VfB Stuttgart

Kapitän Gentner köpft den VfB zum Sieg

VfB-Kapitän Christian Gentner_0
"Masken-Mann" Christian Gentner köpfte seine Mannschaft gegen Leverkusen zum Sieg. © ZVW/Danny Galm

Leverkusen. Dank einer überragenden Torhüter-Leistung hat sich der VfB Stuttgart am Samstagabend einen knappen 1:0-Sieg bei Bayer 04 Leverkusen erkämpft. Kapitän Christian Gentner köpfte das Tor des Tages, doch der Mann des Spiels war Keeper Ron-Robert Zieler, der mit zahlreichen Paraden die Null hielt.

Auch im Liga-Endspurt verzichtet VfB-Trainer Tayfun Korkut auf personelle Experimente und so schickte der 44-jährige Fußballlehrer in Leverkusen dieselbe Startelf wie schon in der Vorwoche beim 2:0-Heimsieg gegen Bremen auf den Rasen.

Peronalsorgen bei Bayer

„Warum sollen wir  anfangen zu experimentieren, wenn die individuelle Leistung und auch die der Mannschaft stimmt? Dass wir anfangen, Chancen zu verteilen - das geht in der Jugend, aber wir sind in der Bundesliga“, begründete Korkut seine Marschroute auf der Pressekonferenz vor dem Spiel.

Ganz im Gegensatz zu Bayer-Trainer Heiko Herrlich, der seine Anfangself im Vergleich zur 0:4-Klatsche in Dortmund auf gleich fünf Positionen veränderte. Neben dem Innenverteidiger-Duo Sven Bender/Jonathan Tah (beide verletzt) fehlten gegen den VfB auch Benjamin Henrichs, Dominik Kohr und Julian Brandt (alle Bank). Dafür rückten Lars Bender, Tin Jedvaj, Karim Bellarabi, Julian Baumgartlinger und Kai Havertz in die Anfangself.

VfB-Torwart Zieler pariert Handelfmeter von Bayers Alario

Bereits in der ersten Minute näherten sich die Schwaben in der ausverkauften Bayarena (30.210 Zuschauer) gefährlich dem Leverkusener Tor. Timo Baumgartl und Mario Gomez verpassten nach einen Aogo-Freistoß im Zentrum nur knapp.

Die Gastgeber kamen erstmals in der 7. Minute vors Tor von VfB-Keeper Ron-Robert Zieler: Lucas Alario köpfte nach einer Flanke von Leon Bailey genau in die Arme des ehemaligen Nationalkeepers. 

Nach 15 Minuten meldete sich dann Videoschiedsrichter Jochen Drees zu Wort und wies Referee Tobias Welz auf ein Handspiel von Timo Baumgartl im Strafraum hin. Den fälligen Handelfelfmeter von Alario parierte Ron-Robert Zieler mit einer starken Parade. 

In der Folge spielte die Werkself etwas ballsicherer, fand gegen gut geordnete Stuttgarter aber nur selten ein probates Mittel. Der VfB stand solide in der Defensive und Leverkusen agierte in vielen Situationen zu überhastet. 

Durch ein kompaktes Positionsspiel nahmen die Stuttgarter der Herrlich-Elf in Durchgang eins weitestgehend die Spielfreude und so ging es ohne Tore in die Halbzeitpause. 

Bailey und Volland vergeben gute Gelegenheiten

Aus der Pause kamen die Gastgeber mit mehr Schwung. Flügelstürmer Leon Bailey scheiterte aus spitzem Winkel am aufmerksamen Ron-Robert Zieler (49.). Kevin Volland hatte den Jamaikaner zuvor gut in Szene gesetzt. Und der 25-Jährige stand nur wenige Minuten später erneut im Fokus, als er den Ball nach einem feinen Sololauf von Lars Bender aus zwölf Metern über das Stuttgarter Tor hämmerte (56.).

Die nächste Leverkusener Chance hatte Kai Havertz, der aus rund 18 Metern mit einem flachen Schuss an Zieler scheiterte (65.). Die Stuttgarter agierten in dieser Phase nach dem Wiederanpfiff zu passiv und so kam die Werkself immer wieder zu gefährlichen Abschlüssen.

So auch in der 66. Minute, als VfB-Torwart Zieler den Ball genau in die Füße von Karim Bellarabi passte, der 29-Jährige seinen Fauxpas aber direkt mit einer Parade wieder ausbügeln konnte. 

Der "Masken-Mann" schlägt wieder zu

Lediglich 44 Sekunden später klingelte es dann völlig überraschend auf der Gegenseite: Mario Gomez hatte seinen Sturmpartner Daniel Ginczek mit einem guten Vertikalpass auf die Reise geschickt. Von der Außenlinie legte Ginczek die Kugel ab auf den mitgelaufenen Dennis Aogo, der den Ball passgenau auf den Kopf von Kapitän Christian Gentner flankte - 1:0 für den VfB, die Werkself eiskalt erwischt.

In der Schlussphase warf Bayer alles nach vorne. Trainer Heiko Herrlich brachte mit Stefan Kießling einen weiteren Stürmer und der 34-Jährige scheiterte in der 84. Minute mit einem Lupfer am überragenden Zieler, der in der Nachspielzeit auch noch die letzte Leverkusener Chance – einen Kopfball von Bailey - entschärfte.

Durch die bittere Niederlage gegen die Schwaben rutschen die Leverkusener zwei Spieltage vor dem Saisonende auf Rang fünf ab. Damit wurden sie von den Plätzen verdrängt, die die Qualifikation für die Königsklasse sichern. 

Und der nach nur einer Niederlage aus zwölf Spielen unter Korkut schon zuvor gerettete VfB hat plötzlich ebenfalls Chancen auf eine Europacup-Teilnahme.


Bayer 04 Leverkusen – VfB Stuttgart 0:1 (0:0)

Leverkusen: Leno - L. Bender (86. Kohr), Jedvaj, Retsos - Bellarabi (68. Brandt), Baumgartlinger (75. Kießling), Aranguiz, Bailey  Volland, Havertz - Alario

Ersatzbank: Özcan (Tor), Henrichs, Frey, Yurchenko

Trainer: Heiko Herrlich

Stuttgart: Zieler - Beck, Baumgartl, Pavard, Insua - Badstuber, Aogo - Gentner, Thommy (46. Özcan) - Ginczek (78. Kaminski), Gomez (86. Donis)

Ersatzbank: Meyer (Tor), Akolo, Mangala, Bruun Larsen, Kaminski

Trainer: Tayfun Korkut

Tore: 0:1 Gentner (67.)

Besondere Vorkommnisse: Alario scheitert mit Handelfmeter an VfB-Keeper Zieler (16.)

Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden) 

Zuschauer: 30.210 (ausverkauft)