen hinsichtlich der Ablöse aber wohl eine gänzlich andere als die der Schwaben. Weshalb diese sich nach Alternativen umsehen.

Eine und womöglich sogar die am schnellsten zu realisierende Lösung ist Konstantinos Mavropanos. Der 22-jährige Grieche war das vergangene Halbjahr vom FC Arsenal an den 1. FC Nürnberg ausgeliehen. Mislintat lotste ihn einst als Chefscout nach London und würde ihn jetzt gern nach Stuttgart ausleihen. Sollte ihm das gelingen, wäre der Fall Anton womöglich vom Tisch.

Nicolas Gonzalez würde sich dagegen gern aus Stuttgart verabschieden, laut Mislintat liegt aber noch kein Angebot für den Stürmer vor. Dieses müsste «finanziell außerordentlich reizvoll gestaltet sein, damit wir uns damit beschäftigen würden», sagte der Sportchef, bei dem Gonzalez' Ankündigung, den Club diesen Sommer verlassen zu wollen, wenig Aufregung hervorrief.

Der Angreifer hat in Stuttgart noch einen Vertrag für die nächsten drei Jahre. Und Mislintat hat aktuell nicht viel Geld, dafür aber Geduld.