VfB Stuttgart

Korkuts Joker stechen

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Der eingewechselte Berkay Özcan sorgte mit seinem Treffer in der Nachspielzeit für die Entscheidung. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart.
Die Zeiten ändern sich. Auch für VfB-Trainer Tayfun Korkut. War es früher der bei Amateurkickern beliebte Stiefel, der nach Siegen in der Kabine kreiste, so hat sich der 43-jährige Deutsch-Türke mittlerweile zum Rotweinglas hochgearbeitet. „Aber nur eins“, sagte Korkut nach dem Heimsieg über Bremen. „Morgen geht’s direkt wieder weiter. So ist das Trainerleben.“

Wie seine Spieler den nun endgültig sicheren Klassenverbleib feiern, davon wollte der Stuttgarter Cheftrainer nichts wissen. Zu sehr beschäftigt war der Fußballlehrer noch mit den intensiven 94 Minuten in der ausverkauften Stuttgarter Arena.

Wie der VfB Stuttgart zu seinem Heimsieg gegen den SV Werder Bremen kam, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse:

Formation und Aufstellung

Gegen Werder musste VfB-Trainer Tayfun Korkut seine Startelf im Vergleich zum 1:1 gegen Hannover in der Vorwoche auf einer Position verändern: Überraschend ersetzte Timo Baumgartl den verletzten Andreas Beck (Kreuzbandanriss) hinten rechts. Holger Badstuber verteidigte im 4-4-2-System zusammen mit Benjamin Pavard im Abwehrzentrum und Santiago Ascacibar kehrte nach abgesessener Gelbsperre zurück in die erste Elf und begann gemeinsam mit Dennis Aogo auf der Doppelsechs.

Spielidee und Taktik

Aus einer kompakten Defensive heraus agierten die Stuttgarter gegen Werder mit vielen Flugbällen – wahlweise auf die Stürmer Mario Gomez und Daniel Ginczek oder die Außenbahnspieler Erik Thommy und Christian Gentner. Auch das Flügelspiel forcierten die Schwaben gegen wackelige Bremer und wurden so vor allen Dingen über die linke Seite (Insua und Thommy) gefährlich.

Der SV Werder hatte zu Beginn der Partie ungewohnte Probleme, kam nicht in die Zweikämpfe und leistete sich viele Ungenauigkeiten im Aufbauspiel. Dabei hatten die Bremer die linke Abwehrseite der Stuttgarter als Schwachstelle ausgemacht, und versuchten dort immer wieder über Florian Kainz und Max Kruse für Gefahr zu sorgen

Spielentscheider

Nach einer starken ersten Halbzeit sorgten die Schwaben, wie schon in der Vorwoche gegen Hannover, in Durchgang zwei nicht frühzeitig für klare Verhältnisse. Phasenweise ließen sich die Stuttgarter tief in die eigene Hälfte zurückdrängen und so mussten die VfB-Fans erneut lange zittern - ehe es dieses Mal in der Nachspielzeit ein Happy End, anstatt eines Gegentreffers gab.

Spielerisch enttäuschten an diesem sonnigen Samstag beide Teams. Ein wirklicher Spielfluss kam nicht zustande und so entschieden schlussendlich die beiden Joker Anastasios Donis und Berkay Özcan die Partie zugunsten der Stuttgarter. Der VfB hat somit den Klassenverbleib sicher und bleibt unter Trainer Tayfun Korkut in der heimischen Arena weiter ungeschlagen.

Auf den Punkt gebracht

Der Stuttgarter Chefcoach saß nach der Partie sichtlich geplättet auf der Pressekonferenz und sprach vom „erwartet schweren Spiel“. Lob gab’s für die gute erste Hälfte, einen leichten Tadel für die phasenweise zu defensiven zweiten 45 Minuten.

Doch wirklich meckern wollte an diesem Spieltag kein VfB-Akteur. „Das große Ziel ist erreicht“, sagte Korkut. Glückwünsche zum Klassenverbleib überbrachte auch Werder Coach Florian Kohfeldt: „Riesen Respekt vor dem VfB. Glückwunsch an dich Tayfun. Heute hat die cleverere Mannschaft gewonnen.“ 

Korkut bedankte sich anschließend für die intensiven vergangenen ersten elf Wochen seiner Amtszeit bei seiner Truppe: „Das Team stand bedingungslos hinter der Idee und hat sich als absolute Mannschaft präsentiert.“ Seine Spieler werden sich in den nächsten Wochen "mit Sicherheit genauso reinhauen, wie in den letzten Wochen. Das kann ich versprechen.“

"Den Klassenverbleib geschafft zu haben, ist ein Wahnsinnsgefühl", erklärte Stümer Mario Gomez. Ein Extra-Lob verteilte der Nationalstürmer an die beiden Joker und die Fans im Stadion: "Mich hat es gefreut, dass die beiden Jungs, die in letzter Zeit wenig gespielt haben, am Ende noch ein schönes Tor herausspielen. Die Stimmung im Stadion war überragend. Dafür gilt den Fans ein Riesenkompliment.“

Ausblick

Für den VfB Stuttgart geht es am nächsten Wochenende nach Leverkusen. Gegen die Werkself müssen die Schwaben am Samstag um 18.30 Uhr antreten. Der SV Werder Bremen empfängt am nächsten Sonntag um 18 Uhr Borussia Dortmund im Weserstadion.