VfB Stuttgart

Korkut gibt sich kämpferisch

VfB-Testspiel gegen Real Sociedad San Sebastian_29
Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie vom Testspiel des VfB Stuttgart in Weinstadt. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart.
Mit einer mageren Ausbeute von zwei Punkten aus den ersten fünf Spielen steht der VfB Stuttgart im kommenden Heimspiel zu einem frühen Zeitpunkt der Saison bereits gehörig unter Druck. Am Samstagnachmittag (15.30 Uhr/ZVW-Liveticker) sind die unter Trainer Florian Kohfeldt noch ungeschlagenen Bremer zu Gast in der Mercedes-Benz-Arena.

Kompakt zusammengefasst: Alle wichtigen Aussagen von VfB-Trainer Tayfun Korkut vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen:

Personal

VfB-Trainer Tayfun Korkut freut es, dass der zuletzt ausgefallenene Mittelfeldspieler Daniel Didavi "wieder spielfähig" ist. "Daniel wird am Samstag im Kader stehen", so Korkut.

Auch der Rest der Mannschaft ist fit - bis auf die bekannten Langzeitverletzten Alexander Meyer und Marc Oliver Kempf. Auch Routinier Andreas Beck, der in Leipzig aufgrund der Belastungssteuerung eine Pause bekam, wird gegen Bremen ins Team zurückkehren.

Gegner

Korkut findet lobende Worte für seinen Trainerkollegen: "Florian macht in Bremen einen super Job und lässt dort erfrischenden Offensiv-Fußball spielen". Die hohe Identifikation der Werder-Fans mit ihrer Mannschaft liege daran, dass "die Spielweise zum Verein passt", so Korkut weiter.

Der gute Start der Bremer, die aktuell Platz drei belegen, sei "als Ausgangslage erstmal egal", sagt Korkut. "Wir müssen gegen deren gefährliche Angreifer vor allem gut verteidigen", gibt Korkut die Marschroute vor. Das dies ein schweres Unterfangen werden könnte, begründet der 44-Jährige so: "Das Team hat die Laufwege komplett verinnerlicht und auch die neuen Spieler haben schnell ihre Rolle gefunden und eingenommen", warnt Korkut vor dem kommenden Gegner.

Tabellensituation

Dass zuletzt mit Verteidiger Holger Badstuber und Torhüter Ron-Robert Zieler gerade die erfahrenen Kräfte im Team gepatzt haben, ist für Trainer Korkut menschlich: "Die Spieler versuchen immer das Beste - dabei können auch mal Fehler passieren. Das ist Fußball."

Bei all dem Druck und der Kritik aus dem Umfeld, versucht der Trainer dennoch Zuversicht auszustrahlen und seiner Mannschaft Vertrauen zu schenken. "Gerade als Führungskraft ist meine Körpersprache besonders wichtig. Ich kann hier ja nicht wie ein Schluck Wasser rumlaufen", gibt sich Korkut kämpferisch und blickt optimistisch auf das anstehende Heimspiel: "Wir haben nun rasch die Möglichkeit, wieder etwas gut zu machen", sagt Korkut.

Auf der Suche nach der richtigen Herangehensweise werde Korkut aber auch "nicht alles verändern" - das Team brauche Abläufe, an denen es sich festhalten kann.

Spielweise

"Wir wollen noch häufiger vors gegnerische Tor kommen", sagt Korkut. Wichtig dafür sei es, Druck auf die Bremer auszuüben und im Angriff die "richtigen Entscheidungen" zu treffen. Auch wenn aktuell das Selbstvertrauen ein wenig fehle, könne seine Mannschaft mutig auftreten. "Wir müssen eine gute Mentalität zeigen. Das fängt damit an, dass wir uns im Spiel nicht zu viele Gedanken machen, was alles passieren könnte", so Korkut.

"Mit einem couragierten Auftritt können wir die Fans auf unseren Weg mitnehmen", weiß Korkut aus der vergangenen Rückrunde. "Dort hat sich gezeigt, dass mit den Zuschauern im Rücken eine regelrechte Euphorie entfacht werden kann", so der Deutsch-Türke. Seine Mannschaft wolle zielstrebiger agieren als noch zuletzt. "Wir müsse mit Überzeugung auf das Tor der Bremer zugehen", sagt Korkut.

Auf die potenzielle Startformation möchte Korkut verständlicherweise nicht näher eingehen. Der Trainer lässt jedoch viel Raum für Spekulationen: "Wir können verschiedene Grundordnungen spielen", so Korkut.

Die Pressekonferenz im Video

Das sagt Bremens Trainer Florian Kohfeldt

Der Werder-Trainer steht seinem Kollegen Korkut zur Seite: "Tayfun hat Stuttgart letztes Jahr in eine überragende Rückrunde geführt". Dessen Arbeit bereits nach fünf Spielen infrage zu stellen, sei "absolut grenzwertig".

Beim VfB sieht Kohfeldt "sehr viele individuell hochkarätige Spieler in allen Mannschaftsteilen". Der schwache Saisonstart des kommenden Gegners liege auch daran, dass die Korkut-Elf "einige Spiele extrem unglücklich nicht gewonnen" habe.

Dennoch sei das Ziel der Werderaner, das eigene Spiel weiter zu verbessern. "Der Saisonauftakt hat gezeigt, zu was wir in der Lage sind", sagt Kohfeldt.

Voraussichtliche Aufstellungen

Stuttgart: Zieler - Sosa, Pavard, Baumgartl, Maffeo - Thommy, Aogo, Ascacibar, Gentner - Gomez, Gonzalez

Bremen: Pavlenka - Augustinsson,Veljkovic, Moisander, Gebre Selassie - Klaassen, Sahin, Eggestein - Kruse, Osako, Harnik


Matchfacts und Statistiken

Bilanz aus VfB-Sicht:

Gesamt: 102 Spiele, 35 Siege, 32 Unentschieden, 35 Niederlagen, 159:176 Tore

Heim: 51 Spiele, 23 Siege, 17 Unentschieden, 11 Niederlagen, 94:65 Tore

Auswärts: 51 Spiele, 12 Siege, 15 Unentschieden, 24 Niederlagen, 65:111 Tore

Torreigen: In bisher 102 Bundesligaspielen zwischen diesen beiden Teams fielen im Schnitt 3,3 Tore pro Partie - allein 24 mal gab es mindestens fünf Tore zu sehen. Die meisten Treffer erlebten die Zuschauer beim 6:3-Heimsieg des VfB gegen Werder Bremen im März 2008. Damals erzielte Stümer Mario Gomez den ersten Dreierpack seiner Profi-Karriere.

Rückkehrer: Martin Harnik bestritt 173 Bundesliga-Spiele für die Stuttgarter (52 Tore, 34 Assists) und wechselte nach dem Abstieg 2016 zu Hannover 96. Gegen den VfB ist der 31-Jährige in der Bundesliga noch ungeschlagen (ein Sieg, zwei Remis).