VfB Stuttgart

Gonzalo Castro: Endspurt für den enttäuschten Kapitän

Fußball VfB Stuttgart vs. VfL Wolfsburg
Auch beim 1:3 gegen Wolfsburg sitzt Gonzalo Castro zunächst nur auf der Bank. In seinen letzten Wochen beim VfB wirkt der Kapitän nicht nur deshalb unglücklich. © Pressefoto Baumann

Gonzalo Castro hielt es nicht mehr lange auf dem Rasen. Erst in der Nachspielzeit hatte der Kapitän des VfB Stuttgart mit seinem Treffer zum 1:3-Endstand gegen den VfL Wolfsburg immerhin noch Ergebniskosmetik betrieben. Unmittelbar nach dem Abpfiff verschwand der 33-Jährige dann in den Katakomben der Mercedes-Benz Arena. Auf seinen letzten Metern für den VfB wirkt der Routinier nach den gescheiterten Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung bislang alles andere als glücklich. Seitdem sein Aus bei den Schwaben vor einer Woche besiegelt wurde, stand Castro nicht mehr in der Startelf.

Warum Castro gegen Wolfsburg nur als Joker zum Einsatz kam

«Es hat nichts mit seiner nicht erfolgten Vertragsverlängerung zu tun», sagte Trainer Pellegrino Matarazzo nach der Niederlage in der Fußball-Bundesliga gegen die Wolfsburger. Dass der 43-Jährige lieber auf Youngster wie Naouirou Ahamada oder Mateo Klimowicz in der Startelf setzte, erklärte er mit taktischen Erwägungen. «Wir wollten mit mehr Tempo, mehr Laufstärke agieren», sagte Matarazzo. Für Castro blieb dagegen wie schon bei der 1:2-Niederlage zuvor beim 1. FC Union Berlin erneut nur der Platz auf der Bank. Anders als bei den Köpenickern wurde der Mittelfeldstratege gegen Wolfsburg aber immerhin von Matarazzo eingewechselt.

Desolat in der Defensive

Angesichts der schwachen Leistungen seiner Vertreter könnte der Kapitän aber schon am Sonntag (ab 15.30 Uhr im ZVW-Liveticker) bei RB Leipzig wieder in die Startelf der Schwaben rücken. Ohne seinen stillen Anführer hatte der VfB vor allem defensiv im ersten Durchgang teils desolat agiert. In der Offensive mangelte es zudem an Effizienz.

Sasa Kalajdzic (9.) und Tanguy Coulibaly (35.) scheiterten jeweils frei und unbedrängt am starken VfL-Torhüter Koen Casteels. Zudem parierte der Belgier auch noch den Elfmeter von Philipp Förster (26.), der den Nachschuss über das Tor beförderte. Die Wolfsburger bestraften Stuttgarts Nachlässigkeiten durch die Tore von Xaver Schlager (13. Minute), Wout Weghorst (29.) und Yannick Gerhardt (65.).

«Die haben ihre Chancen genutzt, wir nicht», sagte Matarazzo. Auch Förster fand, dass Wolfsburg «aus wenigen Torchancen viel Kapital geschlagen» habe. Doch neben der mangelhaften Chancenverwertung muss sich der VfBzumindest für den ersten Durchgang auch mangelhaftes Zweikampfverhalten vorwerfen lassen. Etwas geordneter ging es erst zu, als die Routiniers Daniel Didavi und eben Castro in der 71. Minute eingewechselt wurden. Doch Castros abgefälschter Schuss zum Endergebnis konnte die dritte Niederlage in Serie auch nicht mehr verhindern.