VfB Stuttgart

Kein «Wandervogel» mehr: Trainer Pellegrino Matarazzo will lange beim VfB Stuttgart bleiben

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Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo vor einem Spiel. Foto: Sebastian Gollnow/dpa © Sebastian Gollnow

Pellegrino Matarazzo ist noch lange nicht fertig mit dem VfB Stuttgart. Seit etwas mehr als einem Jahr arbeitet der 43-Jährige nun als Trainer des Fußball-Bundesligisten. Und während auf den Führungsebenen des Clubs das Chaos herrscht, entwickelt sich die Mannschaft unter dem US-Amerikaner in eine positive Richtung. Darum wird Matarazzo seinen Vertrag in Kürze bis zum Sommer 2024 verlängern.

«Wir sind auf einem sehr guten Weg», bestätigte er am Donnerstag die Vertragsverhandlungen. «Ich fühle mich sehr wohl beim VfB und kann mich zu 100 Prozent identifizieren mit der Aufgabe.» Als Spieler sei er «ein Stück weit ein Wandervogel gewesen», erzählte der Familienvater mit einem Lächeln. «Als Trainer nicht mehr.» Darum würde er gern noch lange für die Schwaben arbeiten.

VfB vor richtungsweisenden Spielen

Die Vertragsgespräche werden nicht dadurch gestört, dass der VfB und sein Trainer vor richtungsweisenden Spielen stehen. Am Samstag (ab 15.30 Uhr im ZVW-Liveticker) beim 1. FC Köln sowie eine Woche später im Duell mit dem FC Schalke 04 geht es gegen direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Strauchelt der VfB, könnte es trotz der aktuell komfortablen Ausgangslage noch mal eng werden. Aber auch Niederlagen würden die Vertragsverlängerung nicht verhindern.

Der VfB hat vielmehr bereits Erfahrung damit, seinem Coach in komplizierten sportlichen Phasen den Rücken zu stärken. Als Matarazzo sein Arbeitspapier im Mai 2020 schon mal verlängerte, drohten die Stuttgarter gerade den Aufstieg in die Bundesliga zu verspielen. Nach zuletzt nur einem Sieg aus den vergangenen sechs Spielen sind sie jetzt erneut an einem richtungsweisenden Punkt der Saison angekommen.

«Köln auf Abstand zu halten, ist nicht unwichtig»

«Wenn wir keine Punkte holen, dann wird es immer eng irgendwann. Wir haben die Möglichkeit auf drei Punkte jetzt am Samstag, und die sind sehr wichtig», sagte Matarazzo. «Ich spreche kein 40-Punkte-Ziel aus, das habe ich nie getan. Aber man braucht eine gewisse Punktzahl, um die Klasse zu halten.» Beruhigende zwölf Zähler trennen den VfB derzeit noch von einem direkten Abstiegsplatz. Ausruhen will der Coach sich darauf aber nicht.

Es dürfte ihm nicht ungelegen kommen, dass nun erfahrene Profis wie Kapitän Gonzalo Castro und Mittelfeldspieler Daniel Didavi in den Kader zurückkehren. Nach ihren Verletzungen werden sie ebenso wie der zuletzt erkältete Verteidiger Marc Oliver Kempf mit nach Köln reisen. «Köln auf Abstand zu halten, ist nicht unwichtig», sagte Matarazzo. Zuletzt hätten sich die Kölner als «sehr zäher Gegner» präsentiert. So zäh dürften die weiteren Verhandlungen um Matarazzos neuen Vertrag nicht verlaufen.