VfB Stuttgart

Kalajdzic, Müller und Co.: Sorgenkinder des VfB Stuttgart rechtzeitig in Form?

Bayern München - VfB Stuttgart
Dayot Upamecano vom FC Bayern München (l) und Sasa Kalajdzic von Stuttgart kämpfen im Kopfballduell um den Ball. © Matthias Balk

Kriegen Sasa Kalajdzic und seine Kollegen beim VfB Stuttgart gerade noch rechtzeitig wieder die Kurve? Der Angreifer war wochenlang eines der Sinnbilder der Stuttgarter Krise, die Verzweiflung ihm phasenweise regelrecht ins Gesicht geschrieben. Auch Verteidiger Borna Sosa, Torhüter Florian Müller und Offensivmann Tiago Tomás zählten zu den Sorgenkindern der Schwaben. Vor dem abschließenden Heimspiel gegen den 1. FC Köln am Samstag (15.30 Uhr/Sky) sind sie plötzlich wieder die Hoffnungsträger der Schwaben.

Leistungsträger müssen in Topform sein, damit es zum Klassenerhalt reicht

Der direkte Abstieg ist so gut wie abgewendet, der definitiv zum Ligaverbleib berechtigende 15. Tabellenplatz wieder in Reichweite. Gewinnt der VfB gegen Köln und verliert Hertha BSC zur gleichen Zeit bei Borussia Dortmund, ziehen die Stuttgarter an den Berlinern noch vorbei.

"Wir werden 60 000 Leute im Stadion haben. Unsere Fans werden uns nach vorne peitschen", sagte Kalajdzic über die erwartete Kulisse beim Saisonfinale. Neben der Unterstützung der Anhänger wird es aber auch Leistungsträger in Topform brauchen, soll die direkte Rettung doch noch gelingen - oder zumindest die Relegation endgültig gesichert werden.

Kalajdzic war beim überraschenden 2:2 beim deutschen Meister FC Bayern München am vergangenen Sonntag derjenige, der per Kopf den Endstand erzielt hatte. Es war sein erster Treffer seit mehr als einem Monat. Sosa war derjenige, der die Flanke auf Kalajdzic geschlagen hatte.

Da war sie wieder, die zuletzt schwächelnde Traumkombination vergangener Tage. "Das hat gut getan", sagte der Torschütze und erinnerte sich an die zähen Spiele davor: "Gefühlt hat jede Mannschaft Borna zu zweit zugestellt und ich wurde immer zu zweit gedeckt im Stafraum."

Müller stand mehrfach in der öffentlichen Kritik - gegen Bayern bärenstarke Vorstellung

Vier der bislang fünf Saisontore von Kalajdzic hat Sosa vorbereitet. Einzig den Elfmeter beim 1:1 in Bielefeld Anfang April verwandelte Österreichs Nationalstürmer ohne die Hilfe seines kroatischen Kollegen.

Auch Tiago Tomás sammelte gegen die Bayern mal wieder einen Scorerpunkt. In den vorangegangenen Partien hatte der Portugiese nicht mehr an die starken Leistungen aus seiner Anfangszeit beim VfB anknüpfen können, in München traf er sehenswert und dank perfekter Schusstechnik. Die Leihgabe von Sporting Lissabon kann durchaus ein belebender Faktor für die insgesamt wenig überzeugende Offensive der Stuttgarter sein. Das soll er nun auch gegen Köln beweisen.

Und dann wäre da noch Torhüter Müller. Der stand diese Saison schon mehrfach öffentlich in der Kritik, gegen die Bayern aber seinen Mann. Der 24-Jährige zeigte mehrere gute Paraden und in Summe seine bislang wohl beste Leistung im VfB-Trikot. "Ich habe mich total gefreut für den Flo, dass er allen gezeigt hat - auch denen, die es bisher nicht erkannt haben - was für ein guter Schlussmann er für uns sein kann und ist", lobte Sportdirektor Sven Mislintat den Keeper explizit.

Kalajdzic, Sosa, Tiago Tomás und Müller - vier Spieler, die zuletzt eher unfreiwillig und nun wieder auf angenehme Art im Fokus standen. Gemeinsam sollen sie den VfB gegen Köln zum gerade mal dritten Rückrunden-Sieg und am Ende einer harten Saison zur Rettung führen.