VfB Stuttgart

Jean Zimmer: Ein Pfälzer im Schwabenland

Trainingslager VfB: Lauftraining Montagvormittag_7
Nach zwei intensiven Trainingstagen, inklusive 90-minütigem Test gegen den MSV Duisburg, lockerte VfB-Coach Hannes Wolf am Montagvormittag ein wenig die Zügel. © Danny Galm

Stuttgart.
„32 Spiele im Jahr drücke ich dem FCK die Daumen“, lächelt Jean Zimmer verschmitzt. Am Sonntag ist so ein Tag, an dem Zimmer dem Traditionsclub aus der Pfalz ausnahmsweise einmal nicht die Daumen drücken wird. Dann geht es für den 23-Jährige nämlich mit dem VfB Stuttgart gegen seine alte Liebe, den 1. FC Kaiserslautern. Zwölf Jahre lang spielte der im pfälzischen Bad Dürkheim geborene Abwehrspieler für die „Roten Teufel“ auf dem traditionsreichen Rasen im Fritz Walter-Stadion. Im Interview spricht er über das besondere Duell gegen seine alte Liebe, seine aktuelle Situation beim VfB Stuttgart und die Unterschiede zwischen Schwaben und Pfälzern:

Jean Zimmer über…

…das Spiel gegen seine alte Liebe: „Ich hoffe natürlich, dass ich zum Einsatz komme. Natürlich ist mein Ziel von Anfang an zu spielen und genauso, werde ich die Trainingswoche auch angehen. Ich werde Gas geben und versuchen dem Trainer zu zeigen, dass ich bereit bin. Am Sonntag kommen sehr viele Freunde von mir im falschen Trikot ins Stadion (lacht). Es wird ein ganz besonderes Spiel für mich.“

…seine aktuelle Situation beim VfB Stuttgart: „Die Hinrunde hat für mich gut angefangen – bis zum Trainerwechsel. Ich hatte zwar keinen Stammplatz, habe aber viele Minuten gespielt. Dann kam der Trainerwechsel und anschließend hatte ich ein schwieriges Vierteljahr. Die Winterpause habe ich dann als Cut genutzt. In der Vorbereitung habe ich viel gearbeitet und gegen St. Pauli durfte ich dann von Beginn an ran. Ich glaube, dass ich momentan näher an der Mannschaft dran bin, als im letzten Vierteljahr.“

…die Unterschiede zwischen Ex-Trainer Jos Luhukay und Hannes Wolf: „Grundsätzlich bin ich als rechter Verteidiger zum VfB Stuttgart gekommen. Auf dieser Position hatte ich bislang noch keinen Einsatz. Vorne haben wir eine sehr hohe Qualität. Ich komme über Kampf und Leidenschaft. Diese Attribute habe ich in der Vorbereitung reinwerfen können. Wir hatten viele Testspiele, in denen ich mich vielleicht einen Ticken mehr zeigen konnte, wie im Training.“

…der Konkurrenzkampf in der Mannschaft: „Jeder ist seines Glückes Schmied. Jeder muss auf sich aufmerksam machen. In der Winterpause habe ich kaum frei gemacht und viel gearbeitet. Ich bin jetzt ein halbes Jahr hier und vielleicht braucht auch der eine oder andere Neuzugang ein bisschen Eingewöhnungszeit. Ich will einfach da sein, wenn ich gebraucht werde.“

…seine Lieblingsposition: „Wir sind sehr gut aus der Winterpause gekommen und stehen deutlich stabiler, wie in der Hinrunde. Wir lassen einfach viel weniger Torchancen zu. Daher ist es für mich als Defensivspieler aktuell schwierig in die Startelf zu kommen. Die Abwehr macht ihren Job ordentlich. Die letzten vier Spiele haben wir gewonnen, da ist es schwierig als Spieler mit Argumenten zu kommen. Nichtsdestotrotz weiß der Trainer, dass die rechte Verteidigerposition meine Lieblingsposition ist. Gegen St. Pauli habe ich dann im Mittelfeld begonnen und auch ordentlich gemacht. Ich spiele da, wo ich dem Team am meisten helfen kann.“

…den Teamgeist in der Mannschaft: „Manchmal geht es nicht um den einzelnen Spieler, sondern um das Team. In dieser Hinsicht sind wir dieses Jahr sehr gut aufgestellt. Wir haben eine Mannschaft zusammen, in der sich jeder dem Teamgedanken unterordnet. Es gibt keine Egoisten in unserer Mannschaft. Hannes Wolf sucht das Gespräch mit den Spielern, die nicht so oft zum Einsatz kommen. Das macht er gut.“

…seine Chancen auf einen Startelfeinsatz: „Grundsätzlich bin ich ein großer Freund vom Motto: Never change a winning Team. Aber da ich aktuell nicht spiele wäre ich ja bescheuert, wenn ich das jetzt sagen würde (lacht). Ich hoffe, dass der Trainer am Sonntag elf Mann auf den Platz bringt, die den Kampf wie gegen Heidenheim annehmen. Ich hoffe, dass ich dabei bin.“

Jean Zimmer: Ein waschechter Pfälzer

  • Zimmer wurde am 06. Dezember 1993 im pfälzischen Bad Dürkheim geboren. 2004 wechselte er von seinem Heimatverein SV Bann in die Jugend des 1. FC Kaiserslautern.
  • Bei den „Roten Teufeln“ durchlief Zimmer alle Jugendmannschaften und debütierte 2013 unter Trainer Kosta Runjaic  in der ersten Mannschaft der Lauterer.
  • Für den FCK stand Jean Zimmer in 66 Zweitliga-Partien auf dem Platz. Der 1,72 Meter große Abwehrspieler spielt am liebsten auf der rechten Außenverteidigerposition.
  • Auch für die deutsche U21-Nationalmannschaft lief Jean Zimmer zweimal auf.
  • 2016 wechselte er für 2 Millionen Euro Ablöse zum VfB Stuttgart. Für die Schwaben stand er bisher in 13 Partien auf dem Platz.