VfB Stuttgart

Kölns Hoffnung hat einen Namen

VfB Stuttgart gegen Dynamo Dresden, 02.04.2017_0
Der VfB Stuttgart ist wieder Tabellenführer und hat vor den punktgleichen Verfolgern Eintracht Braunschweig und Union Berlin (alle 50 Zähler) die beste Ausgangssituation aller Aufstiegskandidaten. © Danny Galm

Stuttgart/Köln. Simon Terodde hat beim 1. FC Köln neue Hoffnung im Abstiegskampf geweckt. Der Winter-Neuzugang der Rheinländer stand seit seiner Verpflichtung in allen Partien in der Startelf und erzielte fünf Tore. An diesem Sonntag (15.30 Uhr/ZVW-Liveticker) geht es gegen den VfB Stuttgart, den er im vergangenen Sommer mit 25 Toren fast im Alleingang in die Bundesliga geschossen hat.

Doch im Fußball-Oberhaus ging dem 29-Jährigen seine Treffsicherheit verloren. In 15 Partien für den VfB war Terodde nur zweimal erfolgreich. Unter Ex-VfB-Trainer Hannes Wolf war Terodde zum Ende der Hinrunde nicht mehr erste Wahl und fand sich häufig auf der Bank wieder. Im Winter entschloss sich der gebürtige Bocholter (Münsterland) nach anderthalb Jahren in Stuttgart für einen Wechsel in die Domstadt. Für meine Familie und mich haben sich mit dem Wechsel zum 1. FC Köln neue sportliche und private Perspektiven ergeben", erklärte Terodde seinen Abschied. "Natürlich hat sich seine sportliche Situation in den vergangenen Wochen und Monaten nicht so entwickelt, wie wir uns das alle vorgestellt haben", sagte VfB-Sportvorstand Michael Reschke.

Für den FC spielte er bereits von 2009 bis 2011 (fünf Bundesliga-Kurzeinsätze, kein Tor). In Köln will der Torjäger beweisen, dass er mehr ist als nur ein typischer Zweitligatorjäger.

Köln schöpft Dank Simon Terodde wieder Hoffnung

Bereits in seinem ersten Spiel im Rhein-Energie-Stadion sorgte Terodde mit seinem Last-Minute-Siegtreffer im Derby gegen Gladbach für kollektive Ekstase bei den Kölner Fans. Es folgten weitere wichtige Treffer gegen Hamburg und Augsburg. Das Schlusslicht schöpft Dank Teroddes Treffern wieder Hoffnung auf den Ligaverbleib.

Der robuste Mittelstürmer ist im FC-Trikot extrem effizient: Lediglich sieben Torschüsse brauchte Terodde für seine fünf Tore. Zudem ist der Angreifer in Kölns 3-4-2-1-System der erste Pressingspieler, der die gegnerische Mannschaft mit viel Laufarbeit im Spielaufbau unter Druck setzt. 

Mario Gomez ist der Hoffnungsträger des VfB

„Für uns ist die Geschichte mit Simon ein Traum. Er reiht sich perfekt in die Mannschaft ein, geht dahin, wo es wehtut, macht Bälle fest und hat zudem eine richtig gute Trefferquote. Simon war und ist unser absoluter Wunschspieler, der uns noch gefehlt hatte“, sagte FC-Trainer Stefan Ruthenbeck dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Auch beim VfB Stuttgart gibt es einen solchen Hoffnungsträger: Mario Gomez. Zwei Tage nach dem Wechsel von Simon Terodde nach Köln zauberte VfB-Sportvorstand Michael Reschke den Nationalstürmer aus dem Hut.

Seit seiner Rückkehr war der Ex-Wolfsburger an zehn Rückrundenpunkten des VfB beteiligt; mit zwei Toren, einer Torvorlage und einem erzwungenen Eigentor von Niklas Stark beim 1:0 gegen Hertha BSC. "Marios Bedeutung hat man gesehen", lobte Trainer Tayfun Korkut nach dem 1:0-Sieg in Augsburg: "Er ist ein absoluter Profi. Er macht seinen Job hier beim VfB."

Dank seiner Tore haben sich die Schwaben von den direkten Abstiegsrängen distanziert und die gesicherten Mittelfeldplätze wieder im Blick.

Teroddes Einsatz am Sonntag ist fraglich

Am Sonntag kommt es nun im Rhein-Energie-Stadion zum Duell der Hoffnungsträger, das für beide Mannschaften von eminenter Bedeutung ist. Für den FC, weil die Kölner mit einem Sieg erstmals seit dem dritten Spieltag den letzten Tabellenplatz verlassen könnten. Für den VfB, weil der Aufsteiger mit einem Dreier seine jüngste Siegesserie unter dem neuen Trainer Tayfun Korkut weiter ausbauen würde.

Im Interview mit der Bild-Zeitung äußerte sich Huub Stevens zum wegweisenden Kellerduell. Stevens, der sowohl in Köln als auch in Stuttgart schon auf der Trainerbank gesessen hat, tippt auf ein 2:2 und lobt die beiden Stürmer. Terodde sei „ein Bulle wie Anthony Modeste“ und Gomez  „war stark, als er Stutt­gart ver­las­sen hat, er war stark bei den Bay­ern. Nun ist er wie­der da, wo er groß ge­wor­den ist, in sei­ner Hei­mat.“

Ob Simon Terodde gegen seine alten Kollegen überhaupt auflaufen kann, ist ungewiss. Der Angreifer muss aktuell aufgrund einer Erkältung pausieren. Sein Einsatz am Sonntag ist fraglich. FC-Trainer Ruthenbeck sagt: "Wir müssen bei ihm abwarten, wie es sich im Laufe des Tages entwickelt." 


Ein Doppelpack, eine Serie und ein Wiedersehen

  • Für Simon Terodde wird es nicht das erste Aufeinandertreffen mit dem VfB Stuttgart: In der Saison 2014/2015 traf er mit dem VfL Bochum in der ersten DFB-Pokal-Runde auf die Schwaben und schoss den VfL mit einem Doppelpack eine Runde weiter.
  • Gegen keinen anderen aktuellen Bundesligisten warten die Kölner so lange auf einen Heimsieg wie gegen den VfB (neun Heimspiele). Der letzte Bundesliga-Heimdreier gegen die Stuttgarter war ein 3:2 im Oktober 2000. FC-Legende Dirk Lottner schoss das Siegtor. Ewald Lienen saß auf der Kölner Bank, Ralf Rangnick auf der des VfB.
  • Ein Wiedersehen gibt es auch mit Armin Veh: Der Meistertrainer von 2007 ist mittlerweile Geschäftsführer bei den "Geißböcken" und war gleich zwei Mal Trainer beim VfB Stuttgart: Von Februar 2006 bis November 2008 und vom Sommer bis November 2014.