VfB Stuttgart

Leipzig bleibt geduldig und schlägt eiskalt zu

VfB Stuttgart - RB Leipzig 1:3_0
Ein Nackenschlag, von dem sich der VfB nicht mehr erholen sollte: Marcel Sabitzer schlenzt den Ball gefühlvoll über die Mauer. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart.
Seit inzwischen sieben Spielen ist der VfB Stuttgart in der Bundesliga ohne Sieg. Auch gegen RB Leipzig gab es für die Schwaben am Samstagnachmittag nichts zu holen. Bei der 1:3-Heimniederlage präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl im ersten Spiel unter dem neuen Sportvorstand Thomas Hitzlsperger zwar leicht verbessert, war letztlich gegen den Champions-League-Anwärter aber chancenlos

Wie das 3:1 der Leipziger in Stuttgart zustande kam, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse:

Startformation und Aufstellung

Erstmals in dieser Saison musste VfB-Kapitän Christian Gentner auf der Bank Platz nehmen. Für den 33-Jährigen rückte etwas überraschend Gonzalo Castro in die Startelf. „Wir wollten mit Gonzalo einen spielstarken Mann in unserer Mannschaft haben“, begründete Trainer Markus Weinzierl die Maßnahme nach dem Spiel. Zudem kehrte Mario Gomez nach seiner Sperre zurück und ersetzte Nicolas Gonzalez im Sturmzentrum. Gegen RB Leipzig veränderte Markus Weinzierl auch sein Spielsystem und schickte seine Elf in einem 5-3-2 auf den Rasen. 

Spielidee und Taktik

Im Spiel mit dem Ball wurde aus dem schwäbischen Fünferriegel ein 3-4-3. Die beiden Außenverteidiger Beck und Insua schoben weit nach vorne und setzten den Gegner so früh unter Druck. Die Stuttgarter wollten das Zentrum mit drei zweikampfstarken Innenverteidigern verdichten und die Leipziger so auf die Flügel drängen. In der Rückwärtsbewegung formierten sich vor der Fünferkette mit Castro, Ascacibar und Zuber gleich drei Sechser, was der gesamten Mannschaft mehr Stabilität verlieh. Die VfB-Defensive positionierte sich im Spiel gegen den Ball knapp hinter der Mittellinie und kam so vor allem im ersten Durchgang zu vielen Ballgewinnen. Diese konnten die Stuttgarter aber nur selten nutzen, da sie sich im Umschaltspiel zu Fehler erlaubten. 

Spielentscheider

Im Vergleich zum desolaten 0:3 in Düsseldorf war im VfB-Spiel am Samstagnachmittag ein klarer Plan erkennbar. Die Mannschaft füllte die Vorgaben ihres Trainers mit Leben, war griffig in den Zweikämpfen und ließ sich auch von einem frühen Gegentor nicht aus dem Konzept bringen. Weinzierls Schachzug mit den drei Sechsern vor der Abwehr ging vor allem in der ersten Halbzeit auf.

Doch die Leipziger verloren nicht die Geduld, lauerten auf ihre Chance - und nutzten diese dann eiskalt aus. Sabitzers Schlenzer (68.) war ein Nackenschlag für die couragierten Schwaben, von dem sich die Mannschaft nicht mehr erholte. Wirklich zwingende Torchancen hatten die Leipziger im zweiten Durchgang zwar nicht, aber aus ihren insgesamt sieben Torschüssen resultierten letztlich drei Tore. 

Stimmen zum Spiel

Leipzig-Trainer Ralf Rangnick: "Wir haben mit Ausnahme der ersten fünf Minuten eine richtig schlechte erste Halbzeit gespielt. Vielleicht dachte der ein oder andere nach dem frühen Tor, dass es leicht wird. Es war kein Spiel von uns, wie ich es mir vorstelle. Der VfB kam zurück. Wir haben in der zweiten Halbzeit die Grundordnung geändert und die Herangehensweise ans Spiel. Ein anderes Gesicht in der zweiten Halbzeit war zwingend notwendig. Es war keine Glanzleistung von uns heute, aber ein wichtiger Dreier."

VfB-Trainer Markus Weinzierl: "Von der 5. bis zur 68. Minute war es ein gutes Spiel von uns. Die Mannschaft hat auf den Rückstand toll reagiert. Wir waren gut im Spiel und dem zweiten Tor näher. Wir hatten einhundertprozentige Chancen durch Kabaks Kopfball und Ascacibar. Diese Situation hätten wir gebraucht. Dann kommt die Situation zum 1:2. Der Freistoß war für mich eine äußerst fragwürdige Entscheidung. Der Gegentreffer war ein Nackenschlag. Damit war das Spiel vorentschieden. Über meine Zukunft mache ich mir überhaupt keine Gedanken. Ich bewerte das Spiel unabhängig von meiner Person. Ich sehe eine klare Leistungssteigerung. Wir haben ein anderes Gesicht gezeigt, aber haben es nicht geschafft zu punkten."

VfB-Keeper Ron-Robert Zieler: "Es war wichtig, dass wir heute ein anderes Gesicht gezeigt haben. Das Freistoßgegentor war letztlich der Knackpunkt, aber davor war es kein Foul. Das kann ich nicht verstehen. Es ist nach wie vor alles möglich. Wir haben heute gezeigt, dass wir wettbewerbsfähig sind. Der Wechsel auf der Position des Sportvorstandes bringt uns keine Punkte. Das muss die Mannschaft auf dem Platz richten."

VfB-Stürmer Mario Gomez: "Die heutige Leistung gibt uns definitiv Kraft. Wir waren gegen einen starken Gegner ebenbürtig. Hinten waren wir aggressiv und nach vorne haben wir gute Chancen erspielt. So müssen wir auch in den nächsten Wochen weitermachen."

VfB-Verteidiger Andreas Beck: "Die Reaktion nach dem frühen Rückstand war bemerkenswert. Leipzig hatte nicht viele Chancen, insofern ist diese Niederlage umso ärgerlicher. Wir müssen uns heute keinen Vorwurf machen, jeder hat heute gegrätscht und gekämpft."

VfB-Mittelfeldspieler Alexander Esswein: "Wir haben es heute über weite Strecken gut gemacht. Wir haben die Räume eng gemacht und nach vorne Nadelstiche gesetzt. Ein fragwürdiges Gegentor hat dann das Spiel aus unserer Sicht in die falsche Bahn gelenkt. Heute war jeder für den anderen da und hat alles gegeben. Deshalb ist es sehr schade, dass wir uns nicht belohnen konnten. Auf unserer Leistung können wir aber aufbauen."

Ausblick 23. Spieltag

Freitag, 22.Februar

  • Werder Bremen - VfB Stuttgart; 20.30 Uhr

Samstag, 23. Feburar

  • Bayern München - Hertha BSC; 15.30 Uhr
  • Bor. Mönchengladbach - VfL Wolfsburg; 15.30 Uhr
  • SC Freiburg - FC Augsburg; 15.30 Uhr
  • FSV Mainz 05 - FC Schalke 04; 15.30 Uhr
  • Fortuna Düsseldorf - 1. FC Nürnberg; 18.30 Uhr

Sonntag, 24. Februar 

  • Hannover 96 - Eintracht Frankfurt; 15.30 Uhr
  • Borussia Dortmund - Bayer Leverkusen; 18 Uhr

Montag, 25. Februar

  • RB Leipzig - 1899 Hoffenheim; 20.30 Uhr

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