VfB Stuttgart

Leverkusen feiert Arbeitssieg gegen harmlosen VfB

Bayer Leverkusen - VfB Stuttgart 2:0_0
Die Entscheidung: Leverkusens Kevin Volland jagt den Ball mit einem Volleyschuss zum 2:0 in den Stuttgarter Kasten. © ZVW/Danny Galm

Leverkusen.
Nach der Niederlage in Leverkusen droht der VfB Stuttgart den Anschluss an das gesicherte Bundesliga-Mittelfeld zu verlieren. Beim 0:2 (0:0) in der Bayarena präsentierte sich die schwäbische Offensive einmal mehr wie ein zahnloser Tiger. Warum der VfB Stuttgart gegen Bayer Leverkusen leer ausging, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse:

Formation und Aufstellung

Gegen die Werkself musste VfB-Coach Markus Weinzierl seine zuletzt in Nürnberg erfolgreiche Startelf auf einer Position verändern. Timo Baumgartl (Magen-Darm-Virus) wurde nicht rechtzeitig fit und so durfte Marc Oliver Kempf in Weinzierls 4-3-3-System an der Seite von Benjamin Pavard im Abwehrzentrum ran. 

Emiliano Insua kehrte nach seiner Rotsperre zurück in die erste Elf und verteidigte auf seiner angestammten Position hinten links. Mittelfeld und Angriff ließ der Stuttgarter Trainer im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen den FCN unverändert.

Aufgrund der vielen Ausfälle - Anastasios Donis (Muskelbündelriss), Daniel Didavi (Achillessehnenprobleme), Holger Badstuber (Wadenprobleme), Borna Sosa (Schambeinprellung), Berkay Özcan  (Syndesmosebandriss) - standen mit Antonios Aidonis und Leon Dajaku auch zwei Spieler aus der U-19-Mannschaft des VfB im 18er Kader.

Spielidee und Taktik

Aus einer kompakten Defensive heraus wollten die Stuttgarter die Leverkusener fordern und an die ordentliche Leistung vor der Länderspielpause anknüpfen. Dabei entwickelte sich in der ersten Halbzeit eine harte und wenig ansehnliche Bundesliga-Partie. Bereits in den ersten 45  Minuten hatte Schiedsrichter Robert Schröder sechs Spieler verwarnt. Allesamt zurecht. Abstiegskampf in Reinform unterm Bayer-Kreuz. 

Spielerische Leckerbissen gab es für die rund 25.000 Zuschauer nur selten zu bestaunen - und wenn, dann nur von den Gastgebern, die ihre spielerische Überlegenheit aber nur selten ausspielten.

Die Stuttgarter wiederum leisteten sich einmal mehr viele Ungenauigkeiten im Offensivspiel, sodass Leverkusens Keeper Lukas Hradecky einzig bei einem Fernschuss von Mario Gomez wirklich eingreifen musste (52.). 

Mann des Spiels

War eindeutig Leverkusens Doppelpacker Kevin Volland: Mit seinen späten Toren (76. und 82.) sicherte er seiner Mannschaft drei wichtige Zähler im Abstiegskampf und einen letzlich verdienten Arbeitssieg gegen harmlose Stuttgarter.

Und beim VfB? Da bleibt die Erkenntnis, dass Markus Weinzierl mit seinem Team noch einen weiten Weg vor sich hat. In der Bayarena hielten die Roten zumindest in der ersten Halbzeit ordentlich mit, konnten die Konzentration aber nicht bis zum Schlusspfiff hochhalten und kassierten deshalb kurz vor Schluss zwei Gegentore.

Erschreckend harmlos präsentierte sich einmal mehr die schwäbische Offensive. Acht magere Tore in zwölf Spielen: das ist die Bilanz eines Absteigers.  Zudem ist Mittelstürmer Mario Gomez inzwischen seit 490 Minuten ohne Torerfolg. Auch diese Zahl macht den VfB-Fans wenig Hoffnung für die kommenden Aufgaben.

Stimmen zum Spiel

VfB-Trainer Markus Weinzierl: „Die Szene zu Beginn war für mich ein Elfmeter. Es hätte uns geholfen, so ins Spiel zu kommen. Wir haben uns über weite Strecken ordentlich verkauft. Wir geben den Punkt her durch eine Standardsituation, bei der wir schläfrig sind. Das darf nicht passieren. Es wäre möglich gewesen, hier einen Punkt zu holen. Jetzt müssen wir zu Hause nachlegen.“

Leverkusens Trainer Heiko Herrlich: „Das war ein Arbeitssieg. Wir haben es durch Standardsituationen erzwungen, und ich bin der Meinung, dass der Sieg auch verdient war. Wir haben viele Zweikämpfe gewonnen und wenig zugelassen. Wir haben uns über den Kampf Sicherheit geholt und es dann auch spielerisch gut umgesetzt. Die Schwankungen lassen sich nicht in drei Sätzen erklären. Das Hauptmanko ist, dass wir viel zu viele Gegentore kriegen."

VfB-Mittelfeldspieler Dennis Aogo: "Wir haben es ordentlich gemacht und sie relativ gut von unserem Tor weggehalten. Auf der Gegenseite hatten wir auch unsere Möglichkeiten, die wir allerdings nicht sauber und zwingend genug zu Ende spielen. Dass das erste Gegentor nach einer Standardsituation fällt, ist umso ärgerlicher, weil sich das eher vermeiden lässt, als aus dem Spiel heraus. Trotzdem hatten wir auch gute Phasen. Diese gilt es, im nächsten Heimspiel gegen Augsburg auszubauen und besser zu nutzen."

VfB-Abwehrspieler Andreas Beck: "In der ersten Hälfte haben wir es geschafft, die Räume relativ eng zu machen und nach Ballgewinnen die eine oder andere gefährliche Aktion nach vorne zu starten. Leverkusen konnte in der zweiten Hälfte nochmal eine Schippe drauflegen. Nach einer Stunde haben wir dann weniger Bälle im Mittelfeld erobert, sodass sie ihre Schnelligkeit in der Offensive ausgespielt haben. Dann ist es unheimlich schwer für uns geworden. Wir werden ab morgen den Blick nach vorne richten und gegen Augsburg neu angreifen."

Ausblick 13. Spieltag

Freitag, 30. November:

  • Fortuna Düsseldorf - FSV Mainz 05; 20.30 Uhr

Samstag, 01. Dezember:

  • Borussia Dortmund - SC Freiburg; 15.30 Uhr
  • VfB Stuttgart - FC Augsburg; 15.30 Uhr
  • Werder Bremen - Bayern München; 15.30 Uhr
  • Hannover 96 - Hertha BSC; 15.30 Uhr
  • 1899 Hoffenheim - FC Schalke 04; 18.30 Uhr

Sonntag, 02. Dezember:

  • RB Leipzig - Bor. Mönchengladbach; 15.30 Uhr
  • Eintracht Frankfurt - VfL Wolfsburg; 18 Uhr

Montag, 03. Dezember:

  • 1. FC Nürnberg - Bayer Leverkusen; 20.30 Uhr