VfB Stuttgart

Kalt wie eine Hundeschnauze

Mario Gomez trifft gegen Hoffenheim_0
VfB-Stürmer Mario Gomez bleibt eiskalt vor dem gegnerischen Tor und schiebt den Ball vorbei an TSG-Keeper Oliver Baumann. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart.
Bis zum Schlusspfiff war es hitzig und laut im ausverkauften Stuttgarter Stadion. Beim 2:0-Erfolg gegen Hoffenheim im letzten Heimspiel der Saison waren viele Emotionen im Spiel – und die mussten auch aus dem zweifachen Torschützen Mario Gomez heraus.

Der Nationalstürmer hatte erstmals seit dem 9. Mai 2009 wieder einen Treffer in der Mercedes-Benz Arena erzielt und schrie seine Freude darüber nach seinem Treffer zum 2:0 der Cannstatter Kurve entgegen.

Wie der VfB Stuttgart zu seinem dritten Sieg in Folge kam, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse:

Formation und Aufstellung

Gegen Hoffenheim schickte VfB-Trainer Tayfun Korkut seine zuletzt in Leverkusen siegreiche Startelf auf den Rasen. Im 4-4-2 verteidigten Emiliano Insua und Timo Baumgartl die Außenbahnen, Santiago Ascacibar und Dennis Aogo spielten im Zentrum auf der Doppelsechs und im Sturm das Duo Daniel Ginczek/Mario Gomez.

Spielidee und Taktik

Gegen gallige Hoffenheimer hatten die Schwaben zu Beginn große Probleme. Durch aggressives Anlaufen und kluge Flankenwechsel setzten die Gäste die VfB-Defensive stark unter Druck und erspielten sich in der Anfangsphase zahlreiche Torchancen. 

Die Stuttgarter fanden nur schwer in die Partie, bekamen aber nach 20 Minuten über sichere Ballstaffeten nach und nach mehr Sicherheit und Zugriff. Zudem profitierten die Schwaben von der verletzungsbedingten Auswechslung von Lukas Rupp, der nach 22. Minuten mit einem Kreuzbandriss ausgewechselt werden musste, was zu einem Bruch im Hoffenheimer Spiel führte.

Nach dem Führungstor von Mario Gomez ließ sich der VfB tief in die eigene Hälfte fallen, zog vor dem eigenen Tor zwei kompakte Viererketten auf und lauerte auf Kontergelegenheiten – und nutze eine solche in der 74. Minute zum 2:0.

Spielentscheider

6:25 Torschüsse, 1:9 Ecken, 40:60 Prozent Spielanteile: Die TSG Hoffenheim war dem VfB Stuttgart in nahezu allen Statistiken überlegen, aber nicht in der letztlich spielentscheidenden. Die Schwaben waren vor dem gegnerischen Tor einmal mehr kalt wie eine Hundeschnauze und der starke Torhüter Ron-Robert Zieler leistete wie schon in der Vorwoche gegen Leverkusen einen wichtigen Beitrag zum dritten Stuttgarter Sieg in Serie. 

Die Zuschauer in der ausverkauften Arena bekamen bei bestem Fußball-Wetter ein rassiges Spiel mit viel Tempo, leidenschaftlichen Zweikämpfen und zahlreichen Torraumszenen zu sehen. Stürmer Mario Gomez war mit seinem Doppelpack der Mann des Spiels 

Auf den Punkt gebracht

Vor allem in der Anfangsphase hatte die Mannschaft von VfB-Trainer Tayfun Korkut viele brenzlige Situationen zu überstehen. „Und dann kam Mario Gomez“, sagte der Stuttgarter Cheftrainer auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. „Er braucht einfach nicht viele Chancen und hat das Spiel entschieden.“ Voller Stolz sprach Korkut vom „Höhepunkt der Saison. „So kann und darf man sich verabschieden.“

Torhüter Ron-Robert Zieler sprach von einer "Energieleistung" und dankte den Fans für ihren lautstarken Support: "Die Punkte sind für die Fans, aber auch für die gesamte Mannschaft, die alles reingehauen hat. Wir haben heute aus wenig viel gemacht und auch in Unterzahl gut verteidigt. Drei Siege in Serie – das fühlt sich großartig an.“ Ähnlich beschwingt war auch Stürmer Daniel Ginczek: "Wir hatten in einigen Phasen auch ein Quäntchen Glück, aber das haben wir uns auch in den vergangenen Wochen erarbeitet."

TSG-Coach Julian Nagelsmann und seine Mannschaft erwartet nun am nächsten Wochenende ein Endspiel um die Champions League. Vor allem ärgerte sich der 30-Jährige über die zahlreichen ungenutzten Gelegenheiten zu Beginn des Spiels: „Wir haben außergewöhnlich gute erste 20 Minuten gespielt, wo wir das Spiel eigentlich entscheiden müssen.“

Zudem muss der junge Hoffenheimer Trainer in den nächsten Monaten auf Mittelfeldspieler Lukas Rupp verzichten. Rupp war in der 22. Minute ohne Einwirkung des Gegners im Rasen hängen geblieben und riss sich das Kreuzband im linken Knie. Nagelsmann: "Für unsere Kaderplanung ist das eine zusätzliche Baustelle, die wir haben und besetzen müssen."

Ausblick

Am letzten Spieltag müssen die Schwaben auswärts beim Meister FC Bayern München antreten. Für die TSG 1899 Hoffenheim endet die Saison mit einem Heimspiel gegen Borussia Dortmund. Alle Partien des 34. Spieltages werden samstags um 15.30 Uhr angepfiffen.