VfB Stuttgart

Hitzlsperger: „Kontinuität darf kein Selbstzweck sein“

Thomas Hitzlsperger_0
VfB-Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger. © Joachim Mogck

Stuttgart.
Zum Einstieg eine kleine Quiz-Frage: Wer war der letzte Trainer, der sich beim VfB Stuttgart mehr als zwei Jahre im Amt halten konnte? Sie haben keine Idee? Dann vielleicht ein kleiner Tipp: Geboren wurde er in Darmstadt und mit dem VfB erreichte er das DFB-Pokalfinale (2:3-Niederlage gegen Bayern München). Noch immer keine Idee? Dann hier die Auflösung: Gesucht wurde Bruno Labbadia, der von Dezember 2010 bis zum August 2013 auf der Stuttgarter Trainerbank saß.

Warum Tim Walter gehen musste

Eine solche „Ära“ war Tim Walter im Schwabenland nicht vergönnt. Am 23. Dezember musste der gebürtige Bruchsaler nach nur 175 Tagen seinen Spind an der Mercedesstraße räumen. Eine Entscheidung, die Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger kurz vor dem Pflichtspielstart gegen Heidenheim am 29. Januar noch einmal verteidigt und begründet: „Das Ziel aufzusteigen ist größer als der Wunsch nach Kontinuität. Und wir waren nicht mehr davon überzeugt, dass wir den Aufstieg in dieser Konstellation schaffen“, so Hitzlsperger. „So schwer das auch zu akzeptieren ist: Kontinuität darf kein Selbstzweck sein.“ Der ehemalige Profi ist am Donnerstag 100 Tage im Amt und sagt: „Ich muss in der Lage sein, solche Entscheidungen zu treffen. Das gehört zum Geschäft.“

Wo sich Matarazzo und Walter unterscheiden

Walters Nachfolger heißt Pellegrino Matarazzo. Der studierte Mathematiker und ehemalige Co-Trainer der TSG Hoffenheim soll die Mannschaft nun zum Aufstieg führen. „Wir wollen nach oben gehen. Dieser Auftrag ist ihm auch klar“, so Hitzlsperger. Sein Debüt wird Matarazzo in acht Tagen im Nachbarschaftsduell mit dem 1. FC Heidenheim geben. „Wir beschäftigen uns mehr mit der gegnerischen Mannschaft, geben unsere eigene Spielidee aber nicht auf“, sagt Thomas Hitzlsperger mit Blick auf die Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen Coach.

Vor dem kommenden Gegner hat der Meisterspieler von 2007 großen Respekt: „Im Hinspiel (2:2 nach 2:0-Führung; Anm. d. Red.) haben wir gesehen, was in uns steckt – aber auch, was Heidenheim gut macht. Sie sind brandgefährlich und arbeiten hart gegen den Ball. Ein Auftakt, der uns fordern wird.“